Warum ist Alabama die Heimat der Bürgerrechtsbewegung?

Warum ist Alabama die Heimat der Bürgerrechtsbewegung?
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Von Tim Gallagher

Alabama ist die Heimat von gutem Essen, Spaß und Geschichte; ein Staat, dessen Bedeutung auf der ganzen Welt durch sein Erbe der Bürgerrechtsbewegung gesichert ist. Alabama hat einen besonderen Platz in den Herzen und Köpfen der Afroamerikaner und derjenigen, die für Gleichheits-Rechte in der ganzen Welt kämpfen.

Eine andere Perspektive

Montgomery ist bekannt als die "Hauptstadt der Träume", und es ist nicht schwer zu verstehen, warum, denn hier befinden sich nationale Denkmäler wie die Dexter Avenue King Memorial Baptist Church und das National Memorial for Peace and Justice.

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Dexter Avenue King Memorial Baptist Churcheuronews

Die wohl berühmteste Einwohnerin von Montgomery ist Rosa Parks, die Frau, die 1955 eine Bewegung in Gang setzte, als sie sich weigerte, ihren Sitzplatz im Bus aufzugeben.

"Hinter dieser Geschichte steckt so viel mehr", sagt die örtliche Reiseleiterin, Künstlerin und Aktivistin Michelle Browder, die an der Gestaltung und Bemalung des Black Lives Matter-Wandbildes in Montgomery mitgewirkt hat.

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Rosa Parkseuronews

Parks' mutige Entschlossenheit führte zu Gruppen wie der Bürgerrechtsorganisation Alabama Christian Movement for Human Rights (ACMHR) und natürlich zu Martin Luther King Jr. Auf ihren Führungen zeigt Browder Orte der Bürgerrechts-Bewegung, aber auch einige versteckte Kleinode.

Sie möchte, dass die Menschen durch die Geschichte aufgeklärt werden, damit sich die Ereignisse der Rassentrennung und der Jim Crow-Gesetze nicht wiederholen.

"Es ist toll, all die Museen zu besuchen, aber wenn man die Örtlichkeiten selbst sieht, bekommt man eine andere Perspektive", so Bowder.

Grillen für die Freiheit

Überall in Montgomery gab es versteckte Treffpunkte, die während der Zeit der Bürgerrechte als Gemeinschaftsräume, Zufluchtsorte und Bildungsstätten dienten.

Ein solcher Ort, der immer noch existiert - und köstliche Südstaatenküche serviert - ist Brenda's Bar-B-Que Pit.

"Hier gab es geheime Treffen, und Menschen, die nicht lesen und schreiben konnten, bekamen Nachhilfeunterricht", sagt die Miteigentümerin und Enkelin des ursprünglichen Besitzers, Monique Bethune.

Bethunes Großmutter war eine führende Aktivistin, die 1965 am Marsch von Selma nach Montgomery teilnahm, und in ihrem Lokal gibt es nicht nur viel zu lernen, sondern auch zu essen - fragen Sie nur nicht nach dem geheimen Soßenrezept!

"Hier geht es um mehr als BBQ", sagt die Gastronomin.

"Es ist BBQ und Vermächtnis."

Edmund-Pettus-Brücke

Die international bekannte Stadt Selma hat als Ausgangspunkt des gleichnamigen Marsches von Selma nach Montgomery eine eigene Geschichte zu erzählen.

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Edmund Pettus Bridgeeuronews

Hier können Sie das Coffee Shoppe in Sichtweite der Edmund Pettus Bridge besuchen. Die Brücke war der Schauplatz des berüchtigten Bloody Sunday, als die Polizei brutal gegen Demonstranten vorging, die friedlich für ihr Wahlrecht demonstrierten.

"Wir haben Menschen aus allen Teilen der Welt bedient. Das ist ein erstaunliches Zeugnis dafür, was Selma für die Welt bedeutet", sagt Jackie Smith, die Besitzerin des Coffee Shoppe.