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Für neue KI-Generation: EU startet Ausschreibung für 7 Gigafabriken

Ein Datenzentrum von Meta in Dublin, Irland
Ein Datenzentrum von Meta in Dublin, Irland Copyright  AP Photo/Bram Janssen
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Von Luca Bertuzzi
Zuerst veröffentlicht am
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Angesichts wachsender Sorge über digitale Abhängigkeit treibt die EU-Kommission den Aufbau einer souveränen KI-Infrastruktur voran, die bis Mitte 2028 einsatzbereit sein soll.

Die EU-Kommission hat eine Ausschreibung gestartet: Bis zu sieben KI-Gigafabriken sollen mit öffentlichen Mitteln in Europa entstehen. Brüssel will damit eine eigene Infrastruktur aufbauen, um hochentwickelte KI-Modelle zu trainieren und im Wettlauf mit den globalen Tech-Konzernen aufzuholen.

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Wo die nächste Generation trainiert werden soll

KI-Gigafabriken sind riesige Rechenzentren mit hochspezialisierten Hochleistungs-Chips. Sie sind darauf ausgelegt, die nächste Generation von KI-Technologien zu trainieren – vor allem die fortschrittlichsten großen Sprachmodelle, die Billionen von Datenpunkten verarbeiten müssen.

Die Initiative ist Teil eines breiteren Vorstoßes für technologische Souveränität. Die EU will ihre Abhängigkeit von ausländischen Anbietern von Cloud-Diensten und Chips verringern.

Der weltweite Wettlauf um immer leistungsfähigere Modelle, die wirtschaftliche und militärische Durchbrüche versprechen, hat einen parallelen Wettbewerb um die nötige Infrastruktur ausgelöst. In den USA und in China laufen bereits riesige Rechenzentrums-Projekte.

Als Antwort darauf kündigte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen beim AI Action Summit in Paris im Februar 2025 den Plan an, KI-Gigafabriken in Europa aufzubauen. Ziel ist es, an den Erfolg des CERN-Labors in Genf anzuknüpfen.

Seitdem stößt das Vorhaben in der Industrie auf großes Interesse. 76 potenzielle Konsortien haben unverbindlich signalisiert, dass sie Projektvorschläge einreichen wollen.

Um diese Nachfrage aus der Privatwirtschaft zu bedienen und zugleich eine ausgewogene geografische Verteilung der Infrastruktur zu sichern, hat die Kommission den ursprünglichen Rahmen ausgeweitet: Statt vier oder fünf Gigafabriken sind nun bis zu sieben vorgesehen.

Kritik an schleppender Umsetzung

Zugleich steht die Kommission in der Kritik, weil sie den Start der Initiative mehrfach verschoben hat. Das bremst Europa aus und widerspricht der eigenen Rhetorik von der Dringlichkeit, zu den USA und China aufzuschließen.

Das Vergabeverfahren ist bereits in zwei aufeinanderfolgende Phasen geteilt. Mit einem gestaffelten Ansatz soll die Kapazität über die nächsten sechseinhalb Jahre nach und nach wachsen.

Grund für diese Staffelung ist vor allem ein Mangel an verfügbaren Mitteln. Ursprünglich schien die Kommission einen Fonds von 20 Milliarden Euro für die Gigafabriken anzustreben, hat ihre finanziellen Zusagen aber schrittweise zurückgefahren.

Zwei Drittel der Kosten aus Privatwirtschaft?

Der öffentliche Anteil an der Finanzierung liegt nur noch bei etwa einem Drittel der Gesamtinvestition. Die übrigen zwei Drittel sollen aus der Privatwirtschaft kommen. Von dem EU-Drittel übernimmt Brüssel lediglich die Hälfte, den Rest sollen unterstützende Mitgliedstaaten beisteuern.

So wird Brüssel voraussichtlich rund fünf Milliarden Euro bereitstellen, weitere fünf Milliarden Euro kommen von europäischen Regierungen. Hinzu sollen etwa 20 Milliarden Euro an privaten Investitionen fließen.

Nach dem aktuellen Haushalt kann Brüssel jedoch nur eine Milliarde Euro fest zusagen. Der Rest soll aus dem nächsten Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) stammen, über den die Mitgliedstaaten noch intensiv verhandeln.

Wir können die Entscheidungen über den nächsten MFR nicht vorwegnehmen. Wir haben Ihnen unsere beste Schätzung gegeben, wie viel Geld wir aus dem kommenden MFR für die zweite Phase zur Verfügung haben werden.
ranghoher Kommissionbeamter

Im Gegenzug für ihre öffentlichen Beiträge erhalten die EU und die beteiligten Mitgliedstaaten einen entsprechenden Anteil an Rechenkapazität. Sie können diesen Zugang für öffentliche Projekte, Forschungszentren und ausgewählte KI-Labore nutzen.

Alle Betriebskosten tragen die privaten Partner. EU-Vertreter betonen, dass die Projekte sich über eigene kommerzielle Angebote selbst tragen müssen, da Zugang zu KI-Rechenleistung knapp und wertvoll bleibt.

10 Länder wollen dabei sein

Großprojekte dieser Art stoßen immer wieder auf Kritik, weil sie vor allem Mitgliedstaaten mit besonders hohen Finanzmitteln begünstigen.

Zehn Länder haben Interesse geäußert, eine Gigafabrik auf ihrem Staatsgebiet entstehen zu lassen: Deutschland, Italien, Frankreich, Polen, Tschechien, Dänemark, Finnland, Griechenland, Portugal und Spanien. Möglich sind nationale und länderübergreifende Konsortien, doch Paris hat bereits signalisiert, dass die Stadt allein antreten will.

Ein weiterer Kritikpunkt: Die Gigafabriken sollen zwar eine souveräne europäische Infrastruktur schaffen, doch bei spezialisierten KI-Chips bleibt die EU stark von ausländischen Lieferanten abhängig.

In diesem Zusammenhang hat die Kommission Absichtserklärungen mit drei Chip-Herstellern unterzeichnet: Nvidia, AMD und Qualcomm. Zu den Vergabekriterien gehören auch Maßnahmen, die mögliche Abhängigkeiten von einzelnen Zulieferern begrenzen sollen.

„Uns ist sehr bewusst, dass wir Europas Kapazitäten ausbauen wollen. Gleichzeitig müssen wir anerkennen, dass wir schon jetzt KI-Anwendungen umsetzen wollen. Es geht also darum, die richtige Balance zu finden“, sagte ein hochrangiger EU-Beamter.

Die ausgewählten Projekte sollen Anfang des Jahres 2027 mit dem Bau der Gigafabriken beginnen. Die Anlagen sollen bis Mitte 2028 in Betrieb gehen.

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