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Chemnitz: 10 Verletzte bei neuen Ausschreitungen

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Chemnitz: 10 Verletzte bei neuen Ausschreitungen

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Bei neuen Ausschreitungen rechter und linker Demonstranten sind in Chemnitz mindestens zehn Menschen verletzt worden. Die Polizei versuchte, die von Rechten dominierte Protestveranstaltung und eine Gegendemonstration zu trennen.

Trotzdem wurden auf beiden Seiten Feuerwerkskörper und Flaschen geworfen. Ein Polizeisprecher räumte Personalmangel in den eigenen Reihen ein. Vier Demonstranten aus dem rechten Spektrum wurden nach Polizeiangaben bei der Abreise aus Chemnitz von unbekannten Angreifern verletzt.

Anlass der Proteste waren gewalttätige Ausschreitungen am Rande des Chemnitzer Stadfestes am Wochenende. Zuvor war dort ein 35-jähriger Deutscher durch Messerstiche getötet worden. Gegen zwei junge Männer aus Syrien und dem Irak wurden Haftbefehle vollstreckt.

Für den erstochenen Deutschen wurde in Chemnitz eine provisorische Gedenkstätte angelegt. Die mutmaßlichen Täter hätten "ohne rechtfertigenden Grund" auf ihr Opfer eingestochen, erklärte die Staatanwaltschaft Chemnitz. Zwei weitere Männer wurden bei der Attacke schwer verletzt.

Es´kalation der Gewalt

Der sächsische Verfassungsschutz hält eine Beteiligung regionaler Gruppen von Hooligans an den Ausschreitungen für möglich. Der sächsische Generalstaatsanwalt Hans Strobl läst die Sondereinheit "Zentralstelle Extremismus Sachsen" ermitteln.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) warnte vor dem Risiko zunehmender Selbstjustiz und beklagte eine verfehlte Personalpolitik. Der jahrelange Abbau von insgesamt 16 000 Stellen bei der Polizei habe dazu geführt, dass alle Einsatzkräfte stets verplant seien.

Die deutsche Bundesregierung verurteilte die Eskalation in Chemnitz. Sprecher Steffen Seibert sagte:

"Solche Zusammenrottungen, Hetzjagden auf Menschen anderen Aussehens, anderer Herkunft, oder der Versuch, Hass auf den Straßen zu verbreiten, das nehmen wir nicht hin, das hat bei uns in unseren Städten keinen Platz, und das kann ich für die Bundesregierung sagen, dass wir das auf das Schärfste verurteilen".