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Dänischer Außenminister: "Klar, dass Trump Grönland erobern will"

Minister Dänemarks, Lars Løkke Rasmussen, und der grönländische Außenminister Vivian Motzfeldt
Minister Dänemarks, Lars Løkke Rasmussen, und der grönländische Außenminister Vivian Motzfeldt Copyright  Copyright 2025 The Associated Press. All rights reserved
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Von Shona Murray
Zuerst veröffentlicht am
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Der dänische Außenminister sagt nach schwierigen Gesprächen im Weißen Haus, dass er Trump nicht überzeugen konnte: "Der US-Präsident will Grönland erobern." Die europäischen Verbündeten beteiligen sich an einer Truppenmission in Grönland, um ihre Unterstützung für Dänemark zu zeigen.

Ein Treffen zwischen dem dänischen Außenminister und seinem grönländischen Amtskollegen mit Vertretern der Trump-Regierung brachte keine Lösung. US-Präsident Donald Trump hat auch bis kurz vor dem Treffen immer wieder betont, dass Washington die Aktis-Insel aus Gründen der nationalen Sicherheit kontrollieren müsse.

Die Gespräche konnten die Trump-Regierung nicht dazu bewegen, von ihrer kriegerischen Rhetorik in Bezug auf das Territorium abzulassen. Grönland gehört zum EU-Land Dänemark. Nach Ansicht des Weißen Hauses muss die Arktis-Insel "auf die eine oder andere Weise" unter US-Kontrolle gestellt werden muss, auch mit militärischen Mitteln.

"Es ist uns nicht gelungen, die amerikanische Position zu ändern"

An dem Treffen nahmen der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen, die grönländische Außenministerin Vivian Motzfeldt und US-Vertreter wie Vizepräsident JD Vance und Außenminister Marco Rubio teil. Rasmussen sagte, der Ton sei offen und konstruktiv gewesen, räumte aber ein, dass es grundlegende Meinungsverschiedenheiten gebe.

"Es ist uns nicht gelungen, die amerikanische Position zu ändern", sagte er vor Reportern in Washington. "Es ist klar, dass der Präsident den Wunsch hat, Grönland zu erobern."

Rasmussen wies Trumps Behauptungen zurück, dass auf der halbautonomen Insel Grönland "überall chinesische Zerstörer und U-Boote" lauern würden, wenn die USA das Gebiet nicht kontrollierten.

"Wir hatten die Gelegenheit, das Narrativ des Präsidenten in Frage zu stellen", sagte er Rasmussen, nämlich, "dass wir überall chinesische Kriegsschiffe haben. Seit etwa einem Jahrzehnt hat es kein einziges (chinesisches Schiff) mehr gegeben", sagte er unter Berufung auf dänische Geheimdienstinformationen.

Arbeitsgruppe soll "gemeinsamen Weg" finden

Als positivstes Ergebnis des Treffens bezeichneten dänische Beamte, dass sich die Regierungen Grönlands, Dänemarks und der USA darauf geeinigt haben, eine hochrangige Arbeitsgruppe einzurichten, die im Anschluss an die Gespräche einen "gemeinsamen Weg" finden soll.

Die beiden werden prüfen, ob es eine Möglichkeit gibt, den Bedenken des Präsidenten Rechnung zu tragen und gleichzeitig die Grenzen des Königreichs Dänemark zu respektieren", sagte er. Die dänischen Behörden haben wiederholt erklärt, dass Grönland nicht zum Verkauf steht. Umfragen zeigen auch, dass die überwiegende Mehrheit der grönländischen Bevölkerung keinen Anschluss an die USA wünscht.

Rasmussen sagte, es sei nicht klar, ob ein Kompromiss gefunden werden könne. Das Treffen dauerte dann mehr als zwei Stunden. Außenministerin Vivian Motzfeldt stimmte mit ihrem Amtskollegen überein und sagte, die USA und Grönland müssten zu einem Rahmen zurückkehren, der zu einer "normalisierten Beziehung" führen könne.

EU-Partner schicken Truppen nach Grönland

Unterdessen kündigten Dänemark und Schweden am Mittwoch angesichts der zunehmenden Instabilität die Entsendung von Soldaten und Militärübungen nach Grönland an. Auch Paris und Berlin werden sich an dem gemeinsamen Truppeneinsatz beteiligen, um die Sicherheit in der Arktis zu gewährleisten.

"Die dänischen Verteidigungskräfte werden in den kommenden Wochen gemeinsam mit mehreren arktischen und europäischen Verbündeten prüfen, wie eine verstärkte Präsenz und Übungsaktivität in der Arktis umgesetzt werden kann", sagte der dänische Außenminister Troels Lund Poulsen.

Um ihren Anspruch auf Grönland zu rechtfertigen, hat die Trump-Regierung wiederholt behauptet, die Europäer und insbesondere Dänemark könnten die Sicherheit des Territoriums oder der Arktis nicht gegen böswillige Akteure aus Russland und China garantieren, was nur die USA könnten.

Das Weiße Haus besteht darauf, dass es "auf die eine oder andere Weise" die Kontrolle über die Insel erlangen wird.

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