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Reisen mit KI: ChatGPT plant vielleicht schon Ihre nächste Reise

Rome2Rio und Mutterkonzern Omio starten Apps in ChatGPT, mit denen Nutzer Reisen suchen, vergleichen und planen können.
Rome2Rio und Mutterkonzern Omio haben Apps in ChatGPT gestartet, mit denen Nutzer Reisen suchen, vergleichen und planen können. Copyright  Canva
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Von Pascale Davies
Zuerst veröffentlicht am
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Künstliche Intelligenz verändert Tourismus: ChatGPT plant künftig wohl Ihre komplette Reise.

Vom Sprint zum Gate bis zur Panik im Flugzeug, wie man ein fremdes Hotel erreicht: Reisestress könnte bald der Vergangenheit angehören. Künstliche Intelligenz verspricht einen reibungslosen Ablauf – möglicherweise auf Kosten der Spontaneität.

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Zwei internationale Reiseplattformen bringen gemeinsam mit OpenAI Apps an den Start. Sie sollen den wöchentlich rund neunhundert Millionen Nutzerinnen und Nutzern der ChatGPT-Plattform weltweiten Zugriff auf Routen, Preise und Verkehrsmittel verschaffen.

Rome2Rio und das deutsche Mutterunternehmen Omio kündigen Erweiterungen für ChatGPT an. Damit können Nutzerinnen und Nutzer Verbindungen mit Bahn, Bus, Flugzeug, Fähre und anderen Verkehrsmitteln suchen, vergleichen und planen.

Wer heute die beste Route zwischen zwei Städten sucht, springt oft zwischen mehreren Buchungsportalen hin und her, um die passende Verbindung zusammenzustellen. Neue KI-gestützte Apps sollen dieses Problem lösen.

Nutzerinnen und Nutzer können schlicht fragen: „Was ist die schnellste und günstigste Verbindung von Rom nach Florenz am kommenden Samstag?“ und erhalten alle Infos in einem einzigen Chatverlauf.

Laut Erhebungen von Rome2Rio nutzt bereits etwa ein Drittel der Reisenden KI zur Planung – oft noch bevor sie sich überhaupt für ein Ziel entschieden haben.

Noch arbeitet KI nicht fehlerfrei, sie kann sich Dinge ausdenken und „halluzinieren“. Die Unternehmen betonen jedoch, dass ihre Dienste auf Echtzeitdaten beruhen, nicht auf von der KI geschätzten Werten.

„Es gibt einen echten Zug, einen echten Bus, eine Fähre – und alles ist per API, über tiefgehende technische Schnittstellen, verbunden“, sagt Naren Shaam, Gründer und CEO von Omio, gegenüber Euronews Next.

„Alles, was darauf aufbaut, ist echter Inhalt.“

Die Technik soll falsche KI-Ausgaben verringern. Sie greift auf geprüfte Bestände zurück, statt ungefähre Reiseinformationen zu generieren, erklärt Shaam.

KI könne auch die Reise selbst erleichtern, sagt Shaam. Sie informiere über Störungen und schlage Ausweichrouten vor.

„Wenn es auf einer Strecke zu einer Störung kommt, sollten wir Ihnen im Idealfall eine Nachricht schicken: ‚Achtung, es gibt wahrscheinlich eine Unterbrechung. Hier sind ein paar alternative Optionen‘“, so Shaam. Kurzfristige Änderungen kosteten zwar oft mehr, Ziel sei aber, Reisen „viel transparenter zu machen und Kundinnen und Kunden zu fundierten Entscheidungen zu befähigen“.

Trotz aller Vorteile der KI für Reisende gibt es Bedenken. Wenn alle ihre Routen und Urlaube mit denselben Tools planen, könnten ohnehin überlaufene Ziele noch voller werden.

Nimmt ein Algorithmus zudem den Reiz des Ungeplanten? Das zufällige Abbiegen auf eine unbekannte Strecke, das Entdecken einer Stadt, die auf keinem Reiseplan steht, die spontane Entscheidung am Bahnhof?

KI-Systeme lernen aus Beliebtheitsdaten und verstärken bestehende Muster. Sie lenken Nutzende daher womöglich auf dieselben Routen und Abenteuer, die ohnehin in den Suchmaschinen dominieren.

Shaam räumt dieses Risiko ein, sieht aber auch die gegenteilige Wirkung.

„KI kann Menschen dazu befähigen, mehr Routen zu entdecken“, sagt er. „Man muss weitere Fragen stellen, dann geht das System tiefer in den Kontext und liefert individuellere Reisepläne.“

Die Idee dahinter: Eine dialogorientierte KI lädt eher zu Rückfragen ein als ein klassisches Suchfeld. Wer etwa nach einer Übernachtungsmöglichkeit in Madrid fragt, landet schnell bei weiteren Regionen Spaniens.

Nach Shaams Ansicht kann diese Art der Entdeckung auch den Tourismus entzerren. KI lenke Reisende verstärkt auf Bahn- und Busverbindungen zu weniger bekannten Zielen.

„Wer nach Spanien reist und nicht nur Madrid und Barcelona besucht, sondern auch Sevilla, Granada oder Bilbao, sitzt jeweils nur rund zwei bis zweieinhalb Stunden im Zug“, sagt er.

„Wenn KI solche Reisen erleichtert, profitieren auch die lokalen Ökosysteme“, so Shaam.

Vorerst versteht Omio KI vor allem als Werkzeug für die Organisation. Der Entdeckergeist der Reisenden soll erhalten bleiben.

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