Was tun, damit es besser klappt mit der Integration von Flüchtlingen in Europa? Wie kann Neuankömmlingen geholfen werden, sozial und wirtschaftlich wieder Fuß zu fassen? Eine Euronews-Reportage aus den Niederlanden.
Fleur Bakker ist eine der erfolgreichsten Sozialunternehmerinnen der Niederlande. Sie ist Gründerin von “A Beautiful Mess”. In den schicken Restaurants bekommen Asylbewerber und Flüchtlinge ein bezahltes Job-Training. Auch Menschen ohne Sprachkenntnisse dürfen mitmachen.
Bakker startete vor elf Jahren fast ohne Geld. Heute umfasst ihr erfolgreiches Unternehmen bereits acht Restaurants und Flüchtlings-Cafés in drei Städten: „2026 erwarten wir einen Umsatz von fünf Millionen Euro. Etwa 300 Menschen befinden sich in unseren Trainingsprogrammen. Darauf bin ich stolz.”
Behörden und Privatwirtschaft unterstützen die Initiative ebenso wie Bürgermeister großer Städte. Sie wissen, wie wichtig es ist, Flüchtlinge möglichst früh in den Arbeitsmarkt zu integrieren.
In Arnheim eröffnete vor sechs Monaten die jüngste Filiale von “A Beautiful Mess”. Küchenchef ist Ayman Momo aus Syrien. In Damaskus besaß er ein Restaurant mit 250 Plätzen, “Zum Knusprigen Ayman”. Dann kam der Krieg. “Mein Traum sind Restaurants überall in Europa”, sagt Momo, “in Deutschland, Belgien, Schweden…”
Sogar der Arnheimer Bürgermeister speist in „A Beautiful Mess“. Ahmed Marcouch im Euronews-Interview: „Ich komme selbst aus einem weit entfernten Land. Als ich hier ankam, war ich 10 Jahre alt. Was hilft, ist, dass man sich als Neuankömmling willkommen fühlt, mit einer Ausbildung beginnt, die Sprache lernt, die Kultur des neuen Landes annimmt, sich am Arbeitsmarkt beteiligt und Menschen kennenlernt. Und genau das organisieren sie bei A Beautiful Mess: Arbeit, Ausbildung und das Kennenlernen der Einheimischen.”