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Neue Bilder zeigen seltenen interstellaren Kometen 3I/ATLAS im Vorbeiflug durch unser Sonnensystem

Das Teleskop Gemini North fotografierte den Kometen 3I/ATLAS am 26. November 2025.
Das Teleskop Gemini North fotografierte den Kometen 3I/ATLAS am 26. November 2025. Copyright  Credit: International Gemini Observatory/NSF NOIRLab.
Copyright Credit: International Gemini Observatory/NSF NOIRLab.
Von Theo Farrant
Zuerst veröffentlicht am
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Astronominnen und Astronomen entdeckten den Kometen im Juli 2025. Er kommt von weit außerhalb unseres Sonnensystems. Er ist etwa sieben Milliarden Jahre alt, älter als die Sonne.

Zwei eindrucksvolle neue Aufnahmen des interstellaren Kometen 3I/ATLAS sind jetzt öffentlich. Eine stammt von der Erde und wurde mit dem Gemini-North-Teleskop auf Hawaii aufgenommen. Die andere kommt aus dem tiefen All und wurde von der NASA-Raumsonde Europa Clipper gemacht.

Der Komet sorgte im Jahr 2025 weltweit für Schlagzeilen. Astronomen bestätigten, dass er nach seiner Entstehung um einen fernen Stern durch unser Sonnensystem zieht.

Er gilt als der älteste jemals beobachtete Komet. Zugleich zählt er zu nur drei interstellaren Objekten, die wir je in unserem Sonnensystem entdeckt haben.

Die erste Aufnahme entstand am 26. November 2025 mit dem Gemini Multi-Object Spectrograph am Gemini-North-Teleskop. Es steht auf dem Maunakea, einem ruhenden Vulkan auf der Pazifikinsel Hawaii.

Aufnahme des Kometen 3I/ATLAS, aufgenommen mit dem Gemini-North-Teleskop, 26. November 2025.
Aufnahme des Kometen 3I/ATLAS, aufgenommen mit dem Gemini-North-Teleskop, 26. November 2025. Credit: International Gemini Observatory/NSF NOIRLab

Kometen bewegen sich am Himmel schneller als die Hintergrundsterne. Deshalb musste das Teleskop die Bewegung des Kometen bei langen Belichtungen mitverfolgen. Dadurch erscheinen die Sterne im Hintergrund als Streifen. Das Endbild wurde anschließend so verarbeitet, dass dieser Effekt korrigiert ist und die Sterne an Ort und Stelle bleiben.

Auch die NASA veröffentlichte ein Bild von 3I/ATLAS, aufgenommen von der Raumsonde Europa Clipper. Sie startete im Oktober 2024 und ist auf dem Weg zu Jupiter.

Hauptziel von Europa Clipper ist die Erforschung Europas, eines der größten Monde Jupiters.

Der interstellare Komet 3I/ATLAS, aufgenommen von der NASA-Raumsonde Europa Clipper, 6. November 2025.
Der interstellare Komet 3I/ATLAS, aufgenommen von der NASA-Raumsonde Europa Clipper, 6. November 2025. Credit: NASA/JPL-Caltech/SWRI

Zwar erreicht die Sonde das Jupitersystem erst 2030. Ihre Instrumente arbeiten aber schon, sodass sie vorbeiziehende Objekte beobachten und aufnehmen kann.

NASA-Forschende nutzten die Gelegenheit und richteten die Kamera von Europa Clipper auf 3I/ATLAS. So entstand dieser einzigartige Blick aus dem All, während der Komet durch das innere Sonnensystem zog.

Das Bild kombiniert mehrere Wellenlängen von UV-Licht. Es zeigt die Koma aus Gas (blau und grün) und Staub (rot), die den Kern des Kometen umhüllt.

Europa Clipper beobachtete 3I/ATLAS rund sieben Stunden lang aus einer Entfernung von etwa 164 Millionen Kilometern.

Ein seltener Gast von außerhalb unseres Sonnensystems

Der Komet 3I/ATLAS wurde am 1. Juli 2025 entdeckt und avancierte rasch zu einer der größten Geschichten der Weltraumforschung des Jahres.

Anders als die meisten Kometen, die in unserem eigenen Sonnensystem entstehen, stammt 3I/ATLAS von weit außerhalb.

Er ist erst das dritte bestätigte interstellare Objekt überhaupt. Zuvor wurden ʻOumuamua im Jahr 2017 und 2I/Borisov 2019 entdeckt. 3I/ATLAS zog mit seinem eisigen Kern, umhüllt von einer Koma, einem leuchtenden Halo aus Gas und Staub, viel Aufmerksamkeit auf sich.

Seit der Entdeckung arbeiten Forschende mit Hochdruck daran, den Kometen mit einigen der leistungsstärksten Teleskope der Menschheit zu beobachten. Bald verlässt er das Sonnensystem und verschwindet für immer aus dem Blickfeld.

Der Komet nährte zudem Spekulationen über einen womöglich rätselhafteren Ursprung. Beobachtungen mit dem Atacama Large Millimeter Array (ALMA) zeigten eine leichte Abweichung von der berechneten Bahn, um vier Bogensekunden. Auch seine Farbe wechselte drastisch: von rötlich zu tiefblau.

In einem Blogbeitrag spekulierte der Harvard-Astrophysiker Avi Loeb, die Anomalie könne sogar auf „die technologische Signatur eines inneren Antriebs“ hindeuten. Die meisten Fachleute mahnten jedoch, natürliche Erklärungen seien weitaus plausibler.

Bislang gibt es keinerlei Belege dafür, dass 3I/ATLAS von Außerirdischen geschickt wurde. Im Gegenteil: Jüngste Versuche, Spuren außerirdischer Technologie auf 3I/ATLAS zu finden, blieben ohne Ergebnis.

Am 18. Dezember, einen Tag bevor 3I/ATLAS seinen nächstgelegenen Punkt zur Erde erreichte, nutzten Astronomen das Green-Bank-Teleskop in West Virginia, um den Kometen nach „Technosignaturen“, also messbaren Hinweisen auf außerirdische Technologie, abzusuchen. Doch das größte voll bewegliche Radioteleskop der Welt fand nichts Auffälliges.

Vorerst setzt 3I/ATLAS seine kurze, spektakuläre Reise durch unsere kosmische Nachbarschaft fort. Laut NASA steht im März 2026 noch ein naher Vorbeiflug am Jupiter an. Danach verlässt der Komet unser Sonnensystem endgültig.

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