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Neuer Europol-Bericht: Das sind die gefährlichsten kriminellen Netzwerke in der EU

Außenansicht der Europol-Zentrale in Den Haag in den Niederlanden, aufgenommen am Freitag, dem 2. Dezember 2016.
Außenansicht der Europol-Zentrale in Den Haag, Niederlande, am Freitag, dem zweiten Dezember 2016. Copyright  AP Photo
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Von Amandine Hess
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Die Strafverfolgungsbehörde der EU warnt: Kriminelle Netzwerke nutzen Schwachstellen in Finanzsystemen und digitaler Infrastruktur, agieren grenzüberschreitend und passen sich rasch an.

Die organisierte Kriminalität in der EU entwickelt sich rasant. Sie wird immer professioneller, transnationaler und widerstandsfähiger, wie die EU-Polizeibehörde Europol am Freitag betonte.

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Erschreckende 731 kriminelle Netzwerke sind innerhalb der EU aktiv. Sie zählen mehr als 400 000 Mitglieder aus 118 Staatsangehörigkeiten.

Ihr Kerngeschäft ist der Drogenhandel, gefolgt von Betrug und Online-Betrug.

Europol weist besonders auf den Anstieg der Cyberkriminalität hin.

„Alle Kriminalität hat inzwischen einen digitalen Nährboden und wird durch KI und Technologie beschleunigt“, sagte Jürgen Ebner, kommissarischer Direktor von Europol, am Freitag bei einer Pressekonferenz in Brüssel.

Die Netzwerke nutzen zudem Schwachstellen in Finanzsystemen und im globalen Handel.

„Sie verfügen über eine sehr starke finanzielle Basis. Sie setzen hochentwickelte Gegenmaßnahmen ein und bedienen sich umfassender Korruption. Es handelt sich um weltweit vernetzte Zellen in der EU und weit darüber hinaus, also um ein internationales Unternehmen“, erläuterte Ebner.

Er betonte, die Strafverfolgungsbehörden müssten das Verhältnis zwischen organisierter Kriminalität und Gesellschaft stärker in den Blick nehmen.

Denn fünfundachtzig Prozent der gefährlichsten kriminellen Netzwerke nutzen legale Unternehmensstrukturen, um ihre Straftaten zu erleichtern.

Europol betont, dass es nicht reicht, einzelne Personen zu verfolgen und besonders hochrangige Zielpersonen zu identifizieren. Solange das Geschäftsmodell intakt bleibt, rücken andere nach und ersetzen sie.

„Am Ende geht es uns nicht nur darum, einzelne Täter festzunehmen. Wir wollen ganze kriminelle Netzwerke identifizieren, stören und zerschlagen, ihre Führungsstrukturen treffen und ihnen die Vermögenswerte und Gewinne entziehen, die ihre Aktivitäten am Leben halten“, sagte Themistos Arnaoutis, Chef der Polizei Zyperns.

Daher empfiehlt die EU-Behörde, die Zusammenarbeit in europäischen Logistikdrehscheiben wie der Port Alliance zu stärken. Diese öffentlich-private Partnerschaft wurde 2024 ins Leben gerufen, um Häfen besser vor Drogenhandel und krimineller Unterwanderung zu schützen.

Weitere Empfehlungen sind ein stärkerer grenzüberschreitender Polizeieinsatz, mehr Investitionen in die Zerschlagung krimineller digitaler Infrastrukturen und das konsequente Verfolgen von Geldströmen, um illegale Vermögen zurückzuholen.

„Die Stärke krimineller Netzwerke liegt in ihrer Fähigkeit, über Grenzen hinweg zu agieren“, sagte Arnaoutis. „Unsere Stärke muss deshalb darin liegen, genauso grenzenüberschreitend zusammenzuarbeiten.“

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