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Live. Liveblog zum CSD-Anschlag: Ermittler befürchten, dass Abdul B. noch mal zuschlagen könnte

Das Fahrzeug nach dem Angriff am Rande des Berliner CSD in Berlin, 26. Juli 2026.
Das Fahrzeug nach dem Angriff am Rande des Berliner CSD in Berlin, 26. Juli 2026. Copyright  AP Photo/Markus Schreiber
Copyright AP Photo/Markus Schreiber
Von Lena Roche & Verena Schad & Johanna Urbancik, Donogh McCabe
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Polizei und Generalstaatsanwaltschaft gehen von einem Anschlag aus, nachdem ein Transporter in eine Menschenmenge gefahren war. Die Ermittler fahnden nach einem 21-jährigen mutmaßlichen Islamisten.

Verganene Nacht ist am Rande des Christopher Street Days (CSD) gegen 22 Uhr im Berliner Tiergarten ein weißer Transporter in eine Menschenmenge gefahren. Dabei wurde eine Frau getötet, mindestens 25 weitere wurden verletzt – drei von ihnen lebensgefährlich, acht schwer und fünf leicht.

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Die Polizei und Generalstaatsanwaltschaft gehen inzwischen von einem Anschlag aus. Das Tatfahrzeug wurde verlassen am Einsatzort gefunden und der Täter ist weiterhin auf der Flucht. Die Ermittler fahnden nach dem 21-jährigen Abdul B., der den Behörden als Islamist bekannt ist. Nach Informationen des Spiegel soll er mit der Terrororganisation "Islamischer Staat" sympathisiert haben.

Verfolgen Sie alle aktuellen Entwicklungen in unserem Liveblog.

Polizei fahndet öffentlich nach Abdul B.

Polizei und Staatsanwaltschaft fahnden mit einem veröffentlichten Foto nach dem Tatverdächtigen 21-jährigen Abdul B. Der Gesuchte ist etwa 1,90 Meter groß, schlank, hat schwarze Haare und trug zuletzt einen schwarzen Hoodie sowie eine weiße Hose.

Die Ermittler warnen, dass der Mann möglicherweise bewaffnet und gefährlich sein könnte.

Die Polizei bittet Zeugen dringend, Abdul B. nicht selbst anzusprechen, sondern sich bei Hinweisen umgehend über den Notruf 110 oder bei jeder Polizeidienststelle zu melden.

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Polizei jagt mutmaßlichen CSD-Attentäter

Nach der tödlichen Attacke auf den Christopher Street Day hat die Berliner Polizei eine Öffentlichkeitsfahndung eingeleitet. Im Mittelpunkt steht der 21-jährige Abdul B.. Der mutmaßliche Islamist soll bereits polizeibekannt sein. Bei dem Anschlag wurde eine Frau getötet, 16 Menschen erlitten Verletzungen – drei von ihnen kämpfen weiterhin um ihr Leben.

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Angst vor nächstem Anschlag

Die Sicherheitsbehörden befürchten offenbar, dass der Täter erneut zuschlagen könnte. Nach Informationen aus Ermittlerkreisen wird die Gefährdungslage weiterhin als hoch eingeschätzt.

Auslöser der Befürchtung ist unter anderem ein ungewöhnliches Detail: Der Lieferwagen soll auf den Namen des mutmaßlichen Täters angemietet worden sein. Für die Ermittler ist das bemerkenswert, weil ihm bewusst gewesen sein musste, dass seine Identität dadurch nach der Tat vergleichsweise schnell bekannt werden würde.

Deshalb wird nun geprüft, ob der 21-Jährige von Anfang an damit gerechnet hatte, enttarnt zu werden – und möglicherweise weitere Anschläge eingeplant haben könnte.

Zudem gehen die Fahnder der Frage nach, ob der Verdächtige tatsächlich allein handelte. Nach Informationen aus Ermittlerkreisen wird untersucht, ob weitere Personen an der Tat beteiligt gewesen sein oder ihn bei der Vorbereitung und Flucht unterstützt haben könnten. Mit Hochdruck versuchen die Sicherheitsbehörden nun, den Aufenthaltsort des 21-Jährigen zu ermitteln und mögliche Kontakte zu Unterstützern nachzuvollziehen.

