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FIFA-Krise: Infantino bleibt trotz Rücktrittsforderungen im Amt

FIFA-Präsident Gianni Infantino spricht bei einer Pressekonferenz im Stadion von Mexiko-Stadt am Mittwoch, dem 10. Juni 2026.
FIFA-Präsident Gianni Infantino spricht am Mittwoch, dem 10. Juni 2026, auf einer Pressekonferenz im Stadion in Mexiko-Stadt. Copyright  AP Photo
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Von Nathan Rennolds
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Nach dem Scheitern eines milliardenschweren Investitionsplans räumt die FIFA Fehler ein. Präsident Gianni Infantino bleibt jedoch vorerst im Amt und erhält Rückendeckung aus der Verbandsspitze.

FIFA-Präsident Gianni Infantino bleibt nach einer Krisensitzung in Marokko am Mittwoch vorerst im Amt. Der Weltfußballverband räumte Fehler im Zusammenhang mit einem gescheiterten Investitionsplan ein, stellte sich aber zugleich demonstrativ hinter seinen Präsidenten.

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Infantino traf sich in Rabat mit führenden Vertretern des Weltverbands, darunter Generalsekretär Mattias Grafström. Bei dem Treffen ging es um die Folgen der in der vergangenen Woche bekannt gewordenen Pläne für eine private Beteiligung an einer neuen kommerziellen FIFA-Tochtergesellschaft.

Der mittlerweile verworfene Vorschlag sah vor, dass externe Investoren Minderheitsanteile ohne Kontrollrechte an der sogenannten "FIFA Forward Enterprise" (FFE) übernehmen. Nach FIFA-Angaben hätte das Modell auf Grundlage einer anfänglichen Bewertung von 20 Milliarden Dollar bis zu 4,2 Milliarden Dollar einbringen können.

Der Plan löste jedoch scharfen Widerstand in der Fußballwelt aus. Auch innerhalb der FIFA gingen einzelne Verantwortliche auf Distanz, darunter offenbar Generalsekretär Grafström.

Am späten Mittwochabend veröffentlichte die FIFA dennoch eine Erklärung, wonach Infantino weiterhin die "volle Unterstützung" von Grafström und den Mitgliedern des FIFA-Managements genieße.

FIFA räumt Fehler ein

In ihrer Stellungnahme räumte die FIFA ein, dass im Zusammenhang mit der FFE "Fehler" gemacht worden seien. "Man war sich einig, dass es nicht beabsichtigt war, den FIFA-Rat und die FIFA-Mitgliedsverbände aus dem Prozess auszuschließen und dass der Ablauf anders hätte gestaltet werden müssen", heißt es in der Erklärung. "Außerdem wurde eingeräumt, dass nach dem Leak des Vorschlags an die Medien weitere Fehler gemacht wurden."

Nach Angaben des Weltverbands ging zudem ein Schreiben an alle Mitgliedsverbände. Darin entschuldigt sich die FIFA für die Vorgänge und versichert, dass sich ein vergleichbarer Ablauf nicht wiederholen solle.

Die Erklärung bestätigt zugleich, dass der FFE-Plan endgültig vom Tisch ist. Gleichzeitig kündigte die FIFA an, "keine Angriffe auf ihre Integrität, gute Governance und rechtsstaatliche Verfahren mehr zu tolerieren". Der Verband werde alle notwendigen Schritte unternehmen, "um seinen Namen und Ruf zu schützen".

Rücktrittsforderungen werden lauter

Die Stellungnahme erscheint vor dem Hintergrund wachsender Rücktrittsforderungen gegen Infantino. Bereits am Mittwochvormittag veröffentlichte Portugals Fußballlegende Luís Figo eine scharfe Abrechnung mit der Amtsführung des FIFA-Präsidenten.

UEFA-Präsident Aleksander Ceferin (links) spricht mit FIFA-Präsident Gianni Infantino vor dem Achtelfinalspiel zwischen der Schweiz und Italien bei der Europameisterschaft 2024.
UEFA-Präsident Aleksander Ceferin (links) spricht mit FIFA-Präsident Gianni Infantino vor dem Achtelfinalspiel zwischen der Schweiz und Italien bei der Europameisterschaft 2024. Matthias Schrader/Copyright 2024 The AP. All rights reserved

"Er hat gelogen, getäuscht und versucht, sich auf Kosten des Spiels, dem er eigentlich dienen soll, persönlich zu bereichern", schrieb der frühere Spieler von Real Madrid und dem FC Barcelona in sozialen Netzwerken. "Es ist zu spät, um seine Würde zu retten, aber nicht zu spät, um den Fußball zu retten. Er muss gehen. Jetzt."

Auch die UEFA zählt zu den schärfsten Kritikern Infantinos und des FFE-Vorhabens. Wegen des Investitionsplans hatte der europäische Fußballverband sogar mit einem Boykott von FIFA-Veranstaltungen gedroht.

"Die derzeitige FIFA-Spitze hat nicht nur das Vertrauen der UEFA verloren, sondern auch das vieler anderer Mitglieder der Fußballfamilie", erklärte die UEFA, nachdem die FIFA das Projekt offiziell aufgegeben hatte.

Mehrere nationale Verbände, darunter jene aus Wales, Serbien und Schweden, erklärten zudem, Infantino bei einer erneuten Kandidatur nicht mehr unterstützen zu wollen. Auch Politiker wie der britische Premierminister Andy Burnham und Kanadas Regierungschef Mark Carney kritisierten den FIFA-Präsidenten scharf.

"Ich habe nach diesem Vorgang kein Vertrauen mehr in Herrn Infantino", sagte Carney am Mittwoch.

Vorwürfe rund um WM-Finale 2030

Zuvor hatte die britische Tageszeitung The Times berichtet, Infantino habe Marokko zugesagt, das Finale der Weltmeisterschaft 2030 ausrichten zu dürfen, falls das Land ihn unterstütze. Die FIFA wies den Vorwurf zurück und bezeichnete ihn als "falsch und irreführend". Über den Austragungsort des Endspiels werde "zu gegebener Zeit" entschieden.

Infantino steht seit 2016 an der Spitze der FIFA. Zuletzt war er auch wegen des Umgangs des Weltverbands mit mehreren Vorfällen bei der WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko sowie wegen seiner Nähe zu US-Präsident Donald Trump in die Kritik geraten.

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