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Paris: Zehntausende gegen künstliche Befruchtung bei lesbischen Paaren

Paris: Zehntausende gegen künstliche Befruchtung bei lesbischen Paaren
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In Paris hat das konservativ-katholische Bündnis "Manif pour tous" tausende Anhänger mobilisiert, um gegen eine Gesetzesneuerung zur künstlichen Befruchtung zu protestieren. In Frankreich sollen zukünftig auch lesbische Paare und unverheiratete Frauen von künstlicher Fortpflanzung profitieren können.

Ludovine de la Rochère, Präsidentin des Bündnisses "Manif pour tous", erklärte:

"Jede und jeder hat einen Vater und eine Mutter. Stellen Sie sich vor, dass die französische Regierung absichtlich und vorsätzlich den Kindern ihre Väter raubt. Was für eine Ungerechtigkeit und Fehlentwicklung."

"Wir haben vier Forderungen an den Staat, wir verurteilen nicht nur das Gesetz. Vier Forderungen. Erstens: ein Moratorium für dieses Gesetz. Zweitens: das Vorsorgeprinzip sollte bei der Klärung des Kindesverhältnisses gelten. Drittens, einen Plan zur Förderung der Fruchtbarkeit, und schließlich eine weltweite Abschaffung der Leihmutterschaft und jedweder Kommerzialisierung des Menschen", sagte Pascale Morinière, Präsidentin des Verbandes Katholischer Familien.

Laut aktuellen Umfragen befürworten sechs von zehn Franzosen die künstliche Fortpflanzung für lesbische Paare und alleinstehende Frauen - ein Rekordniveau. In Frankreich ist die künstliche Befruchtung bisher nur heterosexuellen Paaren erlaubt, die keine Kinder zeugen können. Sie müssen verheiratet sein oder mindestens zwei Jahre zusammenleben.

Die Möglichkeit der künstlichen Befruchtung für alle ist auch ein Wahlversprechen von Emmanuel Macron. Sie ist Teil des Bioethikgesetzes und eine der wichtigsten Maßnahmen, die am 27. September von der Nationalversammlung gebilligt wurden.

Das Bündnis "Manif pour tous" hatte erst vor sechs Jahren Hunderttausende Menschen gegen die Legalisierung der gleichgeschlechtlichen Ehe mobilisiert.

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