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Paris nach Linksruck: Erleichterung aber auch viele offene Fragen

Der französische Ministerpräsident Gabriel Attal (links) und der französische Präsident Emmanuel Macron (rechts) am 18. Juni 2024.
Der französische Ministerpräsident Gabriel Attal (links) und der französische Präsident Emmanuel Macron (rechts) am 18. Juni 2024. Copyright Ludovic Marin/AP
Copyright Ludovic Marin/AP
Von Heilika Leinus
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Kein Rechtsruck in Frankreich, doch die Mehrheitsverhältnisse sind nach dem Überraschungssieg der Linken kompliziert. In die Freude vieler Pariser über das Wahlergebnis vom Sonntag mischt sich auch ein wenig Sorge.

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Das Linksbündnis Nouveau Front Populaire gewann die Parlamentswahl in Frankreich. Die rechtspopulistische Rassemblement National dagegen war bei den Wahlen weniger erfolgreich als erwartet. Deshalb fühlten sich viele Befragten auf den Straßen der französischen Hauptstadt erleichtert.

"Ich habe mich in dieses Land verliebt"

"Ehrlich gesagt ist es eine Erleichterung, denn ich sehe Frankreich wieder so, wie ich es kenne", erzählte Schullehrer Rachid Sabry (60) Euronews. "Ich bin vor ein paar Jahrzehnten als Student hierhergekommen und habe mich in dieses Land verliebt. Ich habe eine Familie mit einer Französin gegründet. Es stimmt, dass ich mir vor ein paar Wochen einige Fragen gestellt habe, aber jetzt fühle ich mich viel besser."

Dennoch ist Sabry überzeugt, dass die Rechtspopulisten, die sich öffentlich gegen Einwanderung stellen, noch nicht als besiegt erklärt werden können. "Das heißt aber nicht, dass es vorbei ist. Wir müssen uns weiter engagieren", betonte er.

"Es hat mich riesig gefreut, dass sich das Linksbündnis zusammengefunden hat und es geschafft hat", fügte Sibylle Lavalle (30) hinzu. "Jetzt muss es sich engagieren. Es trägt eine große Verantwortung gegenüber den Menschen, die es gewählt haben."

Pattsituationen möglich

Welche Parteien die neue französische Regierung stellen werden, steht allerdings noch nicht fest. Da sich keine Partei eine parlamentarische Mehrheit sichern konnte, könnte es in der Nationalversammlung künftig häufig zu einer Pattsituation kommen. Daher fragen sich einige Menschen in Frankreich, wie es im Parlament aussehen wird. "Ich denke, dass es bei dieser seltsamen Sitzverteilung sehr spannend wird!" sagte Rechtsanwaltsgehilfe Nadine Dupuis (60) Euronews.

Das Mitte-Lager Ensemble von Präsident Emmanuel Macron, das bisher regierte, landete auf Platz zwei. Das heißt, dass Macron, der sich derzeit keiner großen Beliebtheit erfreut, Allianzen schmieden müsste, um regieren zu können.

Dabei sind die Linken weit entfernt von einer absoluten Mehrheit und außerdem fehlt es ihnen an einer gemeinsamen Führung.

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