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Berlin: 120.000 Drohnen und neue Raketen für die Ukraine zugesagt

Von links: Rutte, Fedorow, Pistorius und Healey beim Ukraine-Kontaktgruppentreffen in Berlin, 15. April 2026
Von links: Rutte, Fedorow, Pistorius und Healey beim Ukraine-Kontaktgruppentreffen in Berlin, 15. April 2026 Copyright  Kay Nietfeld/dpa via AP
Copyright Kay Nietfeld/dpa via AP
Von Johanna Urbancik
Zuerst veröffentlicht am
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Der ukrainische Verteidigungsminister Mykhailo Fedorov betonte, dass Kyjiw darauf drängt, die heimische Drohnenproduktion auszuweiten und die Lieferungen an die Front zu beschleunigen.

Beim Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe am Mittwoch in Berlin wurden Kyjiw rund 120.000 Drohnen aus Großbritannien zugesagt. Hinzu kommen zusätzliche Mittel für die NATO-Initiative PURL sowie für die tschechische Munitionsinitiative.

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Es war das 34. Treffen der Gruppe, das dieses Mal erneut im Bundesverteidigungsministerium stattfand und gemeinsam von Verteidigungsminister Boris Pistorius und seinem britischen Amtskollegen John Healey ausgerichtet wurde. Der ukrainische Verteidigungsminister Mykhailo Fedorov und NATO-Generalsekretär Mark Rutte nahmen vor Ort teil, weitere Mitglieder wurden virtuell zugeschaltet.

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat an dem Treffen nicht teilgenommen. Die USA war stattdessen mit dem Pentagon-Strategiechef Elbridge Colby vertreten.

Pistorius und Healey warnten, dass "die Augen der Welt" sich zwar derzeit auf die Straße von Hormus richteten, die Unterstützung für die Ukraine trotz der eskalierenden Lage im Nahen Osten jedoch nicht nachlassen dürfe.

Deutschland setzt Fokus auf Luftverteidigung

Pistorius bekräftigte die jüngsten deutschen Zusagen aus den deutsch-ukrainischen Regierungskonsultationen. Vereinbart wurde ein Verteidigungspaket im Umfang von vier Milliarden Euro, das unter anderem Hunderte Patriot-Raketen, eine gemeinsame Drohnenproduktion sowie den Austausch digitaler Gefechtsfelddaten umfasst.

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums finanziert Deutschland einen Vertrag zwischen der Ukraine und dem US-Konzern Raytheon zur Lieferung mehrerer hundert Patriot-Raketen. Zusätzlich wurden weitere Startgeräte für das Luftverteidigungssystem IRIS-T mit Diehl Defence vereinbart. Auch dieses Projekt wird von Deutschland finanziert und soll den Schutz von Städten und kritischer Infrastruktur deutlich verbessern.

Pistorius betonte, die Stärkung der ukrainischen Luftverteidigung habe weiterhin oberste Priorität. Deutschland werde in den kommenden Jahren Hunderte Patriot-Raketen liefern, zusätzlich IRIS-T-Systeme sowie gemeinsam produzierte Angriffsdrohnen. Fedorow machte deutlich, dass diese Lieferungen nicht sofort eintreffen werden.

Sie sollen im kommenden Jahr und in den darauffolgenden Jahren ankommen. Gleichzeitig forderte er die Partner auf, ihre Bestände zu prüfen. Die Ukraine brauche dringend weitere PAC-2- und PAC-3-Raketen, um kritische Infrastruktur zu schützen.

Rutte, Fedorov, Pistorius und Healey bei einem Gruppenfoto der Ukraine-Kontaktgruppe in Berlin am 15. April 2026
Rutte, Fedorov, Pistorius und Healey bei einem Gruppenfoto der Ukraine-Kontaktgruppe in Berlin am 15. April 2026 Kay Nietfeld/Pool Photo via AP

Drohnen prägen den Krieg

Auch Großbritannien kündigte ein neues Paket an. Verteidigungsminister Healey sprach von der bislang größten Drohnenlieferung seines Landes: Mehr als 120.000 Einheiten sollen noch in diesem Jahr geliefert werden, zusammen mit Artilleriemunition und Luftabwehrraketen. "Drohnen haben diesen Krieg geprägt", sagte Healey. Sie seien für den Großteil der russischen Verluste verantwortlich und würden entscheidend für den Ausgang des Krieges sein.

Fedorov unterstrich die Bedeutung ebenfalls. Drohnen seien zentral für ukrainische Gegenangriffe und spielten auch bei Schlägen hinter der Frontlinie eine Schlüsselrolle. Er verwies auf eine kürzlich von Präsident Wolodymyr Selenskyj angekündigte Operation, bei der erstmals eine russische Stellung ausschließlich mit unbemannten Systemen eingenommen wurde: "Zum ersten Mal in diesem Krieg wurde eine feindliche Position ausschließlich durch unbemannte Systeme – also Drohnen und bodengebundene Roboter – eingenommen", hatte Selenskyj erklärt.

Der Einsatz sei ohne Infanterie und ohne Verluste auf ukrainischer Seite erfolgt. Fedorov betonte erneut, dass die Ukraine ihre eigene Drohnenproduktion weiter hochfahren und Lieferketten beschleunigen wolle.

Ukraine-Erfahrungen fließen in NATO zurück

Die Unterstützung für die Ukraine ist laut NATO-Generalsekretär Mark Rutte inzwischen keine Einbahnstraße mehr. Die Erfahrungen der Ukraine im Einsatz und in der Abwehr von Drohnen flössen direkt in die Allianz zurück. "Wir lernen auch von euch. Wir lernen von der Ukraine", so Rutte.

Er hob zudem die wachsende Bedeutung der NATO-Initiative PURL hervor. Sie soll sicherstellen, dass dringend benötigte militärische Ausrüstung – insbesondere aus den USA – schneller finanziert und geliefert wird. Wichtige militärische Ausrüstung aus den NATO-Staaten erreicht weiterhin die Ukraine", betonte Rutte und griff damit Aussagen von US-Außenminister Marco Rubio auf. Dieser hatte vor wenigen Wochen erklärt, bislang sei aus den USA noch nichts umgeleitet worden. Rubio schloss jedoch nicht aus, dass sich das künftig ändern könnte. Für die USA hätte das Auffüllen ihrer eigenen Bestände Vorrang

Beim Treffen in Berlin begrüßte Rutte neue Zusagen für PURL der Partner, ohne Details zu nennen. Gleichzeitig räumten er, Fedorov und Pistorius ein, dass die Last innerhalb der Allianz weiterhin ungleich verteilt ist. "Es sind nur wenige Länder, die den Großteil tragen", so Rutte. Zugleich zeigte er sich zuversichtlich, dass die Finanzierungsziele dennoch erreicht werden können.

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