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Station F wird neun: Frankreichs größter Startup-Campus blickt mit Sorge auf die Wahl

Gebäude von Station F
Gebäude von Station F Copyright  Patrick Tourneboeuf
Copyright Patrick Tourneboeuf
Von Pascale Davies
Zuerst veröffentlicht am
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Größte Gefahr für Frankreichs Startup-Szene kommt nicht vom Markt oder von KI, sondern von der Wahlurne, zeigt eine Analyse des Inkubators Station F.

Der weltweit größte Start-up-Inkubator mit Sitz in Paris feiert in dieser Woche seinen neunten Geburtstag. Europas gereifte Tech-Ökosysteme stehen dabei immer stärker unter dem Einfluss von künstlicher Intelligenz und veränderten geopolitischen Kräfteverhältnissen.

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Station F hat seit seiner Eröffnung im Jahr 2017 mit mehr als 9.000 Start-ups zusammengearbeitet. Seitdem sind hier Unternehmen wie Hugging Face, der Quantenpionier Pasqal und Pollen Robotics entstanden.

Zum Jubiläum hat der Campus in der einstigen, stillgelegten Bahnhofshalle eine Reihe von Kennzahlen veröffentlicht. Sie zeichnen ein Bild davon, wie sich in Europa heute Tech-Firmen aufbauen lassen.

Künstliche Intelligenz überall

Künstliche Intelligenz prägt Station F derzeit besonders stark. In diesem Jahr hat das neue Programm F/AI praktisch alle wichtigen KI-Akteure auf den Campus geholt, darunter Mistral AI.

Rund 77 % der bei Station F ansässigen Unternehmen geben an, dass KI ihren Personalbedarf gesenkt hat. Dennoch stellen 82 % derzeit ein oder planen dies in den kommenden Monaten, wie interne Daten zeigen.

Zu den meistgenutzten KI-Werkzeugen der Start-ups gehört Claude von Anthropic; 90 % der Teams arbeiten damit. Das ist eine klare Kehrtwende gegenüber 2025, als OpenAI auf dem Campus noch dominierte und Anthropic hinter Mistral nur auf Platz drei lag.

Der Campus diente zudem als Sprungbrett für mehrere bemerkenswerte KI-Übernahmen. Anfang dieses Jahres übernahm Mistral das Start-up Koyeb, einen Alumni aus der Future-40-Kohorte 2024.

Zu früheren Exits mit KI-Bezug zählen Pollen Robotics (verkauft an Hugging Face), Mithril Security (an H Company) und Sonio (an Samsung).

Gründerinnen und Gründer werden älter

Im Schnitt sind die Gründerinnen und Gründer bei Station F heute 36,5 Jahre alt; 2018 waren es noch 31 Jahre. Jede fünfte Person bringt einen Doktortitel mit.

Die einstige „Dropout-und-disrupt“-Mythologie, die die Tech-Szene vor einem Jahrzehnt prägte, spielt kaum noch eine Rolle. Viele, die hier gründen, haben zuvor regulär gearbeitet oder andere Lebenserfahrung gesammelt. Ein Grund ist die KI-Welle: Die Vorhaben, die derzeit Geld bekommen, verlangen meist echte technische Tiefe – ein originelles Pitchdeck reicht nicht mehr.

Vom Börsengang träumt kaum noch jemand

Die Hälfte der Station-F-Gründerinnen und -Gründer rechnet damit, dass ihr Unternehmen irgendwann verkauft wird. Vom Börsengang träumen nur noch 9 %; im vergangenen Jahr waren es noch 16 %, wie die Zahlen zeigen.

Rund ein Drittel der Community stammt nicht aus Frankreich.

Heute sind jederzeit mehr als 60 Nationalitäten auf dem Gelände vertreten. Nach Frankreich stellen die USA weiterhin die größte ausländische Gruppe, gefolgt von Marokko, Deutschland, dem Vereinigten Königreich, Algerien und Indien.

Sorge vor der französischen Wahl

Station F öffnete in derselben Woche, in der Emmanuel Macron seine erste Präsidentschaftswahl gewann. Viele sahen darin ein Signal für einen jungen, wirtschaftsfreundlichen Präsidenten.

Neun Jahre später steht im kommenden Jahr die nächste Wahl an – und die Stimmung ist deutlich gedämpfter.

Mehr als die Hälfte der Gründerinnen und Gründer nennt die Wahl derzeit als eine ihrer größten Sorgen. Von ihnen fürchten 47 % vor allem einen Rechtsruck, 24 % bereitet eher ein Sieg der äußersten Linken Sorgen.

Im Zentrum der Unruhe steht die Einwanderungspolitik. Auf dem Campus stammt etwa jede dritte Person nicht aus Frankreich; strengere Grenz- und Visaregeln würden für viele das Geschäft erheblich erschweren.

„Ein drastischer Kurswechsel in der Einwanderungspolitik gilt als eine der größten Bedrohungen für den Aufbau eines globalen und wettbewerbsfähigen Unternehmens“, heißt es von Station F.

Neun Jahre nach dem Start ist Station F größer und technisch anspruchsvoller als je zuvor. Zugleich herrscht so viel Unsicherheit über die Zukunft wie selten zuvor.

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