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Schwangere aus Venezuela flüchten zur Geburt nach Brasilien

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Schwangere aus Venezuela flüchten zur Geburt nach Brasilien

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Schwangere Frauen aus Venezuela flüchten zur Geburt ins Nachbarland Brasilien. Grund ist ein Mangel an pränataler Betreuung, Medikamenten und Windeln. Im grenznahen brasilianischen Bundesstaat Roraima werden täglich drei venezolanische Babys geboren. Im Krankenhaus von Boa Vista kamen bis Mitte des Jahres 571 venezolanische Frauen nieder.

"Es ist wirklich schwierig für schwangere Frauen, für Mütter mit kleinen Kindern - hier kann ich wenigstens Autoscheiben putzen, ich muss für meine Tochter vorsorgen", sagt die 19-jährige schwangere Venezolanerin Angie Ramos.

Im Krankenhaus von Boa Vista freut sich Jesica Isabel Reyes über die bessere Versorgung in Brasilien: "Es gibt Essen, keinen Mangel an Nahrung und Bildung. Das ist schon mal ein guter Anfang."

Maria Teresa Lopez erzählt: "Ich komme aus Venezuela, dort gibt es nichts zu essen. Es gibt keine Arbeit, ich konnte mein Baby nicht versorgen."

Der massive Zustrom von Venezolanern überlastet die sozialen Dienste in Brasilien und hat zu einer Zunahme von Kriminalität, Prostitution, Krankheiten und Fremdenfeindlichkeit geführt.

Die rund 3000 obdachlosen und ungeimpften Venezolaner in Boa Vista verursachten einen Masernausbruch. Der Virus war in Brasilien bereits ausgerottet. Roraimas Gouverneur forderte den Obersten Gerichtshof Brasiliens auf, die Grenze zu schließen, um die Einwanderungskrise bewältigen zu können. Die Bundesregierung in Brasilia schloss das zwar aus humanitären Gründen aus, hat aber die Kontrollen verstärkt.