Eilmeldung

Eilmeldung

Flexible Arbeitszeit, Boni: Neuer Arbeitskampf bei VW Slovakia?

Sie lesen gerade:

Flexible Arbeitszeit, Boni: Neuer Arbeitskampf bei VW Slovakia?

Flexible Arbeitszeit, Boni: Neuer Arbeitskampf bei VW Slovakia?
Schriftgrösse Aa Aa

In der Slowakei droht ein neuer Arbeitskampf bei Volkswagen. Nach Medienberichten (Fernsehsender „RTVS„) will das Management die Boni um fast die Hälfte kürzen, weil die Arbeitnehmerseite nicht rechtzeitig einen Vertrag zur Arbeitsflexibilisierung unterzeichnet habe. Die Gewerkschaften drohen mit Protestaktionen, sollte der Beschluss nicht zurückgenommen werden.

Zoroslav Smolinsky, Gewerkschaftschef bei Volkswagen Slovakia:

„Löhne kürzen ist wirklich das Letzte. Und das wird das Unternehmen nicht machen."

Laut Gewerkschaft funktionierte die Arbeitszeit-Vereinbarung in der Praxis nicht. Die Arbeitnehmer seien auf Kosten ihrer Freizeit zu Geiseln des Arbeitgebers geworden.

VW beschäftigt in der Slowakei 12.300 Mitarbeiter. 70 Prozent von ihnen hatten sich vor gut einem Jahr nach Gewerkschaftsangaben an einem sechstägigen Streik beteiligt. Das Ergebnis: Gut 14 Prozent mehr Lohn und 500 Euro Einmalzahlung.

Michal Ambrovič, Sprecher von Volkswagen Slovakia:

"Wenn die Vereinbarung nicht in einer bestimmten Frist unterzeichnet wird, wirkt sich dies auf die Kosten des Unternehmens aus, was sich auch in der geringeren Prämie der Gruppe widerspiegelt."

Der Streik vor einem Jahr wurde von der Regierung unterstützt, die sich für höhere Einkommen einsetzt. Nach Gewerkschaftsangaben verdienen die VW-Beschäftigten im Schnitt 1.800 Euro im Monat einschließlich Boni. Das sei zwar das Doppelte des Durchschnittseinkommens in der Slowakei.

Die VW-Kollegen in Deutschland bekämen aber für vergleichbare Arbeit mit 4.200 Euro deutlich mehr. In Bratislava werden etwa der Geländewagen Touareg, der Kleinwagen Up und der Audi Q7 gebaut.

In der Slowakei mit 5,4 Millionen Einwohnern werden mehr als eine Million Autos im Jahr produziert. Auf so eine Quote kommt kein anderes Land.

su

su