US-Vizepräsident JD Vance besucht Armenien und Aserbaidschan, um für einen neuen Handelskorridor (TRIPP) zu werben, nachdem beide Seiten nach jahrzehntelangem Konflikt ein historisches Friedensabkommen unterzeichnet haben.
Der US-Vizepräsident JD Vance ist am Montag zu Gesprächen über die weitere Festigung des Friedensprozesses mit Aserbaidschan nach Armenien gereist. Mit seinem Besuch schreibt er Geschichte: Noch nie zuvor war ein amtierender US-Vizepräsident oder Präsident in dem Land.
Vance führte in Eriwan Gespräche mit dem armenischen Ministerpräsidenten Nikol Paschinjan. "Wir wollen nicht nur Frieden für Armenien schaffen. Wir schaffen auch gemeinsam echten Wohlstand für Armenien und die Vereinigten Staaten", sagte Vance auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Paschinjan.
Vance kündigte unter anderem ein Abkommen über den Verkauf von US-Drohnentechnologie im Wert von umgerechnet rund 9,3 Millionen Euro an und unterzeichnete mit Paschinjan ein Atomenergie-Abkommen, das dem armenischen Ministerpräsidenten zufolge ein neues Kapitel "in der sich vertiefenden Energiepartnerschaft zwischen Armenien und den USA aufschlagen wird".
Paschinjan bezeichnete den Besuch zudem als "wahrhaft historisch" und sagte, er habe "große Hoffnung", dass US-Präsident Donald Trump "zu Recht" den Friedensnobelpreis für die Vermittlung des armenisch-aserbaidschanischen Friedensprozesses erhalten werde.
"Trump-Route für internationalen Frieden"
Am Dienstag soll Vance dann in die aserbaidschanische Hauptstadt Baku weiterreisen, wo Washington einen Handelskorridor vorantreiben will. Dieser würde den Südkaukasus "neu gestalten".
Vance wirbt für die Trump-Route für internationalen Frieden und Wohlstand (Trump Route for International Peace and Prosperity - TRIPP), einen vorgeschlagenen 43 Kilometer langen Korridor durch den Süden Armeniens, der Aserbaidschan mit der Exklave Nachitschewan verbinden soll.
Die Route soll Zentralasien und das Kaspische Becken mit Europa verbinden und dabei Russland und den Iran umgehen, um die Handelsinteressen der USA in der Region zu stärken.
Washington hat das Projekt als vertrauensbildende Maßnahme nach einem friedlichen Ende des jahrzehntelangen Konflikts zwischen Armenien und Aserbaidschan bezeichnet.
Auf einem Gipfeltreffen im Weißen Haus im August 2025 vermittelte Trump eine Vereinbarung zwischen Armenien und Aserbaidschan, in der sich die beiden Länder verpflichteten, auf Ansprüche auf das Gebiet des jeweils anderen zu verzichten und keine Gewalt anzuwenden.