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Zehn Jahre nach Brexit: Reiseregeln sorgen weiter für viel Verwirrung

Passregeln bringen britische Reisende weiter in Schwierigkeiten
Passregeln werden britischen Reisenden weiter zum Verhängnis Copyright  Photo by Ethan Wilkinson on Unsplash
Copyright Photo by Ethan Wilkinson on Unsplash
Von Saskia O'Donoghue
Zuerst veröffentlicht am
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Viele Britinnen und Briten wissen noch immer nicht, was Brexit für ihren Urlaub in Europa bedeutet – trotz neuer Passregeln, Visapflichten und Gesundheitsfragen.

Auch wenn es kaum zu glauben ist: In dieser Woche jährt sich die Brexit-Abstimmung zum zehnten Mal – und mit ihr ein Jahrzehnt der Verwirrung für viele Menschen.

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Seit Großbritannien sich vor zehn Jahren für den EU-Austritt entschieden hat, kämpfen Urlauberinnen und Urlauber noch immer mit einem regelrechten Wirrwarr an Reisevorschriften. Die sorgen an Flughäfen, Grenzübergängen und Ferienorten in ganz Europa für Probleme.

Studien zeigen, dass die Sorge ums Reisen im Brexit-Zeitalter weiterhin groß ist. Millionen Britinnen und Briten wissen nicht genau, welche Regeln zur Gültigkeit von Pässen, neuen Visa und zur medizinischen Versorgung im Ausland gelten.

Hier ein Überblick über das Wichtigste, was man fürs Reisen im Brexit-Zeitalter wissen sollte.

Grenzstau-Sorgen wachsen: EES wird eingeführt

Lange Schlangen an europäischen Grenzkontrollen bereiten britischen Urlaubern zunehmend Sorgen, seit das Entry/Exit System der EU (EES, EES) schrittweise eingeführt wird. Kritiker sprechen bereits von einem „systemischen Versagen“.

Reisende aus Staaten außerhalb des Schengen-Raums müssen an der Grenze biometrische Daten abgeben. In der Praxis verläuft die Einführung jedoch sehr uneinheitlich.

Manche Länder schalten das System je nach Andrang an und wieder ab. EU-Beamte rechnen damit, dass es Jahre dauern kann, bis alle Probleme behoben sind.

Laut neuen Daten des britischen Anbieters Holiday Extras äußerten mehr als jede fünfte befragte Person (23 Prozent) große Sorgen wegen möglicher Verzögerungen auf Sommerreisen.

Die zweitgrößte Sorge ist, einen Anschlussflug oder eine Weiterreise zu verpassen; das gaben 21 Prozent an. 16 Prozent fühlen sich durch die unklaren Wartezeiten gestresst.

ETIAS: Neue EU-Einreisegenehmigung, die viele Briten noch nicht kennen

Eine der größten noch ausstehenden Änderungen, die für britische Reisende zusätzlichen Ärger bringen könnte, ist der Start des European Travel Information and Authorisation System (ETIAS). Das System soll im letzten Quartal 2026 eingeführt werden. Die EU will den genauen Termin einige Monate vorher bekanntgeben.

Künftig müssen Reisende aus dem Vereinigten Königreich in den Schengen-Raum vor der Abreise online eine Einreisegenehmigung beantragen. Das bedeutet einen zusätzlichen Schritt bei der Urlaubsplanung und eine Gebühr von 20 Euro pro erwachsene Person. Minderjährige, ältere Menschen sowie Angehörige von EU-Bürgerinnen und -Bürgern sollen ausgenommen sein.

Trotz des nahenden Starts ist das Bewusstsein dafür erstaunlich gering. Laut Holiday Extras wissen fast drei Viertel der Befragten (73 Prozent) nicht, wie ETIAS funktionieren soll. Die Hälfte gab an, sie hätten gar nicht gewusst, dass ein solches System eingeführt wird.

Passregeln bleiben Stolperfalle für Reisende

Neben EES und ETIAS sorgt vor allem die Frage, wie lange ein Reisepass gültig sein muss, für Unsicherheit.

Fast die Hälfte der von Holiday Extras Befragten (44 Prozent) kennt die genauen Einreisevorschriften für Pässe in den Schengen-Raum nicht. Das kann teuer werden.

Jede vierte Person berichtete von eigenen Problemen: von Umbuchungen oder abgesagten Reisen bis hin zur kompletten Verweigerung der Beförderung, weil der Pass als ungültig für die Einreise eingestuft wurde.

Die Regeln unterscheiden sich von der Zeit vor dem Brexit. Manche Pässe scheinen zwar noch lange gültig zu sein, reichen aber trotzdem nicht für die Einreise in EU-Staaten.

Viele Reiseziele verlangen inzwischen, dass der Pass noch mindestens sechs Monate über das Ausreisedatum hinaus gültig ist. Die Vorgaben unterscheiden sich jedoch je nach Land, deshalb sollten Reisende vorab genau prüfen, was gilt.

GHIC-Karte vor Reise prüfen

Nicht nur Grenzregeln werden für Reisende zur Falle.

In diesem Jahr laufen mehr als zwei Millionen Global Health Insurance Cards (GHIC) ab. Ohne eine gültige Karte könnten Urlauberinnen und Urlauber in vielen europäischen Ländern keinen Zugang zur staatlichen Gesundheitsversorgung zu denselben Bedingungen wie Einheimische haben – eine der wenigen verbleibenden Brexit-Vergünstigungen für Menschen aus dem Vereinigten Königreich.

Die kostenlose Karte hat nach dem Brexit die European Health Insurance Card (EHIC) ersetzt. Sie ermöglicht Behandlungen in staatlichen Krankenhäusern und Arztpraxen.

Wie beim Reisepass gilt auch hier: Das Ablaufdatum rechtzeitig vor der Reise prüfen.

Trotz ihres Nutzens ersetzt eine GHIC die Reiseversicherung nicht. Ideal ist die Kombination: So lassen sich hohe Behandlungskosten und Selbstbeteiligungen in der Versicherung vermeiden.

Bei der Reiseversicherung sollten Sie den Schutz frühzeitig abschließen und nicht erst am Abreisetag. Dann sind Sie auch gegen Krankheiten oder unvorhergesehene Ereignisse abgesichert, die die Reise schon vor dem Start verhindern.

Gibraltar: Grenzzaun fällt vor neuem EU-UK-Vertrag

Eine Region, die eine positive Folge des Brexit erlebt, ist Gibraltar. Das britische Überseegebiet an der Grenze zu Spanien hat seinen Grenzzaun abgebaut, noch bevor am 15. Juli ein wegweisender Vertrag zwischen EU und Vereinigtem Königreich in Kraft tritt.

Der Brexit ist in Gibraltar äußerst unpopulär. Rund 96 Prozent der Bevölkerung stimmten im Referendum für den Verbleib in der EU.

Das Abkommen, über das nach dem Brexit jahrelang verhandelt wurde, sieht vor, dass Gibraltar formell dem Schengen-Raum unter spanischer Verantwortung beitritt.

Sobald die Neuerungen greifen, werden Grenzkontrollen nicht mehr am Landübergang durchgeführt, sondern am Flughafen und im Hafen von Gibraltar.

Damit verschwindet einer der ungewöhnlichsten Grenzübergänge Europas. Zugleich markiert der Schritt einen tiefgreifenden Wandel in den Beziehungen zwischen Gibraltar, Spanien und der Europäischen Union.

Für Reisende dürfte das einen deutlich leichteren Grenzübertritt zwischen Gibraltar und dem angrenzenden Spanien bedeuten. Die jahrelange Unsicherheit über die Zukunft des Gebietes nach dem Brexit könnte damit enden.

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