EventsVeranstaltungenPodcasts
Loader
Finden Sie uns
WERBUNG

Die Woche in Europa - Leopard-Panzer für die Ukraine (reicht das?)

Deutschlands Kanzler Olaf Scholz mit Bundeswehrsoldaten vor einem Leopard-Panzer.
Deutschlands Kanzler Olaf Scholz mit Bundeswehrsoldaten vor einem Leopard-Panzer. Copyright Moritz Frankenberg/(c) Copyright 2022, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Copyright Moritz Frankenberg/(c) Copyright 2022, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Von Stefan Grobe
Zuerst veröffentlicht am
Diesen Artikel teilenKommentare
Diesen Artikel teilenClose Button
Den Link zum Einbetten des Videos kopierenCopy to clipboardCopied

In der Ukraine wird erst nach dem Winter mit großen Offensiven gerechnet - auf beiden Seiten. Die Ukraine wird dann wohl erstmalig hochmoderne westliche Kampfpanzer einsetzen. Deren Lieferung wurde diese Woche beschlossen.

WERBUNG

In der Ukraine sind die Frontlinien seit einiger Zeit starr. Experten hatten dies erwartet, denn die harten Winterbedingungen machen größere Truppenbewegungen schwierig.

Erwartet wird aber auch, dass Russland eine neue Offensive vorbereitet - und hier kommt die Debatte über hochmoderne westliche Panzer für die Ukraine.

Nach anhaltendem Druck von EU-Partnern und der inländischen Opposition beschloss Deutschland die Lieferung seiner eigenen Leopard-2-Panzer an Kiew und gab allen Ländern grünes Licht, die dies auch tun wollen.

Kommt dies zu spät? Dazu der neue deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius: "Ich habe keinen Hinweis darauf, dass dies zu spät sein könnte. Wir werden die Leoparden bis Ende März ausliefern, und nach allem, was mir bekannt ist, ist das früh genug."

Die Entscheidung wurde vom deutschen Kanzler Olaf Scholz persönlich getroffen. 

Der Grund, warum er so lange brauchte, darüber wurde intensiv spekuliert. Dabei herrschte die Meinung vor, dass Scholz Zeit brauchte, um eine skeptische Öffentlichkeit auf seine Politik einzustimmen.

Eine große Kriegs-unwillige Wählerschaft würde ihm niemals eine allzu eifrige Bereitschaft nachsehen, die Ukraine zu bewaffnen.

In einem Interview wies Scholz innenpolitische Erwägungen scharf zurück.

Scholz handelte in enger Abstimmung mit den USA. Washington glaubt, dass die Bewaffnung der Ukraine mit hochmodernen Waffen ein wichtiger Wendepunkt im Krieg darstellen könnte.

US-Präsident Joe Biden: “Die USA werden 31 Abrams-Panzer an die Ukraine liefern, das entspricht einem ukrainischen Batallion. Das Pentagon hat dies empfohlen, damit die Ukraine ihr Territorium verteidigen und ihre strategischen Ziele erreichen kann.”

Wie denkt die Ukraine darüber? Wird diese letzte Runde der Bewaffnung als Meilenstein angesehen? Halten die Ukrainer sie für ausreichend?

Dazu ein Interview mit Ex-Präsident Petro Poroschenko, der von 2015 bis 2019 an der Spitze des Landes stand.

Euronews: Deutschland und andere Länder haben die Lieferung von Leopard-Panzern angekündigt. Wird das die Situation auf dem Schlachtfeld ändern?

Poroschenko: Ich denke, dass dies die Situation verbessern wird. Definitiv. Es hängt natürlich von der Zahl der Panzer ab, ob es sich um eine Panzerkompanie oder mehrere Panzerbrigaden handelt. Das sind verschiedene Dinge. Aber die Lieferung ist kein Game-Changer mehr. Dazu hätte die Lieferung vor einem halben Jahr kommen müssen, als Russland schwächer war als heute. Zusammen mit gepanzerten Infanteriefahrzeugen und Luftabwehrsystemen wäre es ein Game-Changer gewesen.

Euronews: Wir nähern uns dem ersten Jahrestag des russischen Überfalls. Werden wir noch ein weiteres Kriegsjahr erleben? Wann könnte der Krieg zu Ende gehen?

Poroschenko: Von Anfang an haben die westlichen Partner gesagt, dass sie der Ukraine helfen, zu überleben. Jetzt heißt es, die Ukraine muss gewinnen. Sie sehen den Unterschied. Aber was heißt das, ein Sieg? Für einige ist es ein Sieg, wenn die ukrainische Flagge über dem Kreml weht. Für andere, wenn die ukrainische Flagge im Donbass und auf der Krim weht. Meine Vorstellung eines Sieges ist, wenn wir eine dauerhafte Sicherheitsarchitektur in Europa haben, bei der kein europäisches Land befürchten muss, vom dem verrückten Putin angegriffen zu werden.

Euronews: Als Präsident haben Sie mit Putin das Minsker Abkommen ausgehandelt. Verstehe ich Sie richtig, dass Sie heute Verhandlungen mit Putin ausschließen?

Poroschenko: Nein. Wir sollten aber einen sehr professionellen, großartigen Unterhändler haben, einen großartigen Diplomaten gegenüber Putin. Und ich habe diesen Unterhändler und diesen Diplomaten. Kennen Sie ihn?

WERBUNG

Euronews: Nein. Wer ist das?

Poroshenko: Überraschung. Es ist die ukrainische Armee.

Das Interview führte Sandor Zsiros.

Diesen Artikel teilenKommentare

Zum selben Thema

Die Woche in Europa: EU-Spitzenjobs und das Gesetz zur Wiederherstellung der Natur

Die Woche in Europa: Ukraine im diplomatischen Rampenlicht, Nachwehen der Europawahl

Die Woche in Europa: Niedrigere Zinssätze und Versuche, Lebensmittelverschwendung zu reduzieren