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Das Venedig, das fast kein Tourist kennt: Joggen im Morgengrauen und eigene Maske basteln

Rialto-Brücke in Venedig.
Rialtobrücke in Venedig. Copyright  David del Valle
Copyright David del Valle
Von David Del Valle
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Jedes Jahr kommen Millionen Touristinnen und Touristen nach Venedig. Nur wenige lernen die Stadt der Handwerker, alten Traditionen und stillen Winkel mit ihrer echten Seele kennen.

Genau diese weniger bekannte Seite der Stadt möchte das Hotel Avani Rio Novo Venice zeigen. Dafür setzt es auf mehr als nur eine Unterkunft: ein Aktivprogramm, mit dem Gäste Venedig wie eine Einheimische oder ein Einheimischer erleben.

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Das Angebot reicht von Laufrunden im Morgengrauen über Workshops für venezianische Masken und Glaskurse auf Murano bis hin zu Arbeiten mit dem traditionellen Holz aus der Lagune und italienischen Kochkursen. Hinter allem steht ein Ziel: Besuchende sollen mit der Stadt auf eine intensivere und authentischere Weise in Kontakt kommen.

Für einen Tag Venezianer sein

„Wir möchten, dass sich unsere Gäste ein Stück weit wie Einheimische fühlen, wie echte Venezianer“, sagt Elisa Necci, Leiterin Gästebetreuung des Hotels, im Gespräch mit Euronews.

Nach ihren Worten steckt hinter den Angeboten die Idee, weit über klassischen Sightseeing-Tourismus hinauszugehen. „So sieht und erlebt man Venedig aus einem völlig anderen Blickwinkel. Es ist nicht nur etwas Touristisches. Die Besuchenden fassen die Objekte selbst an, erfahren ihre Geschichte und fühlen sich als Teil davon“, erklärt sie.

Am deutlichsten zeigt sich das im Glasworkshop auf Murano. Statt nur ein Souvenir im Geschäft zu kaufen, lernen die Teilnehmenden das Handwerk von innen kennen und gestalten unter Anleitung lokaler Kunsthandwerker ein eigenes Stück.

Es geht eben nicht nur darum, ein typisches Objekt zu kaufen. Man kann ausprobieren, wie Glas entsteht, die Geschichte dieser Tradition kennenlernen und etwas mitnehmen, das man mit den eigenen Händen geschaffen hat. Dadurch wird die Erfahrung viel intensiver und persönlicher“, sagt Necci.

Ähnlich läuft es in den Kursen für venezianische Masken, einem historischen Wahrzeichen der Stadt. „Eine Maske herzustellen, verbindet dich mit der Vergangenheit Venedigs. Und es ist eine Aktivität für die ganze Familie, die sehr besondere Erinnerungen schafft“, ergänzt sie.

Panorama von Venedig.
Panorama von Venedig. David del Valle

Die Stadt vor dem Erwachen

Vielleicht am außergewöhnlichsten ist der Sunrise Running Tour, eine geführte Laufrunde durch die historische Altstadt, wenn die Stadt noch schläft.

Früh am Morgen, wenn die Terrassen geschlossen sind und die großen Touristengruppen noch fehlen, laufen die Teilnehmenden mit einem professionellen Guide durch einige der bekanntesten Ecken Venedigs.

„Venedig ist sonst voll mit Touristinnen und Touristen, Booten, Lärm und Bewegung. Im Morgengrauen wirkt die Stadt völlig anders. Man ist fast allein und spürt die ruhigste Seite der Stadt, als würde man wirklich hier wohnen“, sagt Necci.

Menschen, die durch Venedig laufen.
Menschen, die durch Venedig laufen. David del Valle

Der Guide des Laufs, Denys Bukovskyi, lebt seit mehr als sechzehn Jahren in Venedig und verbindet seine Arbeit als Stadtführer mit seiner Leidenschaft für den Laufsport. „Ich freue mich, am frühen Morgen eine unvergessliche Tour durch das historische Zentrum anbieten zu können und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten aus einer neuen Perspektive zu zeigen. Außerdem startet man mit Bewegung in den Tag und nimmt ein gutes Gefühl mit, das den ganzen Tag anhält“, sagt er.

