Gmail erhält ein KI-Update. Google bringt neue Funktionen. Sie helfen beim Formulieren von E-Mails, fassen Informationen zusammen und erstellen To-do-Listen.
Google packt mehr Künstliche Intelligenz (KI) in Gmail. Der Konzern will den weltweit beliebtesten E-Mail-Dienst in eine persönliche Assistenz verwandeln: besser schreiben, verstreute Informationen im Posteingang zusammenfassen und tägliche To-do-Listen liefern.
Die am Donnerstag angekündigten KI-Funktionen könnten für Gmail zum Wendepunkt werden. Der Dienst hat E-Mail schon einmal verändert, als er vor fast 22 Jahren startete. Seither hat er mehr als drei Milliarden Nutzerinnen und Nutzer gewonnen und ist fast so allgegenwärtig wie die Google-Suche.
Gmails neue KI-Optionen gibt es zunächst nur auf Englisch und nur in den USA. Das Unternehmen verspricht, die Technik später in diesem Jahr auf weitere Länder und Sprachen auszuweiten.
Am breitesten verfügbar ist die Option „Help Me Write“. Sie lernt den Schreibstil der Nutzerinnen und Nutzer, personalisiert E-Mails und macht in Echtzeit Vorschläge zum Feinschliff.
Außerdem bekommen Abonnentinnen und Abonnenten der Pro- und Ultra-Tarife Zugriff auf eine Technik, die den seit 2023 in die Suche eingebauten „AI Overviews“ entspricht. Damit können sie in der Gmail-Suchleiste in natürlicher Sprache fragen und erhalten sofort Antworten auf Informationen, die sie aus ihrem Posteingang ziehen wollen.
Möglicherweise folgt der nächste große Schritt: „AI Inbox“ wird in den USA für einen Teil der sogenannten „Trusted Tester“ freigeschaltet. Ist die Funktion aktiv, durchforstet sie den Posteingang und schlägt To-do-Listen sowie Themen vor, die sich zu erkunden lohnen.
„Damit zeigen wir, dass Gmail den Menschen proaktiv den Rücken frei hält“, sagte Blake Barnes, Vizepräsident für Produkt bei Google.
All diese Neuerungen hängen an Googles neuestem KI-Modell, Gemini 3, das Ende vergangenen Jahres in die Suche einzog. Das Upgrade soll die Google-Suche in einen „Denkpartner“ verwandeln. Es kam so gut an, dass OpenAI-Chef Sam Altman, dessen Unternehmen den populären Chatbot ChatGPT entwickelt, kurz danach„Code Red“ ausriefnach dem Start.
Mehr KI in Gmail birgt Risiken für Google. Versagt die Technik, könnten irreführende Informationen erscheinen oder E-Mails entstehen, die Nutzende in Schwierigkeiten bringen. Zwar lassen sich Nachrichten jederzeit gegenlesen oder die Funktionen abschalten. Das Risiko bleibt.
Wenn Googles KI tiefer in Posteingänge blickt, um Gewohnheiten und Interessen zu lernen, stellt sich auch die Datenschutzfrage. Damit ringt Gmail seit jeher.
Um den kostenlosen Dienst zu finanzieren, schaltete Google in Gmail gezielte Werbung, basierend auf Informationen aus den Posteingängen. Das löste zunächst Proteste von Politik und Verbraucherschutz aus. Der Aufruhr legte sich jedoch und führte nie zu einer nennenswerten Gegenreaktion gegen Gmail. Wettbewerber übernahmen ähnliche Funktionen.
Mit dem Ausbau der KI in Gmail verspricht Google: Keiner der Inhalte, die die Technik analysiert, wird zum Training der Modelle genutzt, die Gemini verbessern.
Das Unternehmen aus Kalifornien sagt außerdem, es habe eine technische Datenschutzbarriere eingezogen, die alle Informationen im Posteingang bündelt und vor neugierigen Blicken schützt.