Zum Schutz von Wissenschaftlern und Daten zieht das Institut die Notbremse. Die Trump-Regierung hat Milliardenbeträge aus der öffentlichen staatlichen Forschungsförderung gestrichen und etliche Wissenschaftler entlassen.
Das Greenland Institute of Natural Resources, führendes Forschungszentrum für Umwelt und natürliche Ressourcen auf der Arktisinsel, stoppt neue Kooperationen mit Partnern in den USA. So will die Einrichtung ihre Daten und ihre Wissenschaftler schützen.
"Ich kann bestätigen, dass wir … beschlossen haben, nur noch Projekte mit US-Partnern zu verfolgen, mit denen wir bereits zusammenarbeiten oder früher zusammengearbeitet haben", sagte Institutsdirektorin Josephine Nymand der Nachrichtenagentur AFP.
Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Spannungen um die Forderungen von US-Präsident Donald Trump, die mineralreiche Insel den USA einzuverleiben.
Zum Schutz der Daten und Wissenschaftler
In einem Interview mit Grönlands öffentlich-rechtlichem Sender KNR erklärte Nymand, die Entscheidung beruhe auf der Notwendigkeit, die Daten des Instituts und seine Wissenschaftler zu schützen. Sie verwies auf die Löschung großer Mengen wissenschaftlicher Daten durch die Trump-Regierung und darauf, dass einigen ausländischen Forschern und Forscherinnen die Einreise in die Vereinigten Staaten verweigert werde.
"Ich kann unseren Landsleuten wenig helfen, wenn sie bei der Einreise in die Vereinigten Staaten festgehalten werden", beklagte sie bei KNR. "Deshalb haben wir beschlossen, in der aktuellen Lage besser nicht dorthin zu reisen."
Die Spannungen um Grönland haben zuletzt wieder zugenommen.
US-Beziehungen zu Grönland stark belastet
In der vergangenen Woche belebte Trump seine Forderung vom Jahresbeginn wieder, dass Grönland, das teilautonome arktische Gebiet Dänemarks, "von den Vereinigten Staaten kontrolliert werden sollte". Damit stellte er monatelange diplomatische Bemühungen infrage, ihn von dieser Forderung abzubringen.
Auf Regierungswebseiten geraten Berichte und Daten zu Klima und Umwelt ins Visier. Viele sollen offenbar in großem Umfang gelöscht werden.
Das Greenland Institute of Natural Resources erforscht arktische Ökosysteme. Es überwacht zudem Umwelt und biologische Ressourcen der Insel.