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Ferien trotz hoher Energie-Preise? Britische Airlines legen Flüge zusammen, um Kerosin zu sparen

Flugzeuge am Flughafen London City
Flugzeuge am Flughafen London City Copyright  Photo by Henry Ren on Unsplash
Copyright Photo by Henry Ren on Unsplash
Von Dianne Apen-Sadler
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Britische Fluggesellschaften können Start- und Landerechte an Flughäfen künftig straffrei zurückgeben. Dadurch entfallen umstrittene sogenannte "Geisterflüge", die allein dem Slot-Erhalt dienen.

Die britische Regierung will bestimmte Vorschriften für Fluggesellschaften lockern. So sollen Sommerurlaube trotz der durch den Iran-Krieg ausgelösten Treibstoffkrise möglichst reibungslos verlaufen.

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Zwar haben Fluggesellschaften in Großbritannien derzeit offenbar keine Versorgungsprobleme. Das Verkehrsministerium erklärte jedoch, man hoffe, dass die Änderungen den Airlines erlauben, "realistisch zu planen" und Flugpläne früher festzulegen, um spätere kurzfristige Umbuchungen zu vermeiden.

Airlines, die an einem Tag mehrere Flüge zum selben Ziel anbieten, können ihre Verbindungen künftig zusammenlegen. So soll unnötiger Kerosinverbrauch vermieden werden, wenn Maschinen mit nur wenigen Passagieren an Bord starten.

Die Regierung kündigte außerdem an, dass Fluggesellschaften einen Teil der ihnen zugeteilten Start- und Landerechte, der sogenannten "Slots", zeitweise zurückgeben können, ohne diese dauerhaft zu verlieren.

Nach geltenden Regeln müssen Airlines in einer Saison mindestens 80 % ihrer Slots nutzen, sonst fallen sie an andere Gesellschaften. Diese Praxis sorgte in der Corona-Pandemie für Schlagzeilen, als Tausende sogenannter "Geisterflüge" ohne eine nennenswerte Zahl an Passagieren abhoben.

"Seit der Schließung der Straße von Hormus überwacht die Regierung die Kerosinversorgung täglich und arbeitet mit Fluggesellschaften, Flughäfen und Treibstofflieferanten zusammen, um möglichen Problemen einen Schritt voraus zu sein“, sagte die britische Verkehrsministerin Heidi Alexander.

"Es gibt derzeit keine unmittelbaren Engpässe. Wir bereiten uns aber jetzt darauf vor, Familien langfristige Sicherheit zu geben und unnötige Störungen am Abfluggate in diesem Sommer zu vermeiden.“

"Dieses Gesetz gibt Fluggesellschaften die Möglichkeit, Flüge bei Bedarf rechtzeitig anzupassen. Das schützt Passagiere und Unternehmen. Wir werden alles tun, um unser Land so gut wie möglich vor den Folgen der Lage im Nahen Osten abzuschirmen.“

Nicht alle sind mit den vorgeschlagenen Änderungen einverstanden.

Viele haben die Flüge für die Ferien bereits gebucht

"Millionen Britinnen und Briten haben ihre Sommerflüge bereits gebucht und dafür oft hohe Preise zu Spitzenzeiten bezahlt“, erklärt Rory Boland, Chefredakteur des Verbrauchermagazins Which? Travel.

"Schon jetzt dürfen Airlines ihre Kundinnen und Kunden auf andere Flüge umbuchen, wenn sie mehr als 14 Tage vorher Bescheid geben und die Wahl zwischen einem neuen Flug und einer Erstattung anbieten. Nur bei Streichungen innerhalb von 14 Tagen steht den Reisenden zu Recht eine Entschädigung zu."

"Es wäre unfair, die Regeln nun zugunsten der Airlines zu verbiegen und die Passagiere womöglich auf den Kosten sitzen zu lassen. Viele Menschen verstehen, dass es zu Störungen kommen kann und sind bereit, ein paar Stunden oder einen Tag später zu fliegen. Für Kurztrips oder Reisen mit Anschlussflügen kann das aber bedeuten, dass sich die Reise nicht mehr lohnt.

Bevor es irgendwelche Änderungen gibt, brauchen Passagiere glasklare Zusagen, dass ihre Rechte nicht aufgeweicht werden und Airlines Reformen nicht als Vorwand nutzen dürfen, um die Kosten von Störungen auf Reisende abzuwälzen.“

Großbritannien hat in Reaktion auf die Schließung der Straße von Hormus nach dem US-israelischen Angriff auf den Iran die heimische Kerosinproduktion erhöht. Zusätzlich bezieht das Land Flugzeugtreibstoff aus mehreren Staaten, die von der Krise nicht betroffen sind, darunter die USA.

Fluggastrechte: Das steht Ihnen zu

Für Reisende im Vereinigten Königreich gilt: Wenn eine Airline Ihren Flug streicht, haben Sie das Recht, zwischen einer Erstattung und einer alternativen Beförderung zu wählen.

Verspätet sich Ihr Flug erheblich – mehr als zwei Stunden bei Kurzstrecken, drei Stunden bei Mittelstrecken und vier Stunden bei Langstrecken –, haben Sie Anspruch auf Essens- und Getränkegutscheine sowie gegebenenfalls auf eine Übernachtung im Hotel.

In den EU-Staaten sind die Rechte ähnlich. Wird Ihr Flug gestrichen, können Sie entweder Ihr Geld zurückverlangen, sich so früh wie möglich an Ihr Ziel umbuchen lassen oder auf einen späteren, Ihnen passenden Zeitpunkt umbuchen.

Weitere Informationen zu Ihren Rechten in der EU finden Sie auf der Website Your Europe - auch auf Deutsch.

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