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Frankreich legalisiert künstliche Befruchtung für Lesben und Single-Frauen

Gay Pride March in Paris, 26.06.2021
Gay Pride March in Paris, 26.06.2021 Copyright AP/Lewis Joly
Copyright AP/Lewis Joly
Von Euronews mit AP
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Nach rund zweijährigen Debatten hat die französische Nationalversammlung ein Gesetz gebilligt, dass lesbischen Paaren und Single-Frauen eine künstliche Befruchtung ermöglicht.

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Frankreichs Nationalversammlung hat mit überwältigender Mehrheit ein Gesetz beschlossen, das alleinstehenden Frauen und Lesben eine künstliche Befruchtung ermöglicht.

Die endgültige Abstimmung über das weitreichende Bioethik-Gesetz, das von der Regierung des französischen Präsidenten Emmanuel Macron vorgelegt wurde, war von LGBTIQ-Rechtsgruppen mit Spannung erwartet worden. Seitdem Frankreich 2013 die gleichgeschlechtliche Ehe legalisiert hatte, hatten sie darauf gedrängt, die künstliche Befruchtung für lesbische Paare zu erlauben.

Gesetz mit großer Mehrheit angenommen

Das Gesetz wurde mit 326 Ja-Stimmen und 115 Gegenstimmen angenommen.

Somit können betroffene Frauen auch Zugang zu Fruchtbarkeitsbehandlungen, künstlicher Befruchtung und In-vitro-Fertilisation (IVF) erhalten. Diese waren bislang nur heterosexuellen Paaren vorbehalten, die anders keine Kinder zeugen konnten.

In Frankreich sind Fruchtbarkeitsbehandlungen kostenlos - und sobald das Gesetz verabschiedet ist, wird dies auch lesbische Paare und alleinstehende Frauen mit einschließen.

Der französische Gesundheitsminister Olivier Veran erklärte, dass sich die französischen Behörden darauf vorbereiten, das neue Gesetz so schnell wie möglich in Kraft treten zu lassen.

Ende einer langwierigen Debatte

Die Abstimmung markiert das Ende einer langwierigen, zweijährigen Debatte im Parlament. Die konservative Mehrheit im Senat hat die Maßnahme wiederholt abgelehnt, aber die Nationalversammlung, in der Macrons zentristische Partei die Mehrheit hat, hat das letzte Wort. Die Nationalversammlung hat den Gesetzesentwurf bereits dreimal gebilligt. Macron löst damit ein Wahlsversprechen von 2017 ein.

Französische LGBTIQ-Rechtsgruppen kämpfen schon lange für die Maßnahme, nachdem Frankreich unter dem damaligen Präsidenten Francois Hollande die gleichgeschlechtliche Ehe legalisiert hatte. Monatelang hatte es Massenproteste von konservativen und katholischen Gruppen gegeben, die gegen das Gesetz sind.

"Endlich", sagte Matthieu Gatipon, Sprecher der Vereinigung Inter-LGBT, und begrüßte einen "lang erwarteten Fortschritt".

Gatipon führt aus, dass es schwer für französische Frauen gewesen sei, die ihre Pläne, ein Baby zu bekommen, jahrelang aufschieben mussten, und andere, die viel Geld gezahlt haben, um im Ausland - wie etwa in Spanien und Belgien, ihren Wunsch nach einem Kind mit Hilfe künstlicher Befruchtung zu realisieren.

Frankreichs Verbot von Leihmutterschaftsvereinbarungen bleibt von dem Gesetz unberührt.

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