Bukovskyi betont, dass das Angebot für alle Fitnesslevel geeignet ist. „Es ist eine spielerische Art, Venedig kennenzulernen und gleichzeitig Sport zu treiben. Man nutzt den Moment, in dem die Straßen leer sind, und besucht Orte, die tagsüber überfüllt sind. Die Strecke passt sich an das Tempo der einzelnen Teilnehmenden an – schneller, langsamer oder auch im Gehen. Was will man mehr? Ein unglaublicher Ort und eine gesunde Aktivität.“

Für alle, die Venedig nur als überfüllte Sommerdestination kennen, eröffnet die Tour ein völlig anderes Bild: stille Gassen, leere Brücken und die ersten Sonnenstrahlen, die sich in den Kanälen spiegeln.

Beim Sport verborgenere Ecken Venedigs entdecken.
Beim Sport verborgenere Ecken Venedigs entdecken. David del Valle

Geschichte mit den Händen begreifen

Eine weitere Avani-Aktivität führt zu einem der prägendsten Elemente der Lagunenlandschaft: den alten Holzpfählen, die aus dem Wasser ragen und die Kanäle markieren.

In der Werkstatt Lunardelli arbeiten die Teilnehmenden mit genau diesem historischen Holz und verwandeln es in dekorative und funktionale Stücke. „Das hängt sehr eng mit dem Venedig-Erlebnis zusammen, denn das Material stammt direkt aus der Lagune. Unsere Gäste können ein Stück Stadtgeschichte im wahrsten Sinne des Wortes anfassen“, erklärt Necci.

Ihr ist wichtig zu betonen, dass hinter jeder Aktivität der Wunsch nach einer emotionalen Verbindung zum Reiseziel steht. „Wir wollen nicht, dass Menschen nur eine Geschichte anhören. Sie sollen Teil dieser Geschichte werden. Sie sollen mit einer Erinnerung nach Hause fahren, die etwas bedeutet und sie an das erinnert, was sie hier erlebt haben“, sagt sie.

Tourismus setzt auf Erlebnis

Das Konzept spiegelt auch eine Veränderung beim Reisen wider. Immer mehr Touristinnen und Touristen suchen immersive Erlebnisse, die ihnen einen authentischen Blick auf ihr Ziel geben.

Nach Beobachtung von Necci kommt das Interesse aus sehr unterschiedlichen Gruppen. „Wir empfangen Gäste aus Spanien, Lateinamerika, den Vereinigten Staaten, Deutschland oder Frankreich, die mehr wollen, als den Markusplatz zu sehen oder mit der Gondel zu fahren. Sie möchten verstehen, wie die Stadt wirklich ist, und eine Verbindung zu ihr herstellen.“

Genau diesen Ansatz möchte das Hotel zu seinem wichtigsten Alleinstellungsmerkmal machen – in einer Stadt mit einer der höchsten Hoteldichten Europas.

Wir wollen nicht einfach nur ein weiteres Hotel in Venedig sein. Wir möchten eine Referenzadresse für alle werden, die die Stadt anders erleben wollen. Entscheidend ist nicht nur das Zimmer oder der Service, sondern eine echte Verbindung zum Ort“, betont sie.

In einer Stadt, in der viele Reisende denselben Routen wie Millionen Touristinnen und Touristen zuvor folgen, bieten Ideen wie der Lauf im Morgengrauen durch leere Gassen, das Gestalten einer handgefertigten Maske oder der Blick hinter die Kulissen der Murano-Glaskunst die Chance, ein anderes Venedig zu entdecken. Eine Stadt, die jenseits der Postkarten weiterlebt und Besuchenden für ein paar Stunden das Gefühl gibt, dazuzugehören.

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