Grüne: Deutsche Krisengewinnler der Griechen-Hilfe

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Von Euronews
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Kredite und Anleihenkäufe zugunsten Griechenlands haben Deutschland offenbar Überschüsse in Höhe von etwa 1,34 Milliarden Euro eingebracht. Das geht nach Medienberichten („Süddeutsche Zeitung“) aus Antworten des Bundesfinanzministeriums auf Fragen der Grünen im Bundestag hervor.

So habe ein Darlehen der staatlichen Förderbank Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) unter dem Strich Zinsgewinne in Höhe von 393 Millionen Euro eingebracht. Der deutsche Gewinnanteil aus einem Anleihenkaufprogramm der Europäischen Zentralbank habe sich seit 2015 auf 952 Millionen Euro summiert.

Wichtige Fakten gegen die Euro-Krisen-Mythologie! Deutschland verdient kräftig durch Zinsen der #Griechenland-Kredite – insgesamt 1,34 Mrd. pic.twitter.com/vDVc0iJPH3

— Sven Giegold (@sven_giegold) 12 juillet 2017

Die Grünen verlangen, dass die Zinsgewinne an Griechenland zurückfließen.

„Es mag zwar legal sein, dass Deutschland an der Krise in Griechenland verdient. Legitim im moralischen Sinne der Solidarität ist es nicht“, wird der Grünen-Haushaltsexperte Sven-Christian Kindler zitiert.

Wie Deutschland – und andere – an der Griechenland-Krise verdienen
https://t.co/zuD9JEVOn8

— Kleine Zeitung (@kleinezeitung) 12 juillet 2017

SELBSTHILFE ALS HILFE?

Wer hilft da eigentlich wem? Italienische Statistikspezialisten (“Il Sole 24 Ore”) hatten nach Ausbruch der Griechenlandkrise die ausstehenden Bankschulden und die Rettungsbeitäge (Stand 09/2014) verglichen: Danach entsprach der deutsche Entschuldungs-Beitrag (61,74 Milliarden Euro) etwa zur Hälfte (31,5 Milliarden Euro, Wechselkurse 2017) den Außenständen deutscher Banken in Griechenland.

Die Hilfe aus Frankreich war demnach sogar 30 Milliarden Euro geringer als die Außenstände seiner Banken (77 zu 46,5 Milliarden Euro) – in die Bresche sprangen Staaten wie Italien oder Spanien, deren Banken eher geringe Außenstände hatten.

So mancher griechische Rentner hatte es ja schon geahnt.

Constantinos Tsibelenios, Athen (Mitte Juni):

“Das landet nicht in meiner Tasche. Sie werden den Rentnern keinen einzigen Euro geben, wieder mal geht es in ihre Taschen, die geben und nehmen es dann einfach wieder zurück.”

Kürzlich hatte der Euro-Rettungsschirm die Auszahlung von weiteren 8,5 Milliarden Euro an Hilfskrediten für das schuldengedrückte Griechenland freigegeben.

Sigrid Ulrich

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