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Belgien: Asylkrise eskaliert im Schatten der EU-Institutionen

Ein Mann fährt mit seinem Fahrrad an einem behelfsmäßigen Zeltlager vor dem Petit Chateau-Aufnahmezentrum in Brüssel vorbei, 17. Januar 2023.
Ein Mann fährt mit seinem Fahrrad an einem behelfsmäßigen Zeltlager vor dem Petit Chateau-Aufnahmezentrum in Brüssel vorbei, 17. Januar 2023. Copyright olivier matthys/Copyright 2023 The AP. All rights reserved
Copyright olivier matthys/Copyright 2023 The AP. All rights reserved
Von Stefan GrobeChristopher Pitchers
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Flüchtlinge haben am Kanal der belgischen Hauptstadt ein behelfsmäßiges Lager errichtet und trotzen der eisigen Winterkälte, während sie darauf warten, im Ankunftszentrum des Landes abgefertigt zu werden. Viele der 250 Personen, die hier leben, warten seit Monaten auf ihre Registrierung.

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Nur wenige Kilometer vom Zentrum der EU-Institutionen in Brüssel entfernt, wächst die Asylkrise stetig an.

Flüchtlinge haben am Kanal der belgischen Hauptstadt ein behelfsmäßiges Lager errichtet und trotzen der eisigen Winterkälte, während sie darauf warten, im Ankunftszentrum des Landes abgefertigt zu werden.

Viele der 250 Personen, die hier leben, warten seit Monaten auf ihre Registrierung und sind gezwungen, auf der Straße zu leben, wo sie nur begrenzt Zugang zu Nahrung und Wasser haben.

Die für die Aufnahme von Asylbewerbern in Belgien zuständige Regierungsbehörde sagt, ihr Unterbringungsnetz sei voll, was wiederum zu dieser Krise geführt hat.

Mohammed, ein 30-jähriger Somalier, der die Reise mit dem Boot über das Mittelmeer gewagt hat, wartet nun schon seit sechs Monaten hier. Er beschreibt seine Situation als sehr schwierig.

"Es ist sehr schwer, weil ich nichts habe. Ich habe kein Haus. Ich habe kein Geld. Ich habe keine Arbeit. Das Geld ist wirklich wichtig, wenn man arbeitet, ist es besser, und ich weiß nicht, wie ich zur Arbeit gehen kann, wenn ich kein Haus habe, in dem ich schlafen kann. Auch soziale Hilfe - wie kann sie einem helfen. Du kannst nicht arbeiten, das ist mein großes Problem."

Für Ärzte ohne Grenzen besteht das Problem nicht nur in einem Mangel an Unterkünften. Die Organisation, die ein Dutzend mobiler Toiletten und ein Waschbecken mit zugänglichem Trinkwasser errichtet hat, macht innenpolitische Erwägungen für das Ausbleiben von Hilfe für Asylbewerber verantwortlich.

Jean-Paul Mangion, medizinischer Koordinator, Ärzte ohne Grenzen Belgien: "Es gibt derzeit keinen politischen Willen, eine Lösung für dieses Problem zu finden. Es ist kein einfaches und kein leicht zu lösendes Problem, denn selbst wenn man neue Plätze schaffen würde, wären diese schnell mit den neu ankommenden Personen belegt. Es gibt eine Reihe von Engpässen im Asylsystem, die beseitigt werden müssen. Aber im Moment gibt es für diese Menschen eine sehr einfache Lösung, und die besteht darin, die verschiedenen belgischen Gemeinden zu bitten, eine bestimmte Anzahl von Personen aufzunehmen und im Grunde alle etwa 3.000 Personen, die derzeit auf ein Zentrum warten, auf die verschiedenen Gemeinden in Belgien zu verteilen."

Die belgische Regierung erklärte auf Anfrage, sie arbeite an der Einrichtung neuer Aufnahmezentren.

Ärzte ohne Grenzen rechnet nicht mit einer baldigen Lösung, obwohl ein neuer Zustrom von Flüchtlingen erwartet wird, sobald wärmeres Wetter einsetzt.

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