Eilmeldung

Eilmeldung

Prügel und Rücktritte: Schwierige Zeiten für Emmanuel Macron

Sie lesen gerade:

Prügel und Rücktritte: Schwierige Zeiten für Emmanuel Macron

Prügel und Rücktritte: Schwierige Zeiten für Emmanuel Macron
Schriftgrösse Aa Aa

Benalla vor Untersuchungsausschuss

Es sind schwierige Zeiten für Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron. Und Alexandre Benalla ist mit dafür verantwortlich. Benalla, früher Sicherheitsberater Macrons, musste jetzt einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss im Senat Rede und Antwort stehen.

Der Grund: Benalla hatte sich bei der Mai-Kundgebung in Paris als Polizist verkleidet und Demonstranten verprügelt. Nachdem sein Verhalten von Medien enthüllt worden war, musste er seinen Posten im Elyséepalast aufgeben.

Er habe niemals polizeiliche Aufgaben übernommen, so Benalla jetzt.

Macron in Turbulenzen

Seit dem Vorfall aber halten die Turbulenzen für Macron an. Zunächst trat überraschend Umweltminister Nicolas Hulot zurück, jetzt kündigte auch Innenminister Gérard Collomb an, kommendes Jahr seinen Hut nehmen zu wollen.

Collomb gilt wegen der Benalla-Affäre als geschwächt, da er versucht hatte, die Verantwortung für Benallas Verhalten auf andere Staatsvertreter zu schieben.

Er will sich offenbar erneut um das Amt des Lyoner Bürgermeisters bewerben, heißt es.

Gute Argumente statt Charme

Euronews-Reporter Stefan de Vries: "Als Mitte Juli der Benalla-Skandal ausbrach, nannte Emmanuel Macron ihn einen Sturm im Wasserglas. Zwei Monate später zeigt sich aber, dass dieser Fall die Glaubwürdigkeit Macrons ernsthaft beeinträchtigt hat, nicht nur in Frankreich, sondern auch in Europa.

Nach Benalla, dem Rücktritt von Nicolas Hulot und den schlechten Wirtschaftszahlen des Landes beginnen die europäischen Staats- und Regierungschefs Zweifel an seiner Fähigkeit zu hegen, Frankreich und Europa zu reformieren. Mehr als seinen Charme, wird er jetzt vor allem sehr gute Argumente brauchen, um seine europäischen Kollegen davon zu überzeugen, dass er immer noch der richtige Mann für den Job ist."