Eilmeldung

Eilmeldung

Journalistin Tolu hofft auf baldige Freilassung von Deniz Yücel

Sie lesen gerade:

Journalistin Tolu hofft auf baldige Freilassung von Deniz Yücel

Journalistin Tolu hofft auf baldige Freilassung von Deniz Yücel
Schriftgrösse Aa Aa

Sieben Monate lang saß Meşale Tolu in türkischer Untersuchungshaft. Am Montag kam sie unter Auflagen frei, doch darf bis zur Fortsetzung ihres Prozesses im April das Land nicht verlassen und muss sich wöchentlich bei den Behörden melden.

Tolu und 17 weiteren Angeklagten wird vorgeworfen, Mitglied der linksextremen MLKP zu sein, die in der Türkei als Terrororganisation gilt. Auch in Deutschland wird sie vom Verfassungsschutz beobachtet.

Nach ihrer Entlassung aus dem Frauengefängnis im Istanbuler Stadtteil Bakirköy sagte Tolu: "Auch wenn die Gründe meiner Festnahme auf dem Papier andere sind, der wahre Grund dafür ist die Tatsache, dass ich für ETHA gearbeitet habe, eine sozialistische Nachrichtenagentur. Seitdem haben mich die Staatspolizei und Sicherheitsheitskräfte beobachtet. Es begann während des Zeitraums, in der die freie Presse ruhig gestellt wurde: Zeitungen, Fernseh- und Radiosender wurden geschlossen. Dutzende Journalisten wurden verhaftet, und ich gehörte dazu."

Tolu weist die Vorwürfe gegen sie zurück. Sie fordert einen Freispruch. Im Fall einer Verurteilung drohen ihr bis zu 20 Jahre Haft.

Tolu äußerte auch, dass sie auf die Freilassung des "Welt"-Korrespondenten Deniz Yücel hoffe. Der Journalist sitzt seit Februar ohne Anklage in türkischer U-Haft und ist einer von acht Deutschen, die in der Türkei aus politischen Gründen festgenommen wurden.

Seit Monaten fordert die deutsche Bundesregierung deren Freilassung. Die Entlassung von Tolu wertete sie als positives Zeichen, von einer Normalisierung der Beziehungen zur Türkei könne man aber nicht sprechen.