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Ban drängt bei EU auf Hilfe für Flüchtlinge: Rettung von Menschenleben muss Priorität haben

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Ban drängt bei EU auf Hilfe für Flüchtlinge: Rettung von Menschenleben muss Priorität haben

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Angesichts der Flüchtlingskatastrophen im Mittelmeer hat UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon bei einem Treffen mit Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi und der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini vor der sizilianischen Küste betont, dass sich die EU vor allem um die Rettung von Menschenleben bemühen sollte. Das teilte sein Sprecher in New York mit.

Für diese Trägodie gebe es keine militärische Lösung, hatte Ban bereits zuvor kritisiert. Brüssel will unter anderem härter mit Militäreinsätzen gegen Schmuggler vorgehen. Die EU möchte dafür die Genehmigung der Vereinten Nationen. Der UN-Generalsekretär hatte am Wochenende betont, dass es für die Flüchtlinge legale Einwanderungsmöglichkeiten geben müsse. Auch am Montag erreichten wieder mehrere Hundert Migranten die italienische Küste.

Für viele Menschen aus Bürgerkriegsländern führt der Weg nach Europa über Libyen. Dort hoffen Hunderte auf einen Ausweg aus den Auffanglagern. Die Bedingungen seien unerträglich, so ein junger Mann aus Eritrea: “Viele Leute hier sind krank, ein paar haben Allergien, es gibt Tote. Viele von uns kommen aus Eritrea hierher, in dieses Gefängnis, in dieses Nichts.”

Alles, was sie machen, ist uns schlagen. Sie behandeln uns wie Sklaven und lassen uns arbeiten, wie sie wollen.

Ein Mann aus Nigeria beschwerte sich über Misshandlungen durch libysche Milizen im Lager: “Sie wissen nicht, was sie mit uns machen sollen. Alles, was sie machen, ist uns schlagen. Sie behandeln uns wie Sklaven und lassen uns arbeiten, wie sie wollen. Wir können nirgendwo hin. Bitte, wir brauchen ihre Hilfe, helfen Sie uns. Helfen Sie uns, hier raus zu kommen. Bitte, sonst sterben wir hier noch.”

In Libyen kämpfen zwei konkurrierende Regierungen um die Macht. Das Land wird immer mehr zum rechtsfreien Raum. Ein Paradies für Schlepper – und ein weiteres Martyrium für die Flüchtlinge.