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Bahnstrecke Lyon-Turin: Warum das Riesenvorhaben seit Jahrzehnten umstritten ist

Kundgebung von Gegnern des Vorhabens (Aufnahme vom Juli 2019)
Kundgebung von Gegnern des Vorhabens (Aufnahme vom Juli 2019) Copyright Luca Bruno/Copyright 2019 The AP. All rights reserved
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Von euronews
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Eine neue Zugverbindung soll die französische Großstadt Lyon mit Turin in Italien verbinden. Dafür braucht es einen Tunnel mit einer Länge von mehr als 50 Kilometern. Der Streit tobt immer noch. Wir zeigen Ihnen die Hintergründe.

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Weniger Lastwagen auf der Straße und mehr Frachtverkehr auf den Schienen. Das ist einer der Gedanken hinter einer neuen Bahnverbindung zwischen Lyon in Frankreich und Turin in Italien. Dieses Vorhaben gibt es seit Jahrzehnten, aber der Streit um Vor- und Nachteile tobt immer noch.

Stéphane Guggino vom Unternehmen La Transalpine, das hinter der neuen Verbindung steht, meint: „Der Klimanotstand besteht darin, dass jedes Jahr drei Millionen Schwerlastfahrzeuge zwischen Frankreich und Italien unterwegs sind. Wenn kein Tunnel gebaut wird, bleiben die LKW auf der Straße."

Alberto Poggio, ein Gegner des Vorhabens, entgegnet, die Nachteile seien deutlich größer als der Nutzen: „Um die gesamte Strecke Turin-Lyon zu bauen, gibt es einen Nettoausstoß von Kohlendioxid in Höhe von 10 Millionen Tonnen. Schätzungen gehen von Wassermengen von 600 bis 1000 Litern pro Sekunde aus, die während der Bauarbeiten aus den Stollen geschleudert werden. (...) Das ist in etwa so, als würde einem großen Teil von Turin oder einem großen Teil von Lyon das Wasser ausgehen", sagt Poggio.

Guggino meint: „Heute macht diese Entwässerung 1 % des Abflusses des Flusses Arc aus. Man kann davon ausgehen, dass es Vorteile gibt wie: Verlagerung der Lkw auf die Schiene, weniger Unfälle, weniger Verschleiß, die Zuverlässigkeit des Handels, Annäherung von Völkern und Gebieten... Es handelt sich um eine Investition, die getätigt werden kann."

57,5 Kilometer langer Tunnel

Es gibt bereits eine Bahnstrecke zwischen Lyon und Turin. Die neue Verbindung sieht unter anderem einen 57,5 Kilometer langen Tunnel vor, wovon 45 Kilometer auf französischem Staatsgebiet liegen. Aber ist die jetzige Strecke überhaupt ausreichend ausgelastet?

Die grüne Europaabgeordnete Gwendoline Delbos-Corfield sagt: „Sicher ist: Mit der bestehenden Verbindung und ohne Tunnel kann der Bedarf gedeckt werden."

Die Auswirkungen der Bauarbeiten verärgern die Bevölkerung. Philippe Delhomme von der Bürgerinitiative Vivre et Agir en Maurienne berichtet: „Das tägliche Leben der kleinen Dörfer, durch die die Müll- oder Lastwagen fahren, wird gestört. Es geht nur noch um Bauarbeiten, Müll und es gibt eine ungeheuerliche Verschwendung in Landschaften, die einst Leben ermöglichten."

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