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Abdul B. soll schon einmal einen Anschlag geplant haben

Der Tatverdächtige polizeibekannte Abdul B. soll nach Bild-Informationen bereits schon einmal einen Anschlag geplant haben. Damals soll er sich in den Libanon abgesetzt haben und soll von den Behörden zurückgebracht worden sein. Nach einem Jugendarrest, aus dem er im Mai entlassen wurde, sollte er an einem Deradikalisierungskurs teilnehmen. Zwei Termine soll bereits wahrgenommen haben, für morgen war ein weiterer Termin geplant.

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Grüne verlangen Aufklärung über Behördenkenntnisse

Nach dem Anschlag fordern die Grünen eine umfassende Aufklärung. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Konstantin von Notz verlangt Klarheit darüber, welche Erkenntnisse die Sicherheitsbehörden über den mutmaßlichen Täter hatten, wie gefährlich sie ihn einschätzten und ob mögliche Warnhinweise ausreichend ernst genommen wurden. Zudem betonte er, CSD-Veranstaltungen seien seit Jahren bekannte Ziele extremistischer Gewalt.

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Gedenkveranstaltung aus Sicherheitsgründen abgesagt

Eine für Sonntag geplante Gedenkveranstaltung am Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen ist abgesagt worden. Der LSVD – Verband Queere Vielfalt begründete die Entscheidung mit der aktuellen Sicherheitslage und kündigte gemeinsam mit dem CSD Berlin eine zentrale Gedenkveranstaltung in den kommenden Tagen an.

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Schwerverletzte werden in der Charité behandelt

Die Charité in Berlin hat nach eigenen Angaben in der Nacht acht Menschen aufgenommen, die auf dem CSD verletzt worden waren. Vier konnten das Universitätsklinikum bereits verlassen. Die anderen vier Personen werden auf der Intensivstationen behandelt. Es bestehe zum jetzigen Zeitpunkt keine Lebensgefahr.

Die #CharitéBerlin hat gestern Nacht acht auf dem #CSD verletzte Menschen versorgt, vier konnten inzwischen entlassen werden. Vier Patient:innen werden aktuell…

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Große Fahndungsaktion an der dänischen Grenze

Im Zuge der bundesweiten Fahndung nach dem flüchtigen Tatverdächtigen Abdul B. hat die Bundespolizei ihre Kontrollen an der deutsch-dänischen Grenze deutlich verstärkt. Auf der A7 kurz vor dem Grenzübergang Handewitt wird der Verkehr auf eine Fahrspur reduziert. Schwer bewaffnete Einsatzkräfte ziehen verdächtige Fahrzeuge gezielt aus dem Verkehr und kontrollieren Fahrer sowie Insassen. Autofahrer müssen in Richtung Dänemark mit erheblichen Verzögerungen und langen Staus rechnen.

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Klöckner ordnet Trauerbeflaggung an

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner hat nach dem Anschlag auf den Berliner CSD Trauerbeflaggung am Deutschen Bundestag angeordnet. Sie zeigte sich „zutiefst erschüttert“, sprach den Opfern und ihren Angehörigen ihr Mitgefühl aus und betonte, der Angriff auf Menschen, die für Freiheit und Vielfalt einstehen, sei zugleich ein Angriff auf die Demokratie. Den Einsatzkräften dankte sie für ihr schnelles Handeln.

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Gedenkveranstaltung und Trauermarsch

Mehrere Gedenkveranstaltungen wurden angemeldet. Um 16.30 Uhr soll in der Marienkirche am Alexanderplatz einen Gedenkgottesdienst stattfinden. Von dort aus startet im Anschluss ein Trauermarsch in Richtung Brandenburger Tor, der von der queeren Opferberatungsstelle Maneo organisiert wird. Daran will nach Angaben der Organisatoren auch Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) teilnehmen. Um 14 Uhr soll eine weitere Trauerveranstaltung am Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor stattfinden.

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Amsterdam erhöht Sicherheitsvorkehrungen bei World Pride

Der tödliche Anschlag auf den CSD in Berlin hat auch Auswirkungen auf die derzeit in Amsterdam laufende World Pride. Die niederländischen Behörden kündigten an, die Sicherheitsmaßnahmen dort weiter zu verstärken. Bürgermeisterin Femke Halsema erklärte laut der Nachrichtenagentur ANP, zusätzliche Schutzmaßnahmen würden umgesetzt.

