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Villa Certosa verkauft: Berlusconis Residenz geht an Katar-Investoren

Teilansicht des Innenbereichs der Villa Certosa in Porto Rotondo auf Sardinien, veröffentlicht am Freitag, dem 29. Juli 2004.
Teilansicht des Innenbereichs der Villa Certosa in Porto Rotondo auf Sardinien, veröffentlicht am Freitag, dem 29. Juli 2004. Copyright  ANTONIO SATTA/AP2004
Copyright ANTONIO SATTA/AP2004
Von Stefania De Michele
Zuerst veröffentlicht am
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Die berühmte Residenz Villa Certosa von Silvio Berlusconi in Porto Rotondo soll an Investoren mit Qatar-Verbindungen verkauft worden sein und könnte in ein Luxusresort umgewandelt werden.

Vom US-Präsidenten George W. Bush über den britischen Premier Tony Blair bis zu Wladimir Putin, José María Aznar, José Luis Rodríguez Zapatero und Mirek Topolánek: Villa Certosa galt über Jahre als einer der exklusivsten und abgeschirmtesten Orte der internationalen Diplomatie.

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Die prominente Sommerresidenz von Silvio Berlusconi liegt am Golf von Marinella bei Porto Rotondo. Dort fanden politische Gespräche, informelle Gipfel und entscheidende Momente der jüngeren italienischen Geschichte statt. In den Amtszeiten Berlusconis stufte der Staat die Villa sogar als „Ausweichsitz mit höchster Sicherheitsstufe zum Schutz des Ministerpräsidenten“ ein.

Seit dem zwölften Juni 2023, dem Todestag des Cavaliere, und nach der Entscheidung seiner Erben, Villa Certosa zu verkaufen, kursieren zahlreiche Spekulationen über mögliche Käufer der historischen Residenz in Porto Rotondo. Auf inoffiziellen Listen tauchten der Sultan von Brunei auf, wohlhabende, nicht namentlich genannte arabische Investoren und sogar einige große internationale Hotelketten, die Interesse an dem Anwesen zeigten.

Nun scheint die Verhandlung einen konkreten Wendepunkt erreicht zu haben. Immobiliare Idra, eine Gesellschaft der Fininvest-Gruppe, hat bestätigt, ein bindendes Angebot ausländischer Investoren für die Übernahme der Villa angenommen zu haben.

Laut Medienberichten betrifft das Geschäft Constellation Hotels Holding, ein in Luxemburg ansässiges Unternehmen, das mit der katarischen Familie Al Thani und insbesondere mit Scheich Hamad bin Jassim verbunden ist.

Villa Certosa: Symbol für Luxus und Macht

Villa Certosa zählt zu den spektakulärsten Privatresidenzen der Welt. Silvio Berlusconi kaufte das Anwesen in den achtziger Jahren und ließ es später mit Unterstützung des Architekten Gianni Gamondi erheblich ausbauen.

Der Komplex umfasst sieben Pools, eigene Gästevillen, Spa-Bereiche, Fußball- und Golfplätze, Wellnesszonen, einen Hubschrauberlandeplatz, einen Atombunker, einen künstlichen Vulkan, Themengärten und sogar einen Bereich für Thalassotherapie.

Eigentümerin ist Immobiliare Idra, die auch andere historische Residenzen der Familie Berlusconi verwaltet, darunter Villa San Martino in Arcore, Villa Macherio und Villa Grande in Rom.

April 2008: Handschlag zwischen Putin und Berlusconi nach Gesprächen in Villa Certosa in Porto Rotondo
April 2008: Handschlag zwischen Putin und Berlusconi nach Gesprächen in Villa Certosa in Porto Rotondo AP Photo

Zukunft als Fünf-Sterne-Resort

Die katarischen Investoren engagieren sich seit Jahren auf Sardinien mit bedeutenden Immobilien- und Gesundheitsprojekten – von der Costa Smeralda bis zum Mater Olbia Hospital.

Aufgrund der Größe und Ausstattung des Anwesens dürfte die Zukunft von Villa Certosa eng mit der Luxushotellerie verknüpft sein. Die wahrscheinlichste Variante ist der Umbau der Anlage in ein exklusives Fünf-Sterne-Resort für eine internationale Kundschaft mit sehr hoher Kaufkraft.

Mit dem Eigentümerwechsel schließt sich endgültig ein symbolträchtiges Kapitel der jüngeren italienischen Geschichte: jene Epoche der Villa, die wie keine andere für Macht, Luxus und die politische Ära Silvio Berlusconis stand.

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