ALS raubt Menschen Schritt für Schritt die Kontrolle über ihren eigenen Körper – oft beginnt es harmlos mit einer Schwäche in Hand oder Fuß, doch die Krankheit schreitet unaufhaltsam voran. Schauspieler Eric Dane starb am Donnerstag mit 53 Jahren an ALS.
Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) ist eine neurodegenerative Erkrankung. Sie greift das Nervensystem an – vor allem Nervenzellen in Gehirn und Rückenmark.
Weltweit leben Schätzungen zufolge etwa 400.000 Menschen mit ALS. Rund 100.000 sterben jedes Jahr daran. In Europa sind es nach Angaben der Patientenorganisation ALS Liga etwa 50.000 Betroffene.
Die Häufigkeit liegt bei etwa zwei bis sechs Erkrankungen pro 100.000 Einwohner. Männer erkranken etwas häufiger als Frauen.
Die meisten Diagnosen erhalten Menschen im Alter zwischen 55 und 75 Jahren. Nach Auftreten der ersten Symptome leben Betroffene meist noch zwei bis fünf Jahre.
Die Krankheit kann aber auch früher ausbrechen. Der Schauspieler Eric Dane ist am Donnerstag im Alter von 53 Jahren an ALS gestorben. Er hatte seine Diagnose weniger als ein Jahr zuvor öffentlich gemacht.
Bei ALS sind vor allem die Motoneuronen betroffen. Diese Nervenzellen steuern willkürliche Bewegungen. Sie leiten Signale aus dem Gehirn zunehmend unzuverlässig an die Muskeln weiter.
Was sind die Symptome?
Die Symptome können sehr unterschiedlich ausfallen. Das hängt davon ab, welche Nervenzellen betroffen sind.
Oft zeigt sich zunächst eine Muskelschwäche. Sie breitet sich allmählich aus und verschlimmert sich mit der Zeit.
Typische Anzeichen sind unter anderem: ein unsicherer Gang oder Probleme bei Alltagsaktivitäten, Schwäche in Beinen, Füßen oder Knöcheln, Kraftverlust in den Händen, verwaschene Sprache oder Schluckbeschwerden.
Häufig beginnt ALS an den Extremitäten, also an Händen, Füßen, Armen oder Beinen. Danach breitet sie sich auf andere Körperregionen aus.
Welche Formen von ALS gibt es?
Je nachdem, welcher Körperbereich zuerst betroffen ist, unterscheiden Fachleute drei Formen: den Bein-Typ, den Arm-Typ sowie den Mund- und Rachen-Typ.
Mit Blick auf die Ursachen wird ALS außerdem in zwei Formen eingeteilt:
Die sporadische ALS macht rund 90 Prozent aller Fälle aus. Sie tritt ohne erkennbare Ursache auf. Eine eindeutige Ursache ist bislang nicht bekannt, erklärt das akademische Non-Profit-Kliniknetzwerk Cleveland Clinic.
Die familiäre ALS betrifft etwa zehn Prozent der Fälle. Sie beruht auf vererbten Genveränderungen, die innerhalb einer Familie weitergegeben werden.
Was sind die Behandlungsmöglichkeiten?
Eine Heilung für ALS gibt es bisher nicht. Es stehen jedoch Therapien zur Verfügung, die den Verlauf verlangsamen und die Lebensqualität verbessern können.
Dazu gehören Medikamente, Physio- und Ergotherapie, Reha-Maßnahmen sowie Unterstützung bei Ernährung und Atmung.