Deutsch-Französisch-Polnischer Widerstand gegen russische Cyber-Propaganda

Eine Französische Agentur hat eine russische Disnformationskampagne aufgedeckt.
Eine Französische Agentur hat eine russische Disnformationskampagne aufgedeckt. Copyright Captura de pantalla de imágenes de EBS.
Von Johanna Urbancik mit AP
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Die französische Agentur Viginum hat russische Desinformationskampagnen aufgedeckt, die die westliche Unterstützung der Ukraine kippen sollen.

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Französische Behörden haben rund 200 gefälschte Nachrichtenseiten entdeckt. Sie stammen aus Russland und verbreiten in mehreren westlichen Ländern Desinformation, mit dem Ziel, die Unterstützung für die Ukraine zu untergraben.

Die französischen Behörden beschuldigen Russland, eine langanhaltende Online-Manipulationskampagne gegen die westlichen Unterstützer der Ukraine zu betreiben.

Das französische Außenministerium hat betont, dass Frankreich trotz des russischen Aggressionskrieges weiterhin seine Unterstützung für die Ukraine aufrechterhalten wird. Die französische Agentur Viginum, die gegen ausländische digitale Einflussnahme kämpft, hat einen Bericht über das Netzwerk namens "Portal Kombat" veröffentlicht, das sie zwischen September und Dezember 2023 untersucht hat.

Westliche Länder sind Angriffsziel der Desinformationskampagne

In ihrem Bericht hat die Agentur Websites mit dem Namen "pravda" beschrieben, die sich auf Länder wie Frankreich, Deutschland, Österreich, die Schweiz, Polen, Spanien, das Vereinigte Königreich und die Vereinigten Staaten konzentrieren. Die deutsche Übersetzung des Wortes "pravda" aus dem russischen bedeutet "Wahrheit". 

Der Bericht hat zudem betont, dass dieser Inhalt stark ideologisch geprägt ist und wiederholt ungenaue oder irreführende Darstellungen enthält. Das Netzwerk nutzt auch soziale Medien, wie beispielsweise Telegram, und setzt dabei auf eine massive Automatisierung der Inhaltsverbreitung.

Besondere Sorgen gelten den Europawahlen und den Olympischen Spielen in Paris, die potenzielle Ziele solcher Attacken sein könnten.

Polen, Deutschland und Frankreich planen, gegen russische Desinformation vorzugehen

Deutschland, Frankreich und Polen haben beschlossen, gemeinsam Maßnahmen gegen russische Desinformation und Cyberangriffe zu ergreifen. Nach einem Treffen in La Celle-Saint-Cloud bei Paris haben Frankreichs Außenminister Stéphane Séjourné, Polens Außenminister Radosław Sikorski und die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock verkündet, dass sie einen gemeinsamen Warnmechanismus gegen russische Troll-Angriffe vereinbart haben. 

Nach dem Treffen des sogenannten Weimarer Dreiecks hat Außenminister Séjourné Russlands Bemühungen betont, die europäische Einigkeit zu untergraben. Sie haben etwa 200 gefälschte Nachrichtenseiten entdeckt und werden diese Desinformationsmittel künftig transparent machen. 

Das Weimarer Dreieck wurde 1991 ins Leben gerufen, um die außenpolitische Zusammenarbeit zwischen Frankreich, Deutschland und Polen zu fördern. Ein weiteres Ziel des Treffens war es, die Zusammenarbeit mit der neuen proeuropäischen Regierung von Regierungschef Donald Tusk zu intensivieren.

Kampagnen sollen westliche Unterstützung für Ukraine beeinflussen

Französische Außenministeriumsbeamte haben sich bei einer Pressekonferenz besorgt geäußert, dass Russland verstärkt Informationen manipuliert und Täuschung verbreitet, insbesondere indem es die Verbündeten der Ukraine im Westen ins Visier nimmt. 

Sie haben betont, dass Russlands Desinformationskampagne weiterhin darauf abzielt, die Erfolge im Ukraine-Krieg zu verstärken, die Invasion zu rechtfertigen, den militärischen Widerstand der Ukraine zu diskreditieren und zu schwächen, sowie die Widerstandsfähigkeit der Zivilbevölkerung gegenüber täglichen Angriffen zu untergraben. 

Außerdem sei das Ziel, die westliche Unterstützung für die ukrainische Armee zu schwächen oder im Idealfall zu beenden.

Der Fokus liegt nicht nur auf dem Westen …

Das Global Engagement Center des US-Außenministeriums hat am Montag eine Stellungnahme veröffentlicht, in der Russlands Geheimdienste beschuldigt wurden, materielle Unterstützung und Anleitung an "African Initiative" bereitzustellen. 

Diese neue Informationsagentur fokussiert sich auf die Beziehungen zwischen Afrika und Russland und verbreitet somit Desinformation über die Vereinigten Staaten und europäische Länder. 

Russische Desinformationskampagnen sind allerdings nichts Neues. Denn schon im vergangenen September hat das EU-DisinfoLab ein in Russland ansässiges Einflussoperationsnetzwerk entlarvt, das seit mindestens Mai 2022 in Europa aktiv ist.

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