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Nach Flutkatastrophe: Botschafter Pakistans wirbt für Geberkonferenz

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Von euronews
Ein Mädchen sitzt in den Trümmern ihres Zuhauses in Charsadda, Pakistan
Ein Mädchen sitzt in den Trümmern ihres Zuhauses in Charsadda, Pakistan   -   Copyright  Muhammad Sajjad/Copyright 2022 The Associated Press. All rights reserved.

Eine halbe Million Menschen ohne Obdach, zehn Milliarden US-Dollar Schaden durch die verheerenden Hochwasser seit Mitte Juni. Pakistans Regierungschef hat die internationale Gemeinschaft um "ernsthafte und aufrichtige Hilfe" gebeten.

Der Botschafter des Landes bei der EU hat mit euronews über die nähere Zukunft gesprochen. Könnte sich die Situation im Land noch verschlimmern?

"Katastrophe erst die Spitze des Eisbergs"

"Der Regen, der jetzt noch fällt, wird auch über den ohnehin schon überschwemmten Gebieten niedergehen, über den Flüssen, den Dämmen, den Staufstufen. Wir denken, da werden noch mehr Probleme auf uns zukommen. Die jetzige Katastrophe könnte nur die Spitze des Eisbergs sein", so Asad Majeed Khan. 

Die Ernte in den betroffenen Gebeiten wurde vernichtet, Infrastruktur zerstört. Botschafter Asad Majeed Khan beschreibt den Verlust von rund 5000 Kilometern Straße, von 243 Brücken und einer Million Häusern. Rund 730.000 Stück Vieh seien ums Leben gekommen. Die Zahlen nennt die Botschaft von Pakistan bei der EU.

EU-Katastrophenschutzmechanismus noch nicht aktiviert

Die Europäische Kommission hat rund 1,8 Millionen Euro an humanitärer Hilfe bereitgestellt und beabsichtigt, die Unterstützung zu intensivieren.

"Tatsächlich ist das lediglich ein Anfang und wir schauen, wie wir weiter helfen können, da noch viel mehr gebraucht wird. Im Moment steht die Aktivierung des EU-Katastrophenschutzmechanismus noch aus", so Balazs Ujvari, Sprecher der Kommission für Budget, Personalwesen, Humanitäre Hilfe und Krisenmanagement. 

In den vergangenen drei Jahrzehnten hat die EU das Land bereits finanziell unterstützt. Pakistan hat nicht nur politische Schwierigkeiten, sondern gehört auch zu den zehn Ländern weltweit, die am stärksten von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sind. Daher dürfte Pakistan langfristig auf die Solidarität anderer Länder angewiesen sein.

Botschafter: Internationale Geberkonferenz notwendig

"Die Krise wird sich noch verschärfen, weil das Wasser es uns schwer machen wird, die Wintersaat auszubringen. In Anbetracht all dessen denke ich, dass eine internationale Geberkonferenz eine passende Antwort auf die Herausforderung wäre."

Die Vereinten Nationen schätzen, dass 160 Milionen US-Dollar Notfallhilfen nötig wären, um den akuten Bedarf zu decken. Generalsekretär Antonio Guterres hat angekündigt, sich bald vor Ort ein Bild der Lage machen zu wollen.