EU setzt Russlands größtes Diamantenunternehmen und seinen CEO auf die Sanktionsliste

Die EU hat am Mittwoch, den 3\. Januar 2024, Russlands größtes Diamantenförderunternehmen auf ihre Sanktionsliste gesetzt
Die EU hat am Mittwoch, den 3\. Januar 2024, Russlands größtes Diamantenförderunternehmen auf ihre Sanktionsliste gesetzt Copyright Bebeto Matthews/Copyright 2022 The AP. All rights reserved.
Von Mared Gwyn Jones
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Die Europäische Union hat am Mittwoch das russische Unternehmen PJSC Alrosa, den größten Diamantenproduzenten der Welt, und seinen Vorstandsvorsitzenden Pavel Alekseevich Marinychev auf ihre Sanktionsliste gesetzt.

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Das Unternehmen PJSC Alrosa, das sich im Besitz des russischen Staats befindet, ist für über 90 Prozent der gesamten russischen Diamantenproduktion verantwortlich und stellt für den Kreml eine äußerst wertvolle Einnahmequelle dar.

Die EU teilte am Mittwoch mit, dass Alrosa und sein Vorstandsvorsitzender Pavel Alekseevich Marinychev auf die Liste der sanktionierten Personen und Organisationen gesetzt wurden - wegen "Handlungen, die die territoriale Unversehrtheit, Souveränität und Unabhängigkeit der Ukraine untergraben oder bedrohen".

"Das Unternehmen ist ein wichtiger Teil eines Wirtschaftssektors, der der Regierung der Russischen Föderation beträchtliche Einnahmen beschert", hieß es weiter.

Seit dem Einmarsch der russischen Truppen in die Ukraine im Februar 2022 sind rund 1950 Unternehmen und Einzelpersonen mit EU-Sanktionen belegt worden. Die G7-Staaten koordinieren Bemühungen, die Einnahmen des russischen Staates weiter zu schmälern, um seine Kriegsanstrengungen in der Ukraine zu behindern.

Kein Schmuck und keine Diamanten aus Russland mehr

Die Aufnahme von Alrosa in die Sanktionsliste folgt einer Entscheidung der Europäischen Union vom Dezember, die Einfuhr, den Kauf oder den Transfer von natürlichen und synthetischen Diamanten aus Russland zu verbieten. Das Verbot war Teil des seit langem erwarteten zwölften Sanktionspakets gegen Moskau. 

Das Einfuhrverbot soll am 1. März in Kraft treten und gilt zunächst für Diamanten und Schmuck aus Russland, ab dem 1. September dann auch für im Labor hergestellte  Diamanten und diamantenhaltige Uhren.

Der Schritt erfolgt, nachdem Russland seine Angriffe auf ukrainische Städte über den Jahreswechsel intensiviert hat. Am Dienstag wurden Kiew und Charkiw Ziel einer neuen Welle von tödlichen Raketen- und Drohnenangriffen. Nach ukrainischen Angaben wurden dabei mindestens fünf Zivilisten getötet.

Vorausgegangen war ein ukrainischer Luftangriff auf die russische Stadt Belgorod, der nach den Worten des russischen Präsidenten Wladimir Putin nicht ungestraft bleiben wird.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj reagierte am Dienstag auf die schweren Bombardierungen und versprach, dass Russland für die verlorenen Menschenleben "geradestehen" werde.

Auch die Staats- und Regierungschefs der EU haben mit scharfen Worten auf die neue Angriffswelle reagiert. Der Spitzendiplomat der EU, Josep Borrell, sagte am Dienstag auf der Social-Media-Plattform X, dass "Russland für seine Kriegsverbrechen zur Rechenschaft gezogen wird".

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