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Japan baut den weltweit schnellsten Zug: Kommt er jemals nach Europa?

Zwei weiße Shinkansen stehen im Bahnhof von Tokio, Japan.
Zwei weiße Hochgeschwindigkeitszüge in einem Bahnhof in Tokio, Japan. Copyright  Justin Brinkhoff/Pexels
Copyright Justin Brinkhoff/Pexels
Von Indrabati Lahiri
Zuerst veröffentlicht am
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Japan entwickelt derzeit den Zug der L0-Serie. Er dürfte bis zu 603,5 km/h erreichen und wäre damit der schnellste Zug der Welt.

Japan entwickelt derzeit den weltweit schnellsten Zug: die L0-Serie, einen japanischen Magnetschwebezug, den die Central Japan Railway Company (JR Central) baut und testet.

Der Zug soll bis zu 603,5 km/h erreichen. Das ist deutlich schneller als der bislang einzige kommerzielle Magnetschwebezug, Chinas Shanghai Maglev, der bis zu 460,2 km/h schafft.

Zum Vergleich: Europas schnellste Züge, der französische TGV und der italienische AGV Italo, fahren im Regelbetrieb mit 306 bis 354 km/h.

Zwischen Tokio und Nagoya schrumpft die Reisezeit auf wenige Minuten

Normalerweise dauert die Fahrt von Tokio nach Nagoya zwischen einer Stunde und sechsundzwanzig Minuten und zweieinhalb Stunden oder mehr. Je nach Verbindung: schneller Shinkansen oder die langsameren Kodama- oder Hikari-Züge.

Die derzeit entstehende Chuo-Shinkansen-Strecke der L0-Serie dürfte die Reisezeit auf nur 40 Minuten drücken. Später soll auch eine Verbindung zwischen Nagoya und Osaka hinzukommen. Damit entstünde ein zusammenhängender Großraum mit drei Städten.

Ein Beispiel aus Europa: Zwischen London und Edinburgh würde die Fahrt auf nur 60 Minuten sinken. Heute braucht man mit britischen Zügen vier bis fünf Stunden und fünfundvierzig Minuten.

Warum ist die L0-Serie so schnell?

Die L0-Serie nutzt Magnetschwebetechnik. Sie hebt den Zug über die Schienen und treibt die Wagen mit einem separaten Elektromotor nach vorne.

Strom und Magnetkraft wirken zusammen. Dadurch gleitet der Zug mit bislang kaum vorstellbaren Geschwindigkeiten durch die Luft.

Sobald der Betrieb freigegeben ist, soll der Zug von Tokio nach Osaka in einer Stunde fahren. Heute dauert die Strecke zwischen zwei Stunden und zwanzig Minuten und vier Stunden.

Klar ist: Dieser futuristische Zug braucht enorme Investitionen. Bislang liegen die Kosten bei rund 52 Milliarden Pfund (59,9 Milliarden Euro).

Ursprünglich war die Fertigstellung für 2027 geplant. Inzwischen verzögert sich das Projekt um acht Jahre. Ein realistischer Start liegt wohl zwischen 2034 und 2035.

Könnte dieser Zug in Europa funktionieren?

Zugfans freuen sich über die Entwicklung. Doch die entscheidende Frage bleibt: Lässt sich dieser Zug außerhalb Japans einsetzen, etwa im Vereinigten Königreich oder in Europa?

Die Integration eines derart schnellen Zuges in den britischen oder europäischen Markt dürfte schwieriger sein als gedacht. Dort zählen Komfort, Reiseerlebnis, Luxus und gute Zugänglichkeit oft genauso viel, wenn nicht mehr. Bahnreisen werden häufig wegen ihrer langsamen, landschaftlich reizvollen Strecken geschätzt.

Nur auf klar funktionalen Geschäftsstrecken, etwa von London nach Paris oder von London nach Brüssel, hätte ein Ultrahochgeschwindigkeitszug Vorteile. Sonst geriete er in diesen Märkten schnell ins Hintertreffen.

Hinzu kommt: Ein Zug wie die L0-Serie erfordert hohe Investitionen und neue Infrastruktur, denn er kann nicht auf bestehenden Gleisen fahren. Große Teile der Strecke müssten als Tunnel gebaut werden, speziell für diese Technik.

Der Energiebedarf liegt deutlich über dem normaler britischer oder europäischer Züge, was die Kosten zusätzlich steigert. Zudem fasst er weniger Fahrgäste als die meisten europäischen Züge, was die Wirtschaftlichkeit schmälert.

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