Wegen der steigenden Zahl von Unfällen will Zypern die strengen Regeln für Nutzer von E-Scootern weiter verschärfen. Die Geräte sollen vorübergehend beschlagnahmt werden können.
Zyperns Verkehrsministerium verschärft die Regeln für E-Scooter, aus Sorge über mehr schwere Verletzungen und teils sogar tödliche Unfälle.
Im Staatlichen Rundfunk sagte der leitende Ingenieur des Amts für öffentliche Arbeiten, Charis Christodoulou, eine Verordnung liege bereits vor. Sie soll es ermöglichen, persönliche E-Scooter und andere Fahrgeräte bei bestimmten Verstößen vorübergehend einzuziehen. Der Entwurf soll in den kommenden Wochen in die öffentliche Konsultation gehen und anschließend vom Rechtsdienst der Republik Zypern juristisch geprüft werden.
E-Scooter sollen vorübergehend eingezogen werden
Nach den geplanten Regeln können E-Scooter für Zeiträume von 30 bis 90 Tagen beschlagnahmt werden. Das gilt unter anderem bei Fahrten auf Straßen, auf denen sie nicht zugelassen sind, bei Nutzung durch Personen unter 17 Jahren sowie bei Geschwindigkeiten von mehr als 25 Kilometern pro Stunde.
Christodoulou betonte, dass der rechtliche Rahmen bereits streng sei. Aus seiner Sicht liegt das Hauptproblem bei der Umsetzung und bei der Kontrolle. Polizei und lokale Behörden müssten konsequenter überwachen.
Auch in Belgiens Hauptstadt Brüssel wird die Nutzung von Elektrorollern jetzt drastisch eingeschränkt. Hier sind ebenfalls schwere Unfälle das wichtigste Argument.
Und in Paris sind Leih-E-Scooter per App bereits abgeschafft - doch inzwischen müssen auch die Fahrerinnen und Fahrer privater Elektroroller einen Helm tragen.
Regeln werden oft nicht durchgesetzt
Auf die Notwendigkeit einer wirksamen Anwendung verwies der Vorsitzende des Verkehrsausschusses des Parlaments in Zypern, Sotiris Ioannou. Eine einmal beschlossene und im Amtsblatt der Republik veröffentlichte Gesetzgebung müsse „auch tatsächlich umgesetzt werden“, sagte er. Nach seiner Einschätzung mangelt es weniger an strengen Vorschriften als an ihrer effektiven Durchsetzung.
Ioannou erinnerte daran, dass das Parlament in Nikosia die einschlägige Gesetzgebung bereits verschärft hat. Unter anderem wurde das Mindestalter für die Nutzung auf 17 Jahre angehoben und es gelten strengere Strafen.
Weiterhin ausstehend ist jedoch die Verordnung des Verkehrsministeriums, die die Beschlagnahme von E-Scootern bei bestimmten Verstößen ausdrücklich erlauben soll. Sie soll den Behörden zusätzliche Instrumente geben, um die Regeln durchzusetzen.
E-Scooter Unfälle auch in Deutschland gestiegen
Immer mehr Kinder und Jugendliche verunglücken in Deutschland mit E-Scootern: 2025 waren laut Statistischem Bundesamt 5014 Unter-18-Jährige betroffen, fünf von ihnen starben, 438 wurden schwer verletzt. Besonders auffällig: E-Scooter dürfen erst ab 14 Jahren und nur allein gefahren werden – dennoch waren auch jüngere Kinder und unerlaubte Mitfahrer unter den Unfallopfern.