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Handelsvolumen der Eurasischen Wirtschaftsunion übersteigt 80 Milliarden Euro im Vorjahr

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Von Botagoz Marabayeva
Zuerst veröffentlicht am
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EAWU-Gipfel in Astana: Staats- und Regierungschefs beraten über KI-Einsatz, digitalen Binnenmarkt und Korridore, Umsatzprognosen sehen 2025 neuen Rekord.

Die Staaten der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU) treiben ihre wirtschaftliche Integration mit Hilfe von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz voran. In Astana kamen dazu die Spitzenvertreter des Bündnisses zu einem zweitägigen Gipfel zusammen.

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In den Gipfelgesprächen berieten die Mitgliedstaaten über eine gemeinsame digitale Umgebung. Sie soll einen nahtlosen Markt in einem zusammenhängenden Wirtschaftsraum von mehr als 20 Millionen Quadratkilometern schaffen.

Im Mittelpunkt standen Handel, gemeinsame Projekte sowie der Aufbau geteilter digitaler Werkzeuge und KI-Systeme. Sie sollen die Zusammenarbeit vertiefen und die Zersplitterung im Bündnis verringern.

Im vergangenen Jahr hat sich der Handel innerhalb der Union mehr als verdoppelt. Der Umsatz mit Drittstaaten stieg um 72 %. Rund 90 % der Zahlungen werden inzwischen in nationalen Währungen abgewickelt. Die EAWU-Staaten prüfen zudem ein einheitliches Transitsystem.

Getrieben von der Digitalisierung rechnet Kasachstans Präsident Kassym-Jomart Tokajew damit, dass der Handel zwischen den EAWU-Mitgliedern in diesem Jahr um rund sechs Prozent wächst und damit mehr als 85 Milliarden Euro erreicht. Im Vorjahr waren es 80 Milliarden Euro.

Für die Jahre 2026 und 2027 werde das BIP-Wachstum der EAWU-Länder auf etwa 2,5 % geschätzt, fügte er hinzu.

Die EAWU besteht inzwischen im zwölften Jahr. Sie bildet einen gemeinsamen Binnenmarkt und eine Freihandelszone für ihre fünf Mitglieder: Russland, Belarus, Kasachstan, Kirgisistan und Armenien.

Mit mehreren Staaten – darunter Serbien, Vietnam, die Vereinigten Arabischen Emirate, die Mongolei und Indonesien – bestehen bereits Abkommen. Wichtigster Partner bleibt China, das für rund ein Drittel des Außenhandels steht.

Integration durch KI

Tokajew erklärte, Kasachstan habe während seines EAWU-Vorsitzes den praktischen Einsatz von KI vorgeschlagen. Sie solle helfen, die sogenannten vier Freiheiten des Bündnisses umzusetzen und die Wettbewerbsfähigkeit der Mitgliedstaaten zu stärken.

Die Mitgliedstaaten regten zudem gemeinsame Leitlinien für den verantwortungsvollen Umgang mit KI an. Geplant sind auch geteilte Rechenkapazitäten und eine gemeinsame Entwicklung von Modellen.

Russland schlug nach Angaben von Präsident Wladimir Putin für das kommende Jahr ein hochrangiges KI-Treffen vor. Es soll die Zusammenarbeit bei eigenen KI-Modellen vertiefen und die IT- und Energieinfrastruktur besser vernetzen.

Im Bündnis laufen bereits erste Pilotprojekte.

In Kasachstan haben Behörden und Start-ups mehrere KI-gestützte digitale Assistenten entwickelt. Sie sollen Bürgerinnen und Bürgern den Zugang zu Rechts- und Regulierungssystemen erleichtern.

Diese juristischen KI-Assistenten sollen Gesetze verständlicher machen, Bürokratie abbauen und die Regulierung für Bevölkerung und Unternehmen zugänglicher gestalten, erklärte Dmitri Mun, Vizeminister für Künstliche Intelligenz und digitale Entwicklung.

Einige dieser Werkzeuge werden nun getestet, um Verfahren in den Mitgliedstaaten zu vereinheitlichen und zu beschleunigen.

Handelskorridore und Logistikmodernisierung

Offiziellen Angaben zufolge werden rund 85 % der Güter von China nach Europa über den Mittleren Korridor geleitet.

Künstliche Intelligenz kommt zunehmend entlang des TDN und des digitalen Transportkorridors auf der Transkaspischen Internationalen Transportroute zum Einsatz. Gemeinsam sollen diese Maßnahmen die Nicht-Rohstoffexporte in den kommenden zwei Jahren um rund 30 % steigern.

Kasachstans Handels- und Integrationsminister Arman Schakkalijew sagte, das Land wolle große Transportachsen wie den Mittleren Korridor und den Nord-Süd-Korridor nutzen, um ein vollständig integriertes Logistik-Ökosystem aufzubauen.

Ziel sei es, Kasachstan als zentrale regionale Drehscheibe zu etablieren, an der Verkehrsrouten zusammenlaufen und große Exportströme gebündelt werden.

Bis 2030 soll das System voll funktionsfähig sein und ein Frachtvolumen von rund zehn Millionen Tonnen erreichen. Die Arbeiten laufen bereits, unter anderem an der Modernisierung des Schienennetzes und an neuen Infrastrukturprojekten.

Putin-Besuch und bilaterale Abkommen

Dem Gipfel ging ein Staatsbesuch Putins in Kasachstan voraus. Beide Länder vereinbarten dabei sieben zentrale Säulen der bilateralen Zusammenarbeit sowie ein umfangreiches Paket weiterer Abkommen zu Energie, Verkehr, Finanzen, Bildung und industrieller Entwicklung.

Russland bleibt größter Investor in Kasachstan: Bisher flossen fast 25 Milliarden Euro, weitere Investitionen sind geplant. Russland baut zudem das erste kasachische Kernkraftwerk, dessen Volumen bei rund 14 Milliarden Euro liegen soll.

Laut Putin soll das Kraftwerk künftig rund 20 % des kasachischen Stromverbrauchs decken. Die Finanzierungsbedingungen für solche Projekte entsprächen internationalen Standards, betonte er.

Das Projekt stütze zudem die russische Industrie mit Geräteaufträgen und langfristigen Wartungsverträgen und vertiefe gleichzeitig die Zusammenarbeit der beiden Länder bei Uran und Nukleartechnologie, so Putin.

Für Kasachstan steht das Vorhaben nach offiziellen Angaben sowohl für mehr Energiesicherheit als auch für den Schritt weg vom reinen Rohstoffexport hin zu hochwertiger technologischer Kooperation.

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