Kroatiens jüngster Nationalpark lockt mit Burgen, Eichenwäldern, mittelalterlichen Städtchen, prähistorischen Höhlen und langen Wander- und Radwegen.
Kroatien hat kürzlich den Naturpark Zagorje-Gebirge ausgewiesen – den ersten seit dem Naturpark Dinara. Damit stehen inzwischen rund 38,6 Prozent der Landesfläche unter Schutz.
Der neue Park liegt gut eine Autostunde von der Hauptstadt Zagreb entfernt. Er ist Kroatiens dreizehnter geschützter Naturpark und umfasst beeindruckende 30.000 Hektar mit Ravna Gora, Ivanščica, Strahinjčica, dem Macelj-Gebirge und der Region Bednja.
Zagorje-Gebirge: Was Besucher sehen und erleben
Bislang ist Kroatien vor allem für seine Strände, Inseln und Küsten bekannt. Der neue Park soll den Inlandstourismus stärken und auf die vielfältigen, ökologisch reichen Regionen fern der Adria aufmerksam machen – mit Wäldern, Burgen, Hügellandschaften und vielen Outdoor-Angeboten.
Die Ausweisung des Parks dürfte zudem zusätzliche Mittel für den Naturschutz anziehen.
Im Zagorje-Gebirge verlaufen mehr als 150 Kilometer malerische Wander- und Radwege. Sie führen zu Aussichtspunkten, durch charmante Dörfer, Eichenwälder und über historische Bergpfade – ein ideales Revier für Aktivurlauber.
Von einigen Aussichtspunkten wie dem Berg Ivanščica blicken Besucher bis nach Slowenien und über die weite Landschaft des nordkroatischen Hinterlands.
Zu den Höhepunkten gehört die Burg Trakošćan, eine eindrucksvolle Burg aus dem dreizehnten Jahrhundert, heute ein Museum, umgeben von einem Angelsee und dem Naturpark. Ebenfalls sehenswert ist Veliki Tabor, eine gut erhaltene mittelalterliche Festungsstadt, die für ihre Panoramablicke bekannt ist.
Am pferdeförmigen Berg Ravna Gora ragen dramatische Kalksteinfelsen rund 80 Meter in die Höhe. Ein Lehrpfad, die „Straße der Orchideen“, stellt die Pflanzenwelt vor. Im Neandertaler-Museum von Krapina erhalten Besucher tiefere Einblicke in die reiche geologische Geschichte der Region. Wanderer können außerdem zu den Berghütten Filić Dom und Pusti Duh aufsteigen.
Ein weiteres Highlight ist die Vindija-Höhle, eine prähistorische Stätte mit einer umfangreichen Sammlung paläolithischer Funde.
Europa baut Natur- und Wandergebiete aus
Der neue kroatische Naturpark entsteht in einer Phase, in der viele europäische Städte und Staaten verstärkt Naturflächen und Infrastruktur für Aktivitäten im Freien ausbauen.
Der längste Küstenwanderweg der Welt, der King Charles III England Coast Path im Vereinigten Königreich, steht fast vor der Vollendung. Er soll die gesamte englische Küste auf rund 4.345 bis 4.500 Kilometern umrunden und Städte, Badeorte, Häfen und abgelegene Regionen von Northumberland bis Cornwall verbinden.
Der Weg schafft zudem besseren Zugang zu Klippen und Stränden, besonders zu abgelegenen Abschnitten.
Mallorca hat im Januar ebenfalls eine neue Wanderroute eröffnet: den 104 Kilometer langen Gran Recorrido del Llevant, der die weniger besuchte, wildere Ostküste von Cales de Mallorca bis Cala Agulla erschließt.
Weitere neu eröffnete Routen und Naturgebiete in Europa sind der Wanderweg Palmilhar in Portugal, der litauische Miško Takas und der Stockholm Archipelago Trail in Schweden.