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Gefälschtes Euronews-Video: "Korruptionsermittlungen" gegen Selenskyjs Eltern

Volodymyr Selenskyj spricht bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem britischen Premierminister Keir Starmer in Kyjiw, Ukraine, am 16. Juli 2026.
Wolodymyr Selenskyj spricht bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem britischen Premierminister Keir Starmer in Kyjiw, Ukraine, 16. Juli 2026 Copyright  AP Photo/Efrem Lukatsky
Copyright AP Photo/Efrem Lukatsky
Von James Thomas
Zuerst veröffentlicht am
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Ein in sozialen Netzwerken millionenfach geklicktes Video behauptet, die Eltern des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj würden wegen illegaler Bereicherung untersucht. Die Vorwürfe sind frei erfunden, zudem missbraucht der Clip das Euronews-Logo.

Ein im Netz kursierendes Fake-Video behauptet, das Nationale Antikorruptionsbüro der Ukraine (NABU) ermittle gegen die Eltern von Präsident Wolodymyr Selenskyj, weil 2025 angeblich elf Millionen Dollar (9,6 Millionen Euro) unrechtmäßig auf ihrem Bankkonto aufgetaucht seien.

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Der Clip nutzt das Design von „Europe Today“, der morgendlichen Livesendung von Euronews, um über die vermeintlichen Ermittlungen zu berichten. Demnach hätten Selenskyjs Eltern das Geld als Geschenk bezeichnet – einige Beiträge behaupten, es handle sich um ein Geschenk aus Steuergeldern europäischer Bürger.

In dem Video heißt es außerdem, die beiden seien festgenommen und kurz darauf nach Druck aus Selenskyjs Büro wieder freigelassen worden.

Tatsächlich ist nicht nur das Video gefälscht, sondern die gesamte Geschichte ist frei erfunden.

Das erste Bild des gefälschten Videos
Das erste Bild des gefälschten Videos Euronews

Euronews hat dieses Video nicht produziert. Und falls es daran noch Zweifel gibt: Die Sprecherstimme stammt eindeutig aus einer KI, und auf der Euronews-Website findet sich kein Hinweis auf eine solche Meldung.

Im Clip wird zudem ein Artikel des Nachrichtenportals Ukrainska Pravda genannt, der die angeblichen Ermittlungen beschreiben soll. Einen solchen Text gibt es jedoch nicht, er ist erfunden und nirgends online zu finden.

Außerdem hat das ukrainische Zentrum zur Bekämpfung von Desinformation, das dem Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrat der Ukraine untersteht, die Behauptungen des Videos entschieden zurückgewiesen.

Die Behörde erklärte, die Geschichte sei vollständig konstruiert und gehe auf die russische Desinformationskampagne „Matrjoschka“ zurück. Diese Kampagne erstellt gezielt Falschmeldungen, die wie Berichte seriöser Medien aussehen, um ihnen einen Anschein von Glaubwürdigkeit zu verleihen.

„Die russische Propaganda hat wiederholt ähnliche Fälschungen über den ‚riesigen Reichtum‘ oder ‚teure Anschaffungen‘ der Familie Selenskyj verbreitet. Sie wurden massenhaft in sozialen Netzwerken geteilt, auch im englischsprachigen Teil, um die Ukraine auf der internationalen Bühne zu diskreditieren“, erklärte die Behörde in einer Stellungnahme (Quelle auf Englisch).

Weiter hieß es, die Kampagne solle das Vertrauen der Verbündeten der Ukraine untergraben. Diese unterstützen Kyjiw weiterhin und geraten angesichts von Moskaus großangelegter Invasion, die inzwischen im fünften Jahr läuft, verstärkt ins Visier prorussischer Propaganda.

Das lässt sich belegen: The Cube, das Faktencheck-Team von Euronews, hat bereits mehrfach gefälschte Videos und Artikel entlarvt, die im Rahmen der Kampagne „Matrjoschka“ verbreitet wurden.

So behauptete etwa ein gefälschter BBC-Bericht, Selenskyj habe in seinem Büro ein gestohlenes Gemälde hängen. In einer weiteren Aktion verbreiteten die Urheber eine Reihe von Deepfakes mit Hollywood-Schauspielern, die Druck auf Europa ausüben sollten, einen Friedensplan zu russischen Bedingungen zu akzeptieren.

Auch Berichte über den angeblich riesigen und oft illegalen Reichtum Selenskyjs haben wir bereits geprüft. So hat The Cube falsche Vorwürfe widerlegt, ein NABU-Mitarbeiter sei aus der Behörde ausgeschieden, um ein angeblich riesiges Immobilienimperium des ukrainischen Präsidenten offenzulegen. Ebenfalls unbegründet ist die Behauptung, seine Frau Olena Selenska habe Millionen an Steuergeldern verwendet, um einen Sportwagen zu kaufen.

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