Der von den Behörden als "sehr aggressiv" und "außergewöhnlich groß" eingestufte Brand brach am Sonntagnachmittag im Wald von Fontainebleau, rund 60 Kilometer südöstlich von Paris, aus.
Ein Waldbrand im Forst von Fontainebleau südlich von Paris hält die Einsatzkräfte in Atem. Am Sonntag rückte die Feuerwehr aus, um die Flammen unter Kontrolle zu bringen.
Die Behörden sprachen von einem "sehr aggressiven" Feuer von "außergewöhnlichem Ausmaß". Der Brand hat bereits mehr als 800 Hektar Wald zerstört und breitet sich weiter aus. Wegen der rasanten Ausbreitung musste die Autobahn A6, die wichtigste Nord-Süd-Verbindung Frankreichs, teilweise gesperrt werden, teilten die Behörden am frühen Montag mit.
Mit Einbruch der Dunkelheit mussten die Löschflugzeuge ihre Einsätze vorübergehend einstellen. Im nahegelegenen Ort Vaudoué wurden rund 15 Häuser evakuiert. Die Feuerwehr schützte zudem mehrere weitere Ortschaften in der Umgebung, teilte der Brandschutzdienst des Départements Seine-et-Marne mit. Zwei Löschflugzeuge und rund 400 Feuerwehrleute waren im Einsatz, um die Flammen einzudämmen. Das Feuer war kurz vor dem Nationalfeiertag am 14. Juli und zum ersten großen Reisewochenende der Sommerferien ausgebrochen.
Eric Brocardi vom französischen Feuerwehrverband erklärte, erstmals seien Löschflugzeuge aus dem sonst heißeren und trockeneren Süden des Landes in die Region Paris verlegt worden, um dort Brände zu bekämpfen. Zusätzlich unterstützten zwei Löschhubschrauber und ein Aufklärungsflugzeug die Löscharbeiten, sagte er. "Es geht darum, Menschenleben und Sachwerte zu schützen", sagte er, während sich der Brand weiter ausbreitete.
Frankreich erlebt derzeit bereits die dritte Hitzewelle seit Mai. Dadurch steigt die Waldbrandgefahr deutlich. Die drei Hitzewellen haben in mehreren europäischen Ländern neue Temperaturrekorde gebracht. Schätzungen aus Belgien, Großbritannien, Frankreich und Spanien zufolge führten sie zu Tausenden zusätzlichen Todesfällen.
Innenminister Laurent Nunez, dessen Büro für Montag einen Besuch in Fontainebleau angekündigt hatte, erklärte, Waldbrände hätten in diesem Jahr bereits 17.000 Hektar Land zerstört. Nach Abschluss der Erhebungen dürften es rund 25.000 Hektar sein – "doppelt so viel wie im gleichen Zeitraum" des Jahres 2025, fügte er hinzu.