Die World Pride zählt zu den weltweit größten Veranstaltungen der LGBTQI+-Community und wird in diesem Jahr erstmals in Amsterdam ausgerichtet. Zu den Feierlichkeiten werden Hunderttausende Besucher erwartet. Höhepunkt ist die traditionelle Grachtenparade am kommenden Samstag.

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Dobrindt und Wegner treten am Tatort vor die Presse

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) wollen gegen Mittag über den aktuellen Stand der Ermittlungen informieren.

Die Pressekonferenz ist für 13 Uhr am Tatort im Berliner Tiergarten angesetzt.

Auch Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel wird daran teilnehmen.

Euronews wird vom Ort des Geschehens berichten und über die wichtigsten Aussagen informieren. Im Anschluss an eine Sondersitzung des Berliner Senats sind zudem für 16 Uhr weitere Pressestatements im Roten Rathaus angekündigt.

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Mobiltelefon von Abdul B. im Transporter gefunden

Das Mobiltelefon des gesuchten Tatverdächtigen Abdul B. soll im Transporter gefunden worden sein. Das berichtet die Bild Zeitung. Welche Erkenntnisse die Ermittler daraus gewinnen können, ist bislang offen.

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Neue Spur: Airbags nähren Verdacht auf zweiten Täter

Es verdichten sich die Hinweise, dass sich möglicherweise mehr als eine Person im Tatfahrzeug befand. Wie der Tagesspiegel unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtet, sollen bei dem Transporter sowohl der Fahrer- als auch der Beifahrerairbag ausgelöst haben.

Ob das tatsächlich auf einen zweiten Täter hindeutet, ist jedoch noch unklar. Je nach Fahrzeugmodell können bei einem Aufprall beide Airbags automatisch auslösen – oder nur dann, wenn beide Sitze besetzt sind. Die Ermittler prüfen deshalb derzeit die Technik des sichergestellten Fahrzeugs.

Bereits Früh am Sonntagmorgen hatte die Polizei mitgeteilt, dass nach der Tat „eine oder mehrere Personen“ aus dem Fahrzeug geflüchtet seien. Die Ermittlungen dauern an.

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Zahl der Verletzten steigt auf 25

Nach Informationen der Bild Zeitung ist die Zahl der Verletzten inzwischen auf 25 gestiegen. Drei Menschen schweben weiterhin in Lebensgefahr.

Unterdessen durchsuchen Polizisten den Berliner Tiergarten, an dessen Rand sich die Tat ereignet hat, nach weiteren Spuren und Hinweisen. Die Ermittler wollen unter anderem klären, welchen Fluchtweg der Täter nahm und ob er möglicherweise Komplizen hatte.

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Merz und Dobrinth im Austausch

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) steht nach Regierungsangaben in engem Austausch mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und den Sicherheitsbehörden. Demnach wird er per Videoschalte an einer Lagebesprechung des Bundesinnenministeriums teilnehmen. Über das weitere Vorgehen soll anschließend gemeinsam mit dem Land Berlin und den zuständigen Behörden entschieden werden. Berichte, wonach Merz bereits auf dem Weg nach Berlin sei, wurden aus Regierungskreisen zunächst nicht bestätigt.

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Generalbundesanwalt soll Ermittlungen übernehmen

Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) kündigte an, dass der Generalbundesanwalt den Fall übernehmen könnte. Voraussetzung sei, dass die gesetzlichen Bedingungen dafür erfüllt sind.

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Verdächtiger weiterhin auf der Flucht

Die Fahndung nach dem 21-jährigen Tatverdächtigen Abdul B. läuft weiter. Nach Angaben von Polizei und Generalstaatsanwaltschaft ist er den Sicherheitsbehörden als Islamist bekannt. Nach Informationen des Spiegel soll er mit der Terrororganisation "Islamischer Staat" sympathisiert haben.

Die Ermittler warnen davor, den Verdächtigen anzusprechen. Er könnte bewaffnet und gefährlich sein. Wer ihn erkennt, soll stattdessen umgehend die Polizei informieren. Nach dem Anschlag herrscht auch innerhalb der queeren Community große Bestürzung.

CSD-Moderatorin Ricarda Hofmann, die noch am Abend durch das Programm geführt hatte, schrieb auf Instagram, ihr fehlten angesichts der Tat die Worte. Der Angriff habe »etwas in mir verändert«, so Hofmann.

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