Die spanische Regierung stellt ein 570-Millionen-Euro-Paket vor, das mit Krediten, Finanzierungshilfe und Versicherungen die Investitionen spanischer Unternehmen in der Ukraine unterstützen soll - und so den Wiederaufbau dort.
Die spanische Regierung hat an diesem Mittwoch angekündigt, ihre Unterstützung für den Wiederaufbau der Ukraine mit einem neuen Paket von 570 Millionen Euro auszuweiten, das Investitionen spanischer Unternehmen im Land erleichtern soll.
Den Beschluss gab der erste Vizepräsident und Minister für Wirtschaft, Handel und Unternehmen, Carlos Cuerpo, diesen Mittwoch in Kyjiw bekannt. Dorthin war er zu einem offiziellen Besuch gemeinsam mit Vertretern der spanischen Wirtschaft gereist.
Die Finanzierung bündelt verschiedene öffentliche Instrumente, um unternehmerische Projekte in der Ukraine zu unterstützen. Von der zugesagten Summe stammen 200 Millionen Euro aus Mechanismen wie dem Fonds für die Internationalisierung der Unternehmen (FIEM); ein Teil fließt als Kredite, ein weiterer Teil als nicht rückzahlbare Zuschüsse. Hinzu kommen weitere 100 Millionen Euro, die über die Spanische Entwicklungsfinanzierungsgesellschaft Cofides in spanische Investitionen in der Ukraine gelenkt werden.
Außerdem verstärkt Spanien seine Unterstützung für Firmen, die in der Ukraine investieren wollen, mit einem neuen Paket aus Finanzierung und Risikoabsicherung im Umfang von 270 Millionen Euro. Der größte Teil stammt aus der Ausweitung der Risikodeckungslinie der spanischen Exportkreditagentur Cesce, deren Rahmen von 30 auf 250 Millionen Euro steigt, um spanische Investitionen in einem von Krieg geprägten Umfeld abzusichern.
Spanien unterstützt bei Risikoabsicherung
Bei seinem Besuch in Kyjiw erklärte Cuerpo, mit dieser Ausweitung reagiere Spanien darauf, dass diese Form der Absicherung "eines der am stärksten nachgefragten Instrumente" der Unternehmen sei, die auf dem ukrainischen Markt aktiv werden wollen. Der ursprüngliche Rahmen der im September 2023 eingerichteten Linie wird damit auf mehr als das Achtfache erhöht.
Die verbleibenden 20 Millionen Euro beruhen auf einem Abkommen zwischen dem Instituto de Crédito Oficial (ICO) und der ukrainischen Tochter der österreichischen Raiffeisen Bank. Laut Cuerpo besteht das Ziel darin, "die Ansiedlung spanischer kleiner und mittelständischer Unternehmen in der Ukraine zu fördern". Denn diese Unternehmen stießen "auf größere Hindernisse", weil sie über weniger Mittel verfügen, um Risiken zu tragen und Investitionschancen auszuloten.
Der Minister hob besonders das Interesse des spanischen Verteidigungssektors hervor. Dessen kleine und mittlere Unternehmen (KMU), so Cuerpo, könnten dank ihrer Innovationskraft zunehmend auf internationalen Märkten mithalten.
"Es entwickelt sich derzeit ein sehr dynamischer Bereich von KMU im Verteidigungssektor, die es schaffen, in sehr wettbewerbsintensive Märkte und Länder vorzudringen. Das gelingt auch, weil die Dynamik und Innovation dieser Unternehmen an Reichweite und Niveau zu den Besten aufgeschlossen hat", sagte Cuerpo bei einer Pressekonferenz gemeinsam mit dem ukrainischen Wirtschaftsminister Oleksij Sobolew.