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Unter die Lupe genommen: Kundgebung gegen Selenskyj in Kiew?

euronews-Mitarbeiterin Sophia Khatsenkova
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Kam es in Kiew zu einer Kundgebung gegen den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj? Das glauben viele chinesischsprachige Nutzer sozialer Medien. Aber ist das wahr? euronews-Mitarbeiterin Sophia Khatsenkova hat sich das genau angeschaut.

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Kam es in Kiew zu einer Kundgebung gegen den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj? Das glauben viele chinesischsprachige Nutzer sozialer Medien. Aber ist das wahr? euronews-Mitarbeiterin Sophia Khatsenkova hat sich das genau angeschaut.

In verschiedenen chinesischen sozialen Medien wie z. B. Weibo und Douyin verbreiteten mehrere Nutzer die Behauptung, dass mehr als 100 000 Menschen auf die Straße gegangen seien, um in Kiew gegen den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu demonstrieren. In anderen Beiträgen hieß es, dass die Demonstranten von der Regierung die Unterzeichnung eines Friedensvertrags mit Russland forderten, um den Konflikt zu beenden. zu beenden. Viele Menschen seien „des endlosen Krieges und der Wehrpflicht überdrüssig". Wie können wir also überprüfen, ob das stimmt?

Als Erstes haben wir eine gründliche Recherche im Internet durchgeführt und fanden in internationalen und ukrainischen Medien durchgeführt keinen Hinweis auf einen solchen Protest. Dann haben wir eine umgekehrte Bildersuche durchgeführt und fanden das Originalbild auf Alamy, einer Webseite für Archivfotos.

Aufnahmen zeigen Protest gegen Schnellzug

Das Erste, was uns auffiel, war das Datum: Es wurde im November 2018 aufgenommen, also mehr als drei Jahre vor dem Einmarsch Russlands in die Ukraine. In der Bildunterschrift heißt es, das Lichtbild sei in Turin in Norditalien aufgenommen worden. Außerdem heißt es, der Protest habe wegen des Baus des TAV stattgefunden, mehr als 40 000 Demonstranten versammelten sich auf der Piazza Castello. Der TAV ist der Treno Alta Velocita, es handelt sich um einen umstrittenen Hochgeschwindigkeitszug, der Turin mit der französischen Stadt Lyon verbinden soll.

Das Vorhaben umfasst den Bau eines fast 60 Kilometer langen Tunnels durch die französischen und italienischen Alpen, um die Fahrtzeit zwischen den beiden Ländern zu halbieren. Die Befürworter des Zuges meinen, das Vorhaben, dessen Fertigstellung für 2032 angedacht ist, Arbeitsplätze und wirtschaftliches Wachstum schaffen kann. Kritiker sind jedoch der Meinung, dass der Bau durch die Austrocknung der Wasservorräte erhebliche Umweltgefahren birgt.

Wir haben italienische Artikel gefunden, die bestätigen, dass das Ereignis in Turin im November 2018 stattgefunden hat. Und die in diesen Artikeln verwendeten Lichtbilder sind fast deckungsgleich mit denen, die fälschlicherweise behaupten, einen Protest in Kiew zu zeigen. Wenn wir beide Bilder vergleichen, können wir sehen, dass sie fast deckungsgleich sind. Zum Beispiel sehen wir hier dasselbe Spruchband mit den italienischen Flaggen und auch das Baugerüst an diesem Gebäude, was bedeutet, dass das weitverbreitete Bild in den sozialen Medien und das auf den chinesischen Plattformen verbreitet wurde, nicht richtig eingefangen wurde.

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