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Ahed Tamimi (17): Palästinenserin für Schläge ins Gesicht von israelischem Soldaten gefeiert

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Ahed Tamimi (17): Palästinenserin für Schläge ins Gesicht von israelischem Soldaten gefeiert

Israelischer Soldat im Westjordanland
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REUTERS/Goran Tomasevic
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Die junge Palästinenserin Ahed Tamimi, die einem israelischen Soldaten vor laufender Kamera ins Gesicht geschlagen hat, wird im arabischen Internet - vor allem in den sozialen Medien - als Heldin gefeiert. 

Die 17-Jährige wurde vor einer Woche gemeinsam mit ihrer Mutter und einer Cousine festgenommen, ein israelisches Militärgericht verlängerte die Haft am Montag um weitere vier Tage.

Der Vorfall hatte sich Mitte Dezember in dem Dorf Nabi Saleh nahe Ramallah (Westjordanland) ereignet. Auf dem Video - das Sie hier ganz unten sehen können -, das sich viral in sozialen Medien verbreitete, war zu sehen, wie Tamimi und die beiden anderen Frauen die Konfrontation mit zwei israelischen Soldaten suchen. Tamimi tritt und schlägt auf einen der Männer ein, ein Fausthieb trifft ihn im Gesicht. Die beiden bewaffneten Soldaten reagieren aber kaum.

Der neue Vorfall löste eine Kontroverse aus. In Israel wurden die Soldaten für ihre zurückhaltende Reaktion gelobt und Tamimi als Provokateurin kritisiert, die in sorgfältig inszenierten "Pallywood"-Produktionen mitspiele.

Die 17-Jährige war in den vergangenen Jahren mehrmals mit ähnlichen Aktionen aufgefallen. 2012 war sie in der Türkei mit dem Hanzala-Preis für Mut ausgezeichnet worden, weil sie nach der Festnahme ihres Bruders Widerstand gegen Soldaten geleistet hatte.

Sie traf bei dem Besuch auch den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan.

Palästinenser feiern sie als Symbolfigur einer neuen Generation, die sich der seit 50 Jahren andauernden israelischen Besatzung widersetze. Auf sozialen Medien kursierten in den vergangenen Tagen Heldenbilder der 17-Jährigen mit den langen blonden Locken und den blauen Augen. Eines zeigte sie als französische Nationalheldin Jeanne d'Arc, ein anderes neben Stacheldraht und einer Palästinenserflagge.

Die Aktion von Tamimi schlug auch in sozialen Medien der arabischen Welt hohe Wellen. Nutzer lobten die junge Frau auf Twitter oder Facebook und unterstützten sie in ihrem Kampf. Ahed Tamimi sei «die wichtigste Person» des Jahres 2017, schrieb Kommunikationsprofessor Mahmud Jusef von der Universität Kairo. «Ihr Lächeln das süßeste, ihre Haltung die ehrenvollste und die Aktion die edelste.»

Die Familie Tamimi ist seit Jahren an wöchentlichen Protesten gegen die israelische Besatzung beteiligt. Es kommt immer wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit Soldaten und israelischen Siedlern.

Palästinensische Medien berichteten, ein jugendlicher Angehöriger Tamimis sei kurz vor der Aufnahme des Videos bei Unruhen von einem Hartgummi-Geschoss am Kopf getroffen und schwer verletzt worden.