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7.000 Kilometer Unterseekabel verbinden Portugal und USA: Was ist das System „Nuvem“?

Archivbild: Google-Schriftzug an einem Gebäude auf dem Firmencampus in Mountain View, Kalifornien.
Archivbild: Schild an einem Google-Gebäude auf dem Campus in Mountain View, Kalifornien. Copyright  Foto AP/Jeff Chiu, Arquivo
Copyright Foto AP/Jeff Chiu, Arquivo
Von Ema Gil Pires
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Erstmals 2023 von Google angekündigt, soll die neue transatlantische Unterseekabel-Verbindung Portugal, Bermuda und die USA verbinden. Euronews erklärt Projekt, Ziele und wichtigste Akteure.

Am Dienstagvormittag hat im Oceanário de Lisboa die offizielle Zeremonie zum Start des transatlantischen Unterseekabelsystems „Nuvem“ von Google stattgefunden. Es handelt sich um eine neue Investition, die nach den Worten des beigeordneten Ministers für Staatsreform, Gonçalo Matias, darauf abzielt, „Nordamerika und Europa über einen neuen digitalen Korridor , der den Atlantik quert“.

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In einer Zeit, in der „rund fünfundneunzig Prozent aller Daten weltweit über Unterseekabel laufen“, wie der Minister ausführte, macht Portugal einen Schritt nach vorn. Das Land will zu einem der zentralen Akteure eines Projekts werden, das es erstmals direkt mit den Vereinigten Staaten verbindet. Doch was genau ist „Nuvem“, welche Ziele verfolgt das Projekt und welche Rolle spielt Portugal bei seiner Umsetzung?

Neues System für transatlantische Unterseekabel

Das Projekt hat Google erstmals 2023 angekündigt (Quelle auf Portugiesisch) und sofort als „neues System transatlantischer Unterseekabel zur Verbindung Portugals, der Bermudas und der Vereinigten Staaten“ beschrieben.

Nach Angaben des Unternehmens wird „Nuvem“ auf nordamerikanischer Seite in South Carolina anlanden, genauer in Myrtle Beach. In Portugal entsteht der Endpunkt in Sines, mit Zwischenstationen auf den Bermudas und den Azoren.

Das Kabelsystem ist rund 7.000 Kilometer lang. Es besteht aus 16 Glasfaserpaaren und erreicht eine Gesamtkapazität von etwa 384 Terabit pro Sekunde, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. (Quelle auf Portugiesisch)

Nach Angaben der Zeitung „ECO“ (Quelle auf Portugiesisch) wird das neue Unterseekabelsystem jedoch erst im kommenden Jahr in Betrieb gehen.

Warum Unterseekabel so wichtig sind

Untersee-Glasfaserkabel bilden das Rückgrat des globalen Internets. (Quelle auf Portugiesisch) Sie transportieren etwa neunundneunzig Prozent des gesamten internationalen Datenverkehrs – darunter Anrufe, Nachrichten, Videos, aber auch Zahlungsströme. Ohne sie wären weltweite Kommunikation, Finanztransaktionen und Cloud-Dienste kaum möglich, denn Satelliten verfügen nicht über ausreichend Bandbreite.

Anders als Satelliten, die durch Wetterbedingungen beeinträchtigt werden können, liegen die Kabel auf dem Meeresboden in großer Tiefe. Mehrere Schichten aus Stahl, Kupfer und Polymeren schützen sie vor Druck, Strömungen und sogar vor Angriffen von Haien.

Ganz gegen Ausfälle sind diese Kabel allerdings nicht gefeit, doch die meisten Schäden entstehen unbeabsichtigt durch menschliche Aktivitäten, etwa durch Fischerei oder ankern­de Schiffe. Hinzu kommen natürliche Risiken wie Erdbeben, Unterwasserrutschungen und Tsunamis. Außerdem erschweren eine veraltete Infrastruktur und komplexe Regulierungsumfelder die Bemühungen, die Widerstandsfähigkeit der Netze zu sichern.

Ziele des Projekts „Nuvem“

Als Google das Projekt ankündigte, betonte der Konzern (Quelle auf Portugiesisch), „Nuvem“ solle „die Netzresilienz im Atlantik verbessern und helfen, der wachsenden Nachfrage nach digitalen Diensten gerecht zu werden“.

Der Konzern erklärte außerdem, die „Route des neuen Kabels“ solle „für mehr Vielfalt bei internationalen Leitungen sorgen und den Ausbau der Infrastruktur für Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) in den beteiligten Ländern und auf den beteiligten Kontinenten unterstützen“.

In seiner Rede bei der Zeremonie am Dienstag sagte der portugiesische Minister Gonçalo Matias, das neue System tue mehr, als „nur eine weitere Linie“ im Atlantik zu ziehen. Es schaffe „alternative Wege für die Datenübertragung“ und verringere „Europas Abhängigkeit von wenigen überlasteten Datenkorridoren“.

Wer am Projekt beteiligt ist

Der Minister hob zudem hervor, „Nuvem“ sei ein Projekt, das „auf Partnerschaft beruhe – zwischen Google und MEO, zwischen öffentlichem Ehrgeiz und privaten Investitionen, zwischen zwei Nationen, Portugal und den Vereinigten Staaten, die seit Langem durch denselben Ozean verbunden sind, der nun auch unsere Daten transportiert“.

Damit wird auch MEO zu einem zentralen Akteur. In einer von der Agentur Lusa verbreiteten Mitteilung (Quelle auf Portugiesisch) bestätigte das portugiesische Unternehmen, dass es selbst „das Unterseekabelsystem Nuvem integrieren“ werde und zum „Investor und nationalen Partner einer der wichtigsten digitalen Infrastrukturen des Atlantiks“ werde.

Wie hoch die Investition ausfallen wird, ließ MEO offen. Das Unternehmen erklärte lediglich, „durch die direkte Verbindung zwischen Portugal und den USA erhöhe das System auch die Attraktivität des Landes für Investitionen in Rechenzentren, Cloud-Plattformen und globale Technologiedienste“.

„Nuvem“ folgt im Atlantik auf „Firmina“ und „Equiano“

Für Google ist „Nuvem“ nicht das erste Großprojekt mit Unterseekabeln im Atlantik. „Schon 2022 habe ‚Equiano‘ dazu beigetragen, Europa und Afrika näher zusammenzubringen“, erinnerte der portugiesische Minister Gonçalo Matias am Dienstag.

Nach Angaben des US-Technologiekonzerns (Quelle auf Portugiesisch) handelt es sich dabei um ein Unterseekabel, das „in Westeuropa beginnt, entlang der westafrikanischen Küste verläuft und Portugal mit Südafrika verbindet. Es erhöht die Konnektivität und schafft neue Möglichkeiten für Austausch und Zusammenarbeit zwischen europäischen und afrikanischen Staaten“.

Auf „Equiano“ folgte „Firmina“, ein weiteres großes Unterseekabel, das Google verlegt hat. Es verbindet die Ostküste der Vereinigten Staaten, erneut über South Carolina, mit Südamerika – mit Argentinien, Brasilien und Uruguay – und bezieht Portugal nicht ein.

Portugal erwartet zudem, bereits im kommenden Jahr bei einem weiteren Projekt eine zentrale Rolle zu spielen: „Sol“, erinnerte Minister Gonçalo Matias.

Dabei handelt es sich um „ein neues transatlantisches Unterseekabelsystem, das die USA, die Bermudas, die Azoren und Spanien verbindet“, wie das Unternehmen bei der Ankündigung erklärte (Quelle auf Portugiesisch). Zusammen ergebe dies eine „einzigartige Investition“ in die „transatlantische Resilienz“.

Warum Portugal?

Diese Frage sprach Gonçalo Matias in seiner Rede am Dienstag direkt an. „Warum hier? Warum Portugal? Die naheliegendste Antwort ist die Geografie. Wir liegen am äußersten Westrand Europas, am Punkt, der den Amerikas am nächsten ist, die natürliche Brücke nach Afrika“, betonte der für die Staatsreform zuständige Minister.

Tatsächlich hat Google diesen Punkt bereits hervorgehoben und darauf verwiesen, dass die „strategische geografische Lage“ des Landes „im Südwesten des europäischen Festlands“ es zu einem „Knotenpunkt für Unterseekabel“ gemacht habe.

Der Minister ergänzte jedoch, das Land biete außerdem „Stabilität in einer Welt, in der sie knapp ist“, „Talent – Ingenieurinnen, Ingenieure, Forschende, eine junge Generation, die mit Technologie und Sprachen vertraut ist“ sowie „saubere und wettbewerbsfähige Energie, die Rechenzentren ebenso dringend benötigen wie gute Anbindungen“.

Portugal zählt zu den europäischen Spitzenreitern bei der Energiewende. Im „Umweltporträt Portugals“ (Quelle auf Portugiesisch), das Pordata anlässlich des Weltumwelttags am fünften Juni veröffentlicht hat, heißt es, das Land gehöre zu den vier EU-Mitgliedstaaten, in denen mehr als fünfundneunzig Prozent der Energieproduktion aus erneuerbaren Quellen stammen (97,8 Prozent), auf Basis von Daten für 2024.

Für Google (Quelle auf Portugiesisch) erwies sich noch ein weiterer Punkt als entscheidend: der „Fokus des Landes auf den Ausbau der Infrastruktur der digitalen Wirtschaft“.

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