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Russland greift die Ukraine vor den nächsten Friedensgesprächen massiv an

Brennendes Wohnhaus in Kyjiw nach einem russischen Angriff, 3. Februar 2026
Brennendes Wohnhaus in Kyjiw nach einem russischen Angriff, 3. Februar 2026 Copyright  AP Photo
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Von Euronews
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Einen Tag vor der nächsten Runde der direkten Friedensverhandlungen hat Russland einen seiner größten Luftangriffe auf die Ukraine verübt und Kraftwerke und Wohnhäuser getroffen.

Russland hat in der Nacht auf diesen Dienstag rund 450 Drohnen und 70 Raketen auf die Ukraine abgefeuert. Es handle sich dabei um einen der schwersten Angriffe im Laufe des Krieges, erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj an diesem Dienstag.

Am selben Tag wurden Vertreter beider Länder zu Gesprächen in Abu Dhabi erwartet. Vermittelt wurde das Treffen von den USA.

Die russischen Luftangriffe richteten sich gegen mindestens fünf Regionen und dabei insbesondere auf das ukrainische Stromnetz als Teil der Strategie, die Versorgung der Zivilbevölkerung mit Strom, Heizung und fließendem Wasser in einem der kältesten Winter seit Jahren zu kappen. Mindestens 10 Menschen wurden nach offiziellen Angaben verwundet.

"Die kältesten Tage des Winters auszunutzen, um die Menschen zu terrorisieren, ist für Russland wichtiger als Diplomatie", wetterte Selenskyj.

Er forderte die westlichen Verbündeten auf, mehr Luftabwehrmittel zu schicken und "maximalen Druck" auf Russland auszuüben, damit dieses seinen Angriffskrieg nach nunmehr bald vier Jahren beendet.

Angriffe auf die Energieinfrastruktur

Der Angriff auf die Wärmekraftwerke von DTEK, dem größten privaten Energieunternehmen der Ukraine, war der neunte größere Angriff auf die Anlagen des Unternehmens seit Oktober.

In der Hauptstadt Kyjiw wurden bei den Angriffen Wohnhäuser, ein Kindergarten und eine Tankstelle beschädigt und in Brand gesetzt. Fünf Menschen wurden dabei verletzt, wie der staatliche Notdienst mitteilte.

Am frühen Morgen waren 1.170 Wohnhäuser in der Hauptstadt ohne Heizung, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko mit. Der Angriff beschädigte laut Kulturministerin Tetiana Berezhna auch die Ruhmeshalle des Nationalmuseums für die Geschichte der Ukraine im Zweiten Weltkrieg in Kyjiw: "Das ist symbolisch und zynisch zugleich: Der Aggressorstaat greift einen Ort der Erinnerung an den Kampf gegen die Aggression im 20. Jahrhundert an und wiederholt Verbrechen im 21. Jahrhundert."

Russland verübte außerdem weitere Angriffe auf die nordöstliche Region Charkiw und die südliche Region Odesa, wo es Verletzte gab.

Die nächsten Gespräche in Abu Dhabi sind für diesen Mittwoch und Donnerstag angesetzt. Offiziell wurden die jüngsten direkten Gespräche zwischen den Delegationen aus Moskau und Kyjiw als konstruktiv bezeichnet.

Aber nach einem Jahr Bemühungen sucht die Trump-Regierung immer noch den Durchbruch in wichtigen Fragen, einschließlich der maximalistischen Forderungen Russlands nach Kontrolle über ukrainische Regionen, von denen es derzeit nur Teile besetzt hält.

Russland hat während des gesamten Krieges systematisch die ukrainische Elektrizitätsinfrastruktur angegriffen - Umspannwerke, Transformatoren, Turbinen und Generatoren in Kraftwerken - um die Moral der Zivilbevölkerung zu untergraben und die ukrainische Regierung unter Druck zu setzen, zu verhandeln.

Weitere Quellen • AP

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