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Brand in polnischer Drohnenfabrik: Kamera filmt maskierte Person

Ein ukrainischer Soldat setzt im Gebiet Kyjiw am zweiten August 2022 eine polnische FlyEye-Aufklärungsdrohne von WB Electronics für die ukrainische Armee ein.
Ein ukrainischer Soldat lässt im Gebiet Kyjiw eine polnische Aufklärungsdrohne FlyEye des Unternehmens WB Electronics für die ukrainische Armee starten, am 2. August 2022. Copyright  (AP Photo/Efrem Lukatsky)
Copyright (AP Photo/Efrem Lukatsky)
Von Aleksandra Galka Reczko
Zuerst veröffentlicht am
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In einem Werk von WB Electronics in Polen brach in der Nacht von Sonntag auf Montag ein Feuer aus. Kurz darauf meldete ein Mitarbeiter einer externen Sicherheitsfirma der Polizei einen ausgelösten Einbruchmelder.

WB Electronics ist das größte private Rüstungsunternehmen Polens. Seine Aufklärungs- und Kamikaze-Drohnen werden unter anderem vom ukrainischen Militär eingesetzt. Nach inoffiziellen Berichten, unter anderem von TV Republika und Onet, soll eine Überwachungskamera eine unbekannte Person mit Sturmhaube aufgezeichnet haben, die über den Zaun auf das Firmengelände gelangt sein soll.

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In der Nähe des Gebäudes fanden Einsatzkräfte außerdem einen Rucksack und einen Pullover. Zum Gelände rückten unter anderem Polizeikräfte, ein Hundeführer mit Spürhund sowie eine Drohne mit Wärmebildkamera aus. Auch die Spezialdienste wurden alarmiert, darunter die Agencja Bezpieczeństwa Wewnętrznego und die Służba Kontrwywiadu Wojskowego.

Die Behörden schließen Brandstiftung nicht aus und prüfen den Fall als möglichen Sabotageakt. Über die Hypothese einer Brandstiftung schrieb auch der Europaabgeordnete der Koalicja Obywatelska, Łukasz Kohut, auf X. Er ergänzte: "Polen rüstet auf, das passt nicht jedem."

Feuerwehr rückt aus, Polizei untersucht Brandort

Die Feuerwehr rückte zu einem Produktions- und Lagergebäude in der Obuwnicza-Straße 4B aus, um den Brand zu löschen. Wie Rafał Maciejczak, Pressesprecher der Kreisstelle der Staatlichen Feuerwehr in Skarżysko-Kamienna, den Medien mitteilte, war das Feuer "nicht groß". Der Einsatz dauerte weniger als zwei Stunden. Nach seinen Angaben schalteten die Einsatzkräfte den Strom ab, löschten den Brand, entrauchten das Gebäude und führten Messungen auf mögliche Gefahrstoffe durch.

Nach Abschluss der Löscharbeiten sicherte die Polizei den Brandort und begann mit einer detaillierten Untersuchung. Die Beamtinnen und Beamten dokumentieren den Tatort, sichern Spuren und rekonstruieren die Abläufe vor Ausbruch des Feuers. Vor Ort ist außerdem ein Sachverständiger für Brandursachenermittlung im Einsatz. Anna Sławińska, Pressesprecherin der Kreispolizei in Skarżysko-Kamienna, schloss nicht aus, dass es sich um Brandstiftung handeln könnte.

"Bei dem Vorfall wurde niemand verletzt. Ein Raum brannte vollständig aus. Die Ermittlungen laufen unter Aufsicht der Staatsanwaltschaft des Kreises Skarżysko-Kamienna", teilte die Polizei der Woiwodschaft Heiligkreuz mit.

Auch die Agencja Bezpieczeństwa Wewnętrznego misst dem Fall in Skarżysko-Kamienna hohe Priorität bei. "Wir nehmen den Fall sehr ernst und behandeln ihn mit höchster Priorität. Wie immer in solchen Fällen sind die Spezialdienste intensiv damit befasst, den Sachverhalt aufzuklären", sagte Jacek Dobrzyński, Sprecher des Ministers für die Koordinierung der Spezialdienste. Zugleich warnte er vor Falschmeldungen zum Brand bei WB Electronics, die sich bereits im Netz verbreiten.

WB-Gruppe reagiert: Produktion kann sofort wieder anlaufen

Das Werk in Skarżysko-Kamienna fertigt Komponenten für unbemannte Systeme, die an die polnischen Streitkräfte geliefert werden. Das Unternehmen zählt weltweit zu den größten Herstellern solcher Systeme. Remigiusz Wilk von der WB-Gruppe betonte im Gespräch mit Artur Molenda bei TVN24, dass das Unternehmen seit Jahren das Vertrauen der polnischen Streitkräfte und anderer Armeen genieße.

"Wir bilden gewissermaßen einen Teil des Sicherheitssystems der Republik Polen. Als großer Akteur arbeiten wir mit Tausenden Unternehmen im ganzen Land zusammen – von sehr kleinen Firmen bis hin zu großen Unternehmen wie der Polska Grupa Zbrojeniowa, die bei einigen unserer Projekte als Subunternehmer tätig ist", sagte Wilk.

"Bei unbemannten Systemen gehören wir weltweit zu den größten Herstellern. Dabei geht es nicht um einzelne Plattformen, sondern um Systeme, die zu einem großen 'Ökosystem' miteinander verbunden sind", erklärte er bei TVN24. Mit Blick auf den Brand sagte Wilk, die Produktion könne unmittelbar nach Abschluss der Arbeiten der Einsatzkräfte wieder aufgenommen werden. Er rechne nicht mit Verzögerungen bei den Lieferungen an die polnischen Streitkräfte.

Zweiter ähnlicher Brand innerhalb von 24 Stunden

Es ist bereits der zweite ähnliche Brand innerhalb eines Tages. Am Sonntag, dem 30. August, wurde die Feuerwehr gegen 14.40 Uhr zu einem Brand in einer Lagerhalle in Lublin gerufen. Die Halle gehört einem Unternehmen, das Flugzeugteile herstellt.

Auf die Frage nach einem möglichen Zusammenhang zwischen den beiden Fällen erklärte Karolina Gałecka, Sprecherin des polnischen Innen- und Verwaltungsministeriums, dass jeder Spur nachgegangen werde. Die britische Zeitung The Telegraph berichtete kürzlich unter Berufung auf westliche Geheimdienstquellen über eine Serie russischer Sabotageaktionen in Europa, die sich gegen Rüstungsunternehmen und Firmen richten, die Waffen an die Ukraine liefern. Demnach sollen die Operationen so angelegt sein, dass sie unterhalb der Schwelle bleiben, die eine Anwendung von Artikel 5 des NATO-Vertrags auslösen könnte.

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