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Wie wird sich die Angst vor Covid auf die Reisebranche auswirken?

Wie wird sich die Angst vor Covid auf die Reisebranche auswirken?
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Die enge Verbindung zwischen körperlicher und geistiger Gesundheit war ein zentrales Gesprächsthema während einer Pandemie, die beide Bereiche für viele Menschen stark beeinträchtigt hat.

Neben den täglichen Ängsten vor einer weltweit grassierenden Krankheit, die Millionen von Menschen betrifft, dem Verlust von Arbeitsplätzen und der Minimierung sozialer Kontakte (um nur einige zu nennen), hat die Pandemie die Frage aufgeworfen, ob die verheerendsten Folgen des Coronavirus medizinischer, wirtschaftlicher oder psychologischer Natur sind.

Wie wirken sich diese neu entdeckten gesundheitlichen Bedenken also über Covid-19 hinaus auf die Reisebranche aus?

Der Zusammenhang zwischen Reisen und psychischer Gesundheit

Jahre bevor wir den Wert einer guten psychischen Gesundheit richtig verstanden hatten, gehörte Urlaub zum Wohlbefinden des Menschen. Laut Dr. Helena McKeown, Vorsitzende des Vertretungsgremiums der British Medical Association (BMA), ist Covid-19 eine interessante Fallstudie gewesen. Da die Reisefreiheit aufgehoben und die Bewegung auf einen Ort beschränkt war, konnte man die tatsächlichen Auswirkungen eines auf einen Ort beschränkten Lebens untersuchen:

"Ganz allgemein wurde immer deutlicher, dass Menschen auf Urlaub hinarbeiten und sich darauf freuen", sagt Helena McKeown. "Er dient der Erholung und Entspannung der Menschen - und in den vergangenen 12 Monaten waren wir nicht in der Lage, die nötige Ruhe zu bekommen."

Das wiederum wirkt sich auf unsere Motivation, Produktivität und den allgemeinen Sinn des Lebens aus. Was wir uns also alle wünschen, ist ein Urlaub - auf ärztliche Anweisung. Doch dank eines durch die Luft übertragenen Virus, das auch Oberflächen kontaminieren kann und sich im Idealfall von Mensch zu Mensch verbreitet, kann die Logistik, die zwischen der sonnenverwöhnten Vision und der Covid-verseuchten Realität liegt, etwas entmutigend sein.

Öffentliche Verkehrsmittel: Fluch und Segen

Bereits vor dem Ende des Jahres 2019 gehörte es zum unbeliebtesten Teil des Reisens: Die "Wir zahlen nicht dafür, zwei Wochen lang am Flughafen zu parken"-Mentalität, die die Leute zu jeder Tages- und Nachtzeit in Busse, Züge und U-Bahnen springen ließ. Man schleppt Koffer, die so groß und überladen sind, dass sie selbst die entschlossensten potenziellen Diebe abschrecken.

Dann findet man sich in einem übermäßig warmen Warteraum mit Hunderten anderen Passagieren wieder, und der Grund, warum alle schwitzen, ist einfach, weil es in Flughäfen keine Fenster gibt. Zur Erinnerung an dieser Stelle: Sie sind mehrere Stunden unterwegs und wahrscheinlich immer noch in einem Umkreis von 25 Kilometern von Ihrem Haus entfernt.

Und dann ist da noch das Flugzeug selbst, das - obwohl es kein kritischer Teil einer erfüllenden Reise ist - wahrscheinlich eine Rolle spielen wird.

"Es wird verständlicherweise einige Ängste geben, wenn es darum geht, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen", erklärt Helena McKeown weiter. "Flugzeuge werden wahrscheinlich der Hauptfaktor sein - die zirkulierende Luft über Stunden hinweg und das Unbehagen, das mit dem Tragen von Masken über einen längeren Zeitraum einhergeht."

Zhang Kenny / Unsplash
Das Tragen von Masken in geschlossenen Räumen wird wahrscheinlich fortgesetzt.Zhang Kenny / Unsplash

Es ist keine Überraschung, dass "Staycations", Roadtrips und Urlaube vor Ort nach der Coronakrise populärer denn je werden.

Unterwegs im Ausland

Die Branchen, deren Überleben vom Tourismus abhängt, haben sich in den vergangenen 12 Monaten ernsthafte Sorgen gemacht. Kulturstätten, Theater, Restaurants und Bars, Museen und andere hatten zu kämpfen, einige mussten sogar für immer ihre Türen schließen. Diejenigen, die sich über Wasser halten konnten, sehnen sich nach dem Tag, an dem die Menschenmassen zurückkehren - aber wird es jemals wieder so sein wie früher?

Diesem Artikel von National Geographic zufolge haben die Ereignisse des vergangenen Jahres unser Angstempfinden tatsächlich verändert. Soziale Distanzierung bedeutet, dass wir buchstäblich die Straßenseite wechseln, um die Nähe zu anderen Menschen zu vermeiden. Das wirft die Frage auf, wie wir jemals wieder Schulter an Schulter mit einem Fremden in einem ausverkauften Veranstaltungsort stehen werden.

Während es unklar bleibt, wie es in geschlossenen Räumen weitergeht, scheint es wahrscheinlich, dass, bis wir eine mehrheitlich geimpfte Weltbevölkerung haben, Maßnahmen wie soziale Distanzierung, Desinfektion und das Tragen von Gesichtsmasken in Kraft bleiben werden.

Impfstoffe werden zum Schlüsselfaktor für die Erholung der Reiseindustrie

Zuletzt waren Impfstoffe ein großes Thema in den Nachrichten: Impfpässe, ihre Vor- und Nachteile und die Fortschritte, die in den vergangenen Monaten gemacht wurden. Aber die Einführung gerät bereits ins Stocken, weil die Öffentlichkeit verunsichert und verängstigt ist.

"Vor kurzem haben wir in einigen Ländern des Kontinents einen Stopp der Impfstoffeinführung erlebt, weil es Bedenken gab, dass der Impfstoff von AstraZeneca negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben könnte", sagt Helena McKeown. "Es ist eine komplizierte Angelegenheit, denn während die Probleme Zeit brauchten, um angemessen behandelt zu werden, bedeutet dies, dass sich der Fortschritt in Teilen Europas verzögert hat."

Was die Impfpässe betrifft, so werden diese an sich schon zu einem Minenfeld für eine soziale Spezies, die wegen Covid ein Jahr lang von Familie und Freunden getrennt war. Die Vorschrift von Impfpässen für Reisen und das Betreten öffentlicher Räume schaltet die Wahlfreiheit potenziell in zweierlei Hinsicht aus:

  • Wenn Sie den Impfstoff aus gesundheitlichen oder persönlichen Gründen nicht wollen.
  • Wenn Sie den Impfpass nicht haben, wird Ihre Bewegungsfreiheit im Vergleich zu den vollständig Geimpften eingeschränkt.

Vor allem bei Menschen, die durch Grenzen getrennt sind, verstärkt das das Gefühl der Trennung. Denn viele Länder entscheiden sich für eine Form der Impfbescheinigung. Abgesehen vom Urlaub besteht das Dilemma darin, wie die Behörden es rechtfertigen, Menschen aus persönlichen, gesundheitlichen und beruflichen Gründen am Reisen zu hindern.

Es ist normal, sich gestresst zu fühlen

Die Coronakrise ist weltweit eine einschneidende Periode. Es ist völlig normal, das Gefühl zu haben, dass die Welt im Moment ein bisschen zu viel sein könnte.

Die Rückkehr zum Reisen bedeutet eine Rückkehr zu Menschenmassen, menschlicher Interaktion, geteilten Unterkünften und Transportmitteln - Worte, die uns im Moment vielleicht vor Unbehagen erschaudern lassen. Aber es ist auch eine Rückkehr zu Erfahrungen, bereichernden Abenteuern, neuen Menschen und unerforschten Ländern.

Die Welt erwartet uns - und sie geht nicht so schnell weg. Nehmen Sie sich Zeit, bleiben Sie in Ihrer Komfortzone und erleben Sie ein Abenteuer nach dem anderen.

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