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Schwarzes Loch strahlt bis zu hundert Billionen Mal stärker als der Todesstern aus Star Wars

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TDE-Simulation Copyright  University of Oregon
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Von Indrabati Lahiri
Zuerst veröffentlicht am
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Ein Astrophysik-Team der Universität Oregon hat eine der energiereichsten Kräfte des Universums entdeckt, angeblich hundert Billionen Mal stärker als der Todesstern aus Star Wars.

Ein supermassereiches Schwarzes Loch hat in den vergangenen vier Jahren mehr Energie freigesetzt als der Todesstern aus Star Wars. Das geht aus neuen Forschungsergebnissen einer Astrophysikerin der University of Oregon hervor.

Das außergewöhnliche Schauspiel geht auf die Überreste eines zerrissenen Sterns zurück, in dem enorme Energiemengen stecken. Forscherinnen und Forscher erwarten, dass das Schwarze Loch noch im kommenden Jahr kräftige Radiowellen aussendet und zweitausendsiebenundzwanzig seinen Höhepunkt erreicht.

Der Jet, der aus diesem neu entdeckten Schwarzen Loch schießt, gehört zu den energiereichsten und hellsten bisher im Universum beobachteten Phänomenen. Er ist mit einem Gammastrahlenausbruch vergleichbar.

In popkulturellen Maßstäben wirkt er mindestens eine Billion-, möglicherweise eher hundert Billionenmal stärker als der berüchtigte Todesstern aus „Star Wars“.

„Das ist wirklich außergewöhnlich. Mir fällt kaum ein anderes Objekt ein, das über einen so langen Zeitraum derart an Helligkeit zunimmt“, sagte Yvette Cendes, Astrophysikerin an der University of Oregon.

Die Studie erschien am Donnerstag im Fachjournal Astrophysical Journal.

Was macht dieses Schwarze Loch so besonders?

Fälle, in denen Sterne einem Schwarzen Loch zu nahe kommen und von dessen Schwerkraft zerrissen werden, ohne sofort den Punkt ohne Wiederkehr zu überschreiten, sind relativ häufig. Fachleute sprechen von Tidal-Disruption-Ereignissen. Die gleichen Gravitationskräfte stecken auch hinter den Gezeiten der Ozeane der Erde.

In solchen Fällen zerreißt die Gravitationskraft einen Stern in einem Prozess, den man „Spaghettifizierung“ nennt, ein Begriff, den der Physiker Stephen Hawking populär gemacht hat.

Der Stern wird dabei extrem horizontal zusammengedrückt und vertikal in lange, dünne Materiestränge gezogen – ähnlich wie Spaghetti –, vor allem wegen der starken Gezeitenkräfte rund um ein Schwarzes Loch.

Normalerweise lässt die Energieabgabe eines Schwarzen Lochs nach einem solchen Ereignis schnell nach. Dass es noch Jahre später so viel Energie abstrahlt, ist äußerst selten.

Cendes entdeckte dieses spezielle Tidal-Disruption-Ereignis bereits zweitausendachtzehn. Genau hinzusehen begann sie jedoch erst zweitausendzweiundzwanzig, als das Schwarze Loch immer noch viel Energie in Form von Radiowellen aussandte.

Die übertragene Energie ist inzwischen rund fünfzigmal heller als zweitausendneunzehn, die Strahlung schießt als einzelner Jet in eine Richtung. Auch die Umgebung des Schwarzen Lochs sendet sehr schwaches sichtbares Licht aus.

Dieses supermassereiche Schwarze Loch trägt wissenschaftlich die Bezeichnung AT2018hyz; Cendes hat es außerdem „Jetty McJetface“ getauft.

Wie stark die Energieemissionen noch ansteigen, kann derzeit niemand mit Sicherheit sagen. Cendes verfolgt das Schwarze Loch deshalb sehr genau.

Sie hält zudem Ausschau nach anderen Schwarzen Löchern, die sich ähnlich verhalten, aber womöglich unentdeckt geblieben sind, weil bisher kaum jemand diesem Phänomen Aufmerksamkeit geschenkt hat.

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