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Das COVID-Zertifikat der EU: Entstehung, Funktion und Potenzial

Von Claudio Rosmino  & Sabine Sans
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Das COVID-Zertifikat der EU: Entstehung, Funktion und Potenzial
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Mit einem QR-Code konnte man während der Pandemie europäische Grenzen überschreiten. Das digitale COVID-Zertifikat der EU: Entstehung, Funktion und Potenzial ist das Thema dieser Smart-Health-Folge.

Was ist das digitale COVID-Zertifikat der EU?

Das digitale COVID-Zertifikat der EU ermöglicht ein sicheres Reisen innerhalb der EU auch während der Corona-Pandemie. Am 1. Juli 2021 wurde der einfache und praktikable Nachweis EU-weit eingeführt.

Dank eines QR-Codes kann man seit dem zweiten Jahr der Corona-Pandemie wieder reisen. Die Daten in der quadratischen Matrix aus schwarzen und weißen Quadraten können von digitalen Geräten gelesen werden. Der Code ist das Herzstück des digitalen COVID-Zertifikats, das die Europäische Union vor einem Jahr eingeführt hat, damit Bürger sich wieder über Grenzen hinweg bewegen können.

Für die Ausstellung sind die nationalen Behörden zuständig. In Deutschland kann der Impfnachweis in der Arztpraxis, Apotheke oder in einem Impfzentrum generiert werden. Nach Eingabe oder Übernahme der Daten wird ein QR-Code erstellt. Die Geimpften können ihn dann entweder mit der CovPass-App oder der Corona-Warn-App scannen, um den Impfnachweis in die App zu integrieren und somit per QR-Code ihren Impfstatus nachweisen.

Reisen ist auch ohne das Zertifikat möglich. In diesem Fall gelten jeweils die nationalen Anforderungen an Reisende ohne Zertifikat.

Zahlen & Fakten

Weltweit wurden bisher mehr als 1,8 Milliarden Zertifikate in digitalem oder Papierformat ausgestellt. 67 Länder haben sich diesem System angeschlossen: 27 EU-Mitgliedstaaten, 3 Länder des Europäischen Wirtschaftsraums und 37 Drittstaaten. 22 weitere Länder bereiten sich auf die Einführung vor.

In der Entwicklungsphase des digitalen Zertifikats war die Weltgesundheitsorganisation einer der Partner, die sich mit Europa und internationalen Experten zusammengetan haben, um die technischen Spezifikationen auszuwählen, die für die Registrierung des Impfstatus verwendet werden sollen.

"Schnell wurde der Bedarf an einer einheitlichen und standardbasierten Erfassung und Anerkennung des COVID-19-Impfstatus für inländische und grenzüberschreitende Zwecke festgestellt", erklärt der Pressesprecher der Weltgesundheitsorganisation Tarik Jasarević. "Die europäische Initiative für COVID-Zertifikate trägt diesem besonderen Bedarf Rechnung."

Interoperabilität ist eine Grundvoraussetzung

Interoperabilität ist wichtig, um ein System aufzubauen, das Dutzende Länder miteinander verbindet. Um das zu ermöglichen, hat die Kommission ein digitales Gateway eingerichtet, das die nationalen IT-Systeme verbindet, die Daten austauschen und die Überprüfung der Informationen in den QR-Codes ermöglichen. Die Infrastruktur läuft auf einem Server im zentralen Rechenzentrum der Kommission in Luxemburg).

Das COVID-Zertifikat trat am 1. Juli 2021 in Kraft, um den freien Personenverkehr innerhalb der EU während der Pandemie zu ermöglichen.

Der QR-Code enthält Informationen wie Name, Geburtsdatum, Ausstellungsdatum, Impfung/Genesung und Testprotokoll.

Die persönlichen Daten verbleiben bei dem Mitgliedstaat, der das digitale COVID-Zertifikat ausgestellt hat und werden nicht weitergegeben und auf keiner Ebene gespeichert.

Die Pandemie hat gezeigt, dass der grenzüberschreitende Zugang zu Gesundheitsdaten bei der Reaktion auf gesundheitliche Notfälle von entscheidender Bedeutung ist. Die erfolgreichen Erfahrungen mit dem in nur drei Monaten entwickelten digitalen COVID-Zertifikat sind das Ergebnis gemeinsamer Anstrengungen und eines pragmatischen Ansatzes.

"Wir konnten die Komplexität auf ein Minimum reduzieren", so Konstantin Hyppönen, Politikbeauftragter der Generaldirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit der Europäischen Kommission. "Es war schwierig, alles, was benötigt wurde, in diesem sehr kleinen QR-Code unterzubringen und gleichzeitig die Sicherheit des Systems und die Möglichkeit, den Inhalt zu überprüfen, zu gewährleisten, ohne dafür irgendwelche Online-Dienste zu nutzen. Das wurde durch eine sehr intelligente Art und Weise möglich, die Informationen zu verpacken, zu kodieren und digital zu unterschreiben."

Der Europäische Gesundheitsdatenraum der Zukunft

In Zukunft wird sich der Nutzen der digitalen Gesundheitsinstrumente im Europäischen Gesundheitsdatenraum zeigen. Diese von der Europäischen Kommission im Mai 2022 vorgestellte Initiative unterstützt die nationalen Gesundheitspolitiken, die Forschung und die Qualität der Gesundheitsversorgung durch den grenzüberschreitenden Austausch von Gesundheitsdaten.

"Das Potenzial der digitalen Technologien im Gesundheitsbereich wird uns ermöglichen, viele Herausforderungen gemeinsam anzugehen", erklärt die EU-Kommissarin für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit Stella Kyriakides. "Das sind Herausforderungen, denen wir uns mit dem digitalen EU-Zertifikat stellen, es ist eine weitere Innovation in der EU im Bereich der digitalen Gesundheit."

Dem digitalen COVID-Zertifikat ähnliche Lösungen könnten in Zukunft auch für andere Bereiche verwendet werden. Experten des Gesundheitssektors zufolge könnten QR-Codes auch zur Überprüfung von Informationen über andere Impfungen oder zum Austausch medizinischer Daten mit Angehörigen der Gesundheitsberufe verwendet